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Die letzte Bastion der Bundeswehr

04.02.2009 | 07:18 Uhr
Die letzte Bastion der Bundeswehr

Essen. Das Beratungsbüro der Bundeswehr in der Arbeitsagentur ist der einzig übrig gebliebene Standort der Streitkräfte in Essen. Joachim Beier und Dennis Segbers rekrutieren dort unter Jobsuchenden ihren Nachwuchs. Jeder fünfte Bewerber ist eine Frau.

Einst war Essen einer der größeren Standorte der Bundeswehr: mit den beiden Kasernen in Kray und Kupferdreh und dem Kreiswehrersatzamt in der Stadtmitte. Mittlerweile sind diese längst dichtgemacht worden. Doch es gibt noch eine letzte Bastion der Bundeswehr – und zwar in der Agentur für Arbeit! „Das ist eine Situation, von der wir durchaus profitieren”, sagt Joachim Beier, Stabsfeldwebel. Im Wehrdienstbüro werben der 51-jährige Beier und sein Kollege, Hauptbootsmann Dennis Segbers, für die Bundeswehr als Arbeitgeber.

Exotische Angelegenheit

Dabei sitzen die beiden direkt an der Quelle: Informiert werden neben den vielen Arbeitslosen auch Schulklassen, die das Berufsinformationszentrum (BIZ) besuchen. Dass ein Wehrdienstberatungsbüro an eine Behörde wie die Arbeitsagentur angebunden ist, sei keinesfalls üblich. „Das ist hier in Essen eine eher exotische Angelegenheit”, so Beier.

Wehrdienstberatung in der Agentur für Arbeit: Dennis Segbers (re.) berät Maurice Pascal Rauser. WAZ-Bild: Franz Meinert

Exotisch – aber auch vorteilhaft: „Wir wissen dadurch, wer sich im Hause befindet. Und das sind ganz tolle Leute, die arbeitslos geworden sind und einen Job suchen.” Darunter befänden sich durchaus auch Akademiker, Physiker, Juristen oder Mediziner. „Es sind gebildete Menschen aus allen Fachrichtungen”, sagt Beier, der von Hause aus der Luftwaffe angehört, während das Herz seines Kollegen Segbers für die Marine schlägt.

Niemand soll überredet werden

Die Menschen zur Bundeswehr zu überreden, so wie es die US-Armee in den Vereinigten Staaten tut, sei nicht das Anliegen der Essener Wehrdienstberater. „Wir informieren die Leute nur. Alles andere wäre schlecht, denn eine Entscheidung für den Job als Soldat will gut überlegt sein”, so Beier. In langen Gesprächen würden Auskünfte über alle Bereiche erteilt: von der Verpflichtungszeit, die schon mal über zehn Jahre beträgt, über den Eid, der geleistet werden muss, bis zu möglichen Auslandseinsätzen. Es soll nichts beschönigt werden, „aber wir rücken die Sachlage gerade”.

Oberleutnant Frank Flügel WAZ-Bild: Franz Meinert

Frank Flügel, Oberleutnant, ist der Vorgesetzte von Beier und Segbers und betreut als Wehrdienstberatungsoffizier unter anderem auch das Büro in Essen. „Die Bundeswehr ist eine echte Alternative auf dem Arbeitsmarkt und mit insgesamt rund 270 000 Beschäftigten der größte Einzelarbeitgeber Deutschlands”, sagt der 38-Jährige. Für alle Interessierten hätten die 1955 gegründeten Streitkräfte etwas im Angebot: An den beiden eigenen Bundeswehrhochschulen in Hamburg und München gebe es 22 Studiengänge und über 50 Berufsrichtungen.

Jeder fünfte Bewerber ist weiblich

Zweimal im Monat informieren die Wehrdienstberater im BIZ, „es klopfen aber auch viele Leute bei uns an der Tür an”, sagt Beier. Pro Monat zählt er 200 Besucher in seinem Büro, jeder fünfte Bewerber ist übrigens weiblich.

Das Wehrdienstberatungsbüro der Bundeswehr gibt es in den Räumen der Agentur für Arbeit seit Ende 2005. Vorher war die Dienststelle beim mittlerweile geschlossenen Kreiswehrersatzamt in der Theaterpassage angesiedelt. Weitere Informationen gibt es im Internet auf www.bundeswehr-karriere.de oder unter Tel.: 177 84 10.

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Ilias Abawi

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Kommentare
05.02.2009
09:13
Die letzte Bastion der Bundeswehr
von Peter Fröhlich | #1

Ausbildungsplätze statt Kriegseinsätze !!

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