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Die Kälte-Gewinner - diese Betriebe in Essen profitieren vom langen Winter

05.04.2013 | 18:10 Uhr
Das „Sun Point“ an der Berliner Straße in Frohnhausen: Kundin Damaris De Moll , Mitarbeiterinnen Marei Handke und Heike Ringhoff.Foto: Kerstin Kokoska

Essen.   Der nicht enden wollende Winter macht vielen von uns zu schaffen. Doch es gibt auch Gegenbeispiele: Sonnenstudios, Saunabetriebe, Shopping-Malls, Brennstoffhandel - manche profitieren von den Temperaturen und freuen sich über zusätzliche Besucher oder Kunden.

Sonnenstudios.

60 Prozent mehr Umsatz als im Vorjahr verzeichnet Marei Handke, die Filialleiterin des Sonnenstudios „Sunpoint“ in Frohnhausen an der Berliner Straße. „Wir haben seit Monaten gut zu tun“, sagt die Betreiberin. „Es ist ein besonders gutes Geschäft in diesem Jahr, es kommen sogar Kunden, die Jahre nicht da waren.“ Am Vormittag seien besonders Senioren unter den Kunden: „Wir haben hier viele ältere Leute, sogar welche über 80.“

Bei „Crazy Sun“ an der Isenbergstraße im Südviertel hat man festgestellt, dass die Kunden derzeit nicht nur kommen, um braun zu werden, sondern „allein wegen der Wärme und wegen des Lichts“. Wie stand es schon im Februar in der Zeitung? Dieser Winter war der dunkelste seit 62 Jahren.

Saunabetriebe.

„Natürlich profitieren wir davon, dass der Winter schon seit fünf Monaten andauert“, sagt Karsten Peipe, der Geschäftsführer von „Kur vor Ort“, der Therme im Grugapark . Der Betrieb sei stets „gut gefüllt“, und manchmal müssten sich Kunden sogar auf Wartezeiten einstellen, weil dann keiner mehr hineingelassen wird.

Auch kurz hinter der Stadtgrenze in Gelsenkirchen, im Revierpark Nienhausen, verzeichnet man seit Monaten einen „deutlich gestiegenen Zuspruch“. Die Kunden würden vor allem oft länger bleiben als üblich. Statt Zwei-Stunden-Tickets würden Vier-Stunden- oder gleich ganze Tageskarten gekauft. Besonders beliebt im Moment: Das Sole-Außenbecken mit beständigen 35 Grad Celsius.

Einkaufszentren.

Shoppen bei 20 Grad und garantierter Trockenheit finden viele Kunden derzeit wohl besser, als fröstelnd über die Kettwiger Straße zu ziehen: Im Einkaufszentrum Limbecker Platz war es am gestrigen Freitag ganz schön voll. „Die gesamten Osterferien waren gut“, berichtet Center-Manager Oliver Kraft. Besonders Familien hätten die schulfreie Zeit genutzt. Aber: „Bei uns sind viele Textilhändler, die warten auf warme Temperaturen“, sagt Kraft. „Noch haben Kunden wenig Lust auf Frühlingsbekleidung.“

Pelzhändler.

Auch „Pelz Fischer“ in der Friederikenstraße in Rüttenscheid merkt die Dauer-Kälte: „Wir machen durchaus gute Umsätze“, sagt Betreiber Uwe Fischer. Dabei wollten Kunden nicht nur neue Pelzjacken , -mäntel oder -decken, sondern kämen auch mit Änderungsarbeiten: „Viele lassen einen alten Nerz von ihrer Großmutter umwandeln in ein Innenfutter, das wärmt sehr schön.“ Beliebt auch als Innenfutter: Hamster-Fell. Kein Witz.

Brennstoff-Händler.

Der März in diesem Jahr war doppelt so gut wie der März im Jahr 2012, schätzt Claudia Seidelmann von „Brennstoffhandel Seidelmann“ in Steele. Der Betrieb ist auf den Verkauf von klassischer Kohle spezialisiert. Der Allrounder: Anthrazit-Kohle aus Ibbenbüren - und natürlich Briketts. „Wir verkaufen derzeit hundert Prozent mehr als üblich.“ Dabei seien es nicht nur Besitzer altertümlicher Kohle-Öfen, die von Seidelmann beliefert würden. „Viele Kunden schaffen sich neue Kohle-Öfen an, mit denen zusätzlich zur Öl- oder Gasheizung einzelne Räume beheizt werden“, erklärt die Händlerin.

Heizen mit Holz ist mittlerweile ja auch beliebt, vor allem bei dieser Dauer-Kälte. Das Ergebnis: Ein Kaminholz-Händler in Bredeney berichtet, dass seit Wochen trockenes Material ausverkauft sei – im Angebot sei derzeit nur noch feuchtes Holz.

Reisebüros.

„Das Wetter hebt die Lust der Kunden auf spontane Trips in die Sonne“, berichtet Thomas Wenglikowski, Geschäftsführer des Reisebüros Kozica in Katernberg. „Wir spüren da seit Wochen eine verstärkte Nachfrage.“

... und ein Verlierer

Der Grugapark liegt bei den Besucherzahlen bereits deutlich unter den Zahlen des Vorjahres, berichtet Gruga-Sprecher Eckhard Spengler: Ende März hatte der Park bislang 221.000 Besucher. Im Vorjahreszeitraum waren es 260.000 Gäste. Besonders Ostersonntag sei in diesem Jahr „nicht gut“ gewesen. „Wir müssen mächtig aufholen“, sagt Spengler.

Der Winter ist zurück in NRW

Martin Spletter



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