Die Hooligans haben aufgegeben

Der für den kommenden Sonntag geplante Auflauf der „Hooligans gegen Salafisten“ bleibt Essen erspart – und die spannende Frage unbeantwortet, ob denn das Verbot der Hogesa-Demo durch die Polizeipräsidentin vor Gericht hätte bestehen können. Denn die Organisatoren des im Vorfeld heftig kritisierten Aufzugs traten gestern den geordneten Rückzug an. Die Anmelderin der Demonstration ließ die Behörde an der Büscherstraße via Fax wissen, keine Rechtsmittel gegen das Veto Stephania Fischer-Weinsziehrs einlegen zu wollen.

Die Begründung wurde der Polizei nicht mitgeliefert, ist aber auf den Internetseiten der „Hogesa“-Aktivisten nachzulesen: „Eine Demo durchzuboxen, bei der wir nur eine Kundgebung halten können wie in Hannover mit etlichen Auflagen, die zu unserem Nachteil ausgelegt werden und uns Anwaltskosten von etwa 2.500 Euro beschert, ist gegenwärtig nicht zu stemmen“, heißt es an die Adresse der „Freunde, Freundinnen, Unterstützer und Anhänger der Hogesa“.

„Ich bin stolz auf die Arbeit meiner Mitarbeiter“, sagte Stephania Fischer-Weinsziehr: „Die Verbotsgründe in meiner Verfügung sind derart stichhaltig, dass die Anmelder sie offensichtlich akzeptieren. Trotzdem werden wir konsequent gegen Personen vorgehen, die sich nicht an mein Verbot halten.“

Diese vorbeugende Ansage gilt wohl jenen Hooligans, die keinen Hehl daraus machen, sich am Sonntag in Essen einfinden zu wollen – Demo-Verbot hin oder her. „Wir haben auf dem Schirm, dass das passieren kann“, sagte Polizeisprecherin Tanja Horn: „Wir werden stark präsent sein.“ Man werde ein wachsames Auge auf mögliche Randalierer haben, die das Demonstrationsverbot nicht akzeptieren wollen. „Gegen diese Täter wird die Polizei konsequent vorgehen. Gewalt wird ausdrücklich nicht geduldet“, formulierte die Behörde gestern.

Die Sorge um die Sicherheit ist offenbar groß, und sie könnte am Ende so weit gehen, dass das Bündnis „Essen stellt sich quer“ trotz der Absage der Hooligans seine Abschlusskundgebung der Gegendemo nicht am Wunschort Willy-Brandt-Platz abhalten kann. Deren Sprecher Max Adelmann geht aber bis zum Beweis des Gegenteils davon aus, dass sich die Polizei an die „Absprache aus dem Kooperationsgespräch“ hält. Ungeachtet dessen heißt es für Adelmann: „Unsere Planungen und Mobilisierungen werden wie vorgesehen weitergeführt.“

Flagge zeigen

Wer am 18. Januar ebenfalls Flagge zeigen will „gegen Rassismus und Gruppen wie Hogesa oder Pegida“ sollte sich um 11.30 Uhr in Höhe der Marktkirche auf der Porschekanzel einfinden. Von dort ziehen die Demonstranten in Richtung der zentralen Kundgebung, die „mit Musikgruppen, Rednern und einem schönen Programm etwa ab 13 Uhr“ auf dem Willy-Brandt-Platz beginnen soll, so Adelmann.

Oder wird’s aus polizeitaktischen Gründen am Ende doch der Hirschlandplatz ohne Zug durch die Innenstadt sein? Darüber wollten sich die Behörde und die Organisatoren von „Essen stellt sich quer“ gestern Abend einigen.

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