Die Mustergärten im Grugapark - ein Platz an der Sonne

Extravaganz ist erwünscht: die Mustergärten wurden von Gartenarchitekten angelegt, Foto: Sebastian Konopka / WAZ FotoPool
Extravaganz ist erwünscht: die Mustergärten wurden von Gartenarchitekten angelegt, Foto: Sebastian Konopka / WAZ FotoPool
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
In den Mustergärten des Grugaparks in Essen findet jeder einen Ort zum Träumen. Nebenan wartet ein historisches Schmuckstück: das Romanische Haus. Das Gebäude wurde im 12. Jahrhundert errichtet und ist das älteste Haus in Essen-Rüttenscheid. Leider ist es für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.

Essen.. Mein absoluter Lieblingsplatz sind die „Gärten Eden“: Immer wenn ich in dem scheinbar verwilderten Stück Grün sitze und dem Plätschern des kleinen Wasserlaufes lausche, rückt der Alltag weit weg. Wie gerne würde ich mir so ein Paradies hinterm Haus anlegen, doch für unseren Garten kommt wohl eher die Komposition „Licht und Schatten“ infrage, wobei die Betonung auf Schatten liegt. Beide Gärten gehören zum Komplex der Mustergartenanlage, die vor knapp acht Jahren in einem bis dato brach liegenden Teil des Grugaparks entstanden ist.

Mustergärten - das klingt ein wenig nach mit dem Lineal gezogenen ordentlichen Grünanlagen, die wahrscheinlich jeden kleinkarierten Schrebergartenfreund beglücken würden. Doch weit gefehlt: Hier haben diverse Gartenbauarchitekten ihre Phantasien so richtig ausleben können und insgesamt 33 ungewöhnliche und extravagante grüne Orte geschaffen, die so poetische Namen wie „Sonnental“, „Hortus mediterraneus“, „bewegter Garten“ oder „Garten im Zustand ewigen Wartens“ tragen.

In den warmen Monaten kommen Gruga-Besucher fast täglich in ihren Lieblingsgarten

Hinter letzterem verbirgt sich ein großes kreisförmiges steinernes Kunstobjekt, das eher für Gartengrundstücke ab 1000 Quadratmeter geeignet ist. Auch Großgrundbesitzer können sich in der Mustergartenanlage inspirieren lassen.

Ein paar Schritte weiter kommen Ästheten auf ihre Kosten: Klare Linien durchziehen den Garten, der hauptsächlich aus einem biologischen Schwimmteich und einem hölzernen Sonnendeck besteht. Auf dem lassen sich die Parkbesucher gerne nieder, denn sie haben die Mustergartenanlage längst für sich entdeckt und mit in ihre Spaziergänge eingebunden.

Einen Platz an der Sonne findet man in jedem der Gärten - und der ist schnell belegt. Besonders in den warmen Monaten kommen manche Besucher fast täglich in „ihren“ Lieblingsgarten, breiten sich, bepackt mit Picknickkorb und Lesestoff, aus und verlassen ihren Stammplatz erst nach Einbruch der Dunkelheit.

Das Romanische Haus wurde im 12. Jahrhundert in Essen-Rüttenscheid erbaut

Nicht nur die Mustergartenanlage hat ihre festen Freunde, auch ein anderer, bemerkenswerter Ort, den man nicht unbedingt im Grugapark vermutet, erfährt neue Aufmerksamkeit: das Romanische Haus am Rande der Mustergärten. Erbaut im 12. Jahrhundert ist vom wehrhaften Wohnturm nur noch die Nordwand erhalten.

Bereits in den 1960er Jahren wurde der fehlende Südteil ergänzt, doch belebt wird das historische Schmuckstück erst, seit es das Zentrum für Gartenkultur und Gartenpraxis geworden ist. Allerdings, und das ist schade, ist das älteste Haus Rüttenscheids für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Nur wer sich vorher anmeldet oder an einem der vielen Seminare für Gartenfreunde teilnimmt, kommt in das sorgfältig restaurierte Gewölbe.

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