Die größte Natur-Katastrophe

9. Juni 2014: Mit Windgeschwindigkeiten von 125 Stundenkilometern blies vor genau einem Jahr der Orkan Ela selbst die mächtigsten Bäume wie hier im Haumannpark um. Allein am Essener Grün entstand ein Schaden von 53 Millionen Euro. Der grüne Wiederaufbau wird bis ins nächste Jahrzehnt andauern.
9. Juni 2014: Mit Windgeschwindigkeiten von 125 Stundenkilometern blies vor genau einem Jahr der Orkan Ela selbst die mächtigsten Bäume wie hier im Haumannpark um. Allein am Essener Grün entstand ein Schaden von 53 Millionen Euro. Der grüne Wiederaufbau wird bis ins nächste Jahrzehnt andauern.
Foto: Essen
Was wir bereits wissen
Vor einem Jahr zerfetzte der Orkan Ela das grüne Kleid in Essen. Der Wiederaufbau in den Grünanlagen und im Wald wird noch Jahre dauern.

Essen.. Das Unwetter wütete nur wenige Minuten. Aber es war eines der schwersten der vergangenen Jahrzehnte, das Essen erlebt hatte. Heute vor einem Jahr zerfetzte Ela das grüne Kleid der Ruhr-Metropole. Über 20.000 Straßenbäume wurden entwurzelt oder schwer beschädigt und bis zu 15 Prozent des Essener Waldes zerstört. Die Schadensbilanz ist verheerend: insgesamt 61 Millionen Euro, davon allein 53 Millionen Euro in den Grünbereichen der Stadt.

Das eh’ klamme Essen ächzt unter den finanziellen Lasten. Auch deshalb wird der Wiederaufbau noch Jahre dauern, im Wald sogar mehr als ein Jahrzehnt.

Umso bedrückender die Prognose von Umweltdezernentin Simone Raskob, dass sich ein Orkan wie Ela wiederholen kann. Jederzeit. „Solche Ereignisse werden wieder auftreten, wenn man den Klimaprognosen vertraut“, sagt sie. Da tröstet es immerhin, dass der städtische Krisenstab in der Lage ist, Naturkatastrophen wie diese zu bewältigen. Innerhalb von nur fünf Tagen wurden das Straßennetz intakt gesetzt, der öffentliche Nahverkehr ins Rollen gebracht und Schulen und Kitas wieder geöffnet. „Unser Krisenmanagement hat gut funktioniert“, erklärt Beigeordnete Raskob. „Das war eine Meisterleistung“. Dazu hatten auch die Anwohner beigetragen. Raskob verweist auf die Facebook-Initiative „Essen packt an“, der sich 4000 Bürger angeschlossen hatten.

Spezielle Computerprogramme für Katastrophenfälle

Die Stadt will sich für die Zukunft noch besser wappnen. Ordnungsdezernent Christian Kromberg erwähnt, spezielle Computerprogramme für Katastrophenfälle zu installieren. Und er macht sich für das stadtweite Sirenen-Alarmsystem stark, um die Bevölkerung noch schneller zu warnen.

Umweltdezernentin Raskob zieht eine weitere Konsequenz aus Ela. „Wir haben gelernt, dass wir mehr auf klimagerechte Baumarten zurückgreifen müssen.“ Bei der Auswahl spielt künftig die Widerstandsfähigkeit wohl die wichtigste Rolle.

Bleibt noch die Sache mit dem Geld. Rund 19 Millionen Euro wurden bisher für die Beseitigung der Sturmschäden ausgegeben. Ab 2016 stehen dafür nur noch jährlich 600.000 Euro zur Verfügung. „Das ist nicht genug“, weiß Simone Raskob. Ela wird das Rathaus noch lange beschäftigen.