Die hochschwangere Freundin getötet

Bestatter transportierten am Mittwochabend die Leiche der 22-Jährigen ab. Die hochschwangere junge Frau war mutmaßlich von ihrem Lebensgefährten in dessen Wohnung an der Wolbeckstraße umgebracht worden.
Bestatter transportierten am Mittwochabend die Leiche der 22-Jährigen ab. Die hochschwangere junge Frau war mutmaßlich von ihrem Lebensgefährten in dessen Wohnung an der Wolbeckstraße umgebracht worden.
Foto: Rene Anhuth / ANC
Was wir bereits wissen
33-Jähriger festgenommen: Er soll seine 22 Jahre alte Lebensgefährtin umgebracht haben. Auch die ungeborene Tochter überlebte die Attacken nicht.

Essen.. Eine Verabredung, die nicht eingehalten wurde und seit geraumer Zeit schon kein Lebenszeichen mehr von der Tochter: Da machte sich die besorgte Familie am frühen Mittwochabend auf, um in einer Wohnung an der Altenessener Wolbeckstraße nach dem Rechten zu sehen. Als nach mehrmaligem Klingeln niemand öffnete, verschafften sich die Angehörigen mit einen Zweitschlüssel Eintritt zu der Erdgeschosswohnung. Sie entdeckten Grauenhaftes: Die 22-Jährige lag tot in einer Blutlache im Badezimmer. Die junge Frau war hochschwanger. Das Ungeborene starb ebenfalls. Ein Leben wurde brutal ausgelöscht, ein zweites durfte nicht beginnen.

Richter erließ Haftbefehl wegen Totschlags

Die junge Frau und das werdende Mädchen in ihrem Bauch wurden umgebracht, mutmaßlich von ihrem Freund. Der hielt sich beim Eintreffen der Angehörigen in der Wohnung auf, deren Mieter er ist. Er war alkoholisiert, wurde kurze Zeit später von der Polizei festgenommen und sitzt seit gestern im Gefängnis. Ein Richter erließ einen Haftbefehl wegen Totschlags gegen den 33-Jährigen, der den Ermittlern nicht viel zu sagen hatte: „Der redet nicht gerade wie ein Wasserfall mit uns.“

Der Mann stritt die Tat zwar nicht ab, an Einzelheiten aber will er sich nicht erinnern können, sagte Polizeisprecher Lars Lindemann. So bleibt auch vorerst unklar, warum die 22-jährige Deutsche sterben musste. „Ein Motiv haben wir nicht“, sagte Oberstaatsanwältin Birgit Jürgens gestern auf Nachfrage.

Obduktion in der Rechtsmedizin des Uni-Klinikum

Die Frau und das Baby in ihrem Bauch kamen offenbar durch massive äußere Gewalt ums Leben, wie die gestrige Obduktion der Leichen in der Rechtsmedizin des Uni-Klinikums ergab. Der 33-Jährige soll sie unter anderem brutal geschlagen und getreten und es dabei gezielt auch auf das Ungeborene abgesehen haben. Es soll nicht sein Kind gewesen sein. Ganz klar sei das aber noch nicht, sagte die Oberstaatsanwältin. Eine Tatwaffe soll der 33-Jährige ebenfalls benutzt haben. Was für eine das gewesen sein könnte, wollten oder konnten die Behörden jedoch nicht sagen. Sichergestellt wurde sie jedenfalls nicht. „Die Spurensicherung ist aber noch vor Ort“, sagte Lindemann.

Womöglich können die Experten auch klären, ob sich der mutmaßliche Täter nach dem Verbrechen durchgehend in der Wohnung, die ganz in der Nähe der Polizeiwache in Altenessen liegt, aufgehalten hat oder womöglich später wieder zum Tatort zurückkehrte. Für die Rechtsmediziner steht jedenfalls zweifelsfrei fest, dass die junge Frau und ihr Baby nicht erst am Mittwoch starben, kurz bevor die Angehörigen an der Wolbeckstraße eintrafen, sondern bereits einige Tage vorher umgebracht worden sind.

Der verhaftete 33 Jahre alte Osteuropäer ist kein unbeschriebenes Blatt. Er ist der Polizei gut bekannt, unter anderem durch diverse Drogendelikte.