Die letzte Fahrt im Paternoster?

Der Paternoster im Deutschlandhaus in der City darf womöglich bald nicht mehr von Besuchern genutzt werden. So steht es in der jüngsten Fassung der Betriebssicherheitsverordnung aus dem Bundesarbeitsministerium. Demnach dürfen nur eingewiesene Beschäftigte in die „Personenumlaufaufzüge“ steigen. Bundesweit hat das zu Empörung geführt, und Essens Planungsdezernent Hans-Jürgen Best, der im Deutschlandhaus sitzt, kündigt Widerstand an Für ihn ist der Paternoster eine Herzensangelegenheit: „Jeden Versuch, ihn stillzulegen, werden wir abschmettern!“ Vor 20 Jahren sei ein solcher Vorstoß schon gescheitert, der jetzige werde ebenfalls erfolglos bleiben.

Stein des Anstoßes ist ein Satz in der aktuellen Fassung der Betriebssicherheitsverordnung: „Der Arbeitgeber hat dafür zu sorgen, dass Personenumlaufaufzüge nur von durch ihn eingewiesenen Beschäftigten benutzt werden.“ Für Bürger und Besucher wäre der Paternoster im Deutschlandhaus demnach ab Anfang Juni tabu. Ein Unding findet Best: „Alle finden den Paternoster klasse.“ Etwaige Unfälle seien ihm nicht bekannt. Und: „Jeder hat die Wahl: Wer Angst hat, nimmt unseren normalen Aufzug.“

So lyrisch mag sich Bodo Schmidt von der Geschäftsleitung der Koerferschen Verwaltungsgesellschaft in Köln nicht äußern. Als Eigentümerin des denkmalgeschützten Gebäudes pflegt die Gesellschaft die Familientradition: Architekt Jacob Koerfer hat das 1929 errichtete Deutschlandhaus entworfen. „Erst im vergangenen Jahr haben wir 300 000 Euro in den Paternoster gesteckt“, sagt Schmidt und schimpft: „Sollen wir jeden vor seiner eigenen Dummheit schützen?“ Schon jetzt werde mit Schildern auf Gefahren für Kinder und gebrechliche Menschen hingewiesen.

Ein Schild wird man womöglich auch im Altbau von Thyssen-Krupp aufstellen müssen: Denn auch an der Altendorfer Straße läuft noch ein Paternoster, den auch Besucher nutzen. Die hauseigene Arbeitssicherheit werde sich des Themas annehmen, sagt eine Sprecherin. Zwangsläufig: „Hier gibt es keinen anderen Aufzug!“