Die Geschichte vom uralten Mönckhof

Überruhr..  Was wäre die Geschichte ohne die Städte, die Orte, Häuser und Kirchen, die Straßen und Landstriche. Und natürlich die Menschen. Protagonisten, die vor langer und auch ganz langer Zeit waren oder taten, was uns noch heute anwidert oder auch fasziniert. Der Blick zurück, hin und wieder lohnt er sich sehr, um zu verstehen, wie, wo und warum alles war, wie es war, was uns heute in den Bann zieht.

Das Jahr 1546 etwa. Ein gewisser Martin Luther stirbt in Eisleben, in Essen soll es aber noch einige Jahre dauern, bis in der von der gestrengen Äbtissin geleiteten katholischen Marktkirche an Weihnachten die Menschen mehr als nur kurz aufmucken und somit den Weg ebnen für die evangelischen Christen. Ganz ohne Gewalt, allein durch das Singen deutscher Christpsalmen, was zuvor bei Strafe verboten war.

1553 entschied der Stadtrat, dass in Essen niemand mehr wegen seines Glaubens verhaftet werden darf. Martin Luther hätte das gefreut, was man indes auf dem Mönckhof in Überruhr dazu sagte, ist wohl längst in der Schatztruhe der uralten Zeiten zu Staub verfallen.

Denn den Hof an der Straße von Hinsel nach Altendorf/Ruhr, dem heutigen Burgaltendorf, gab’s damals schon. Just 1546 wird er erstmals urkundlich erwähnt. Eigentümer zu der Zeit ist das Stift Rellinghausen, das Pachtgut gehört zum Oberhof Kirchfeld.

Was folgt, ist Familiengeschichte pur. 1683, bald 150 Jahre später also, kommt Arnold Monninghoff zur Welt, Sohn von Arnold Munckhoff und Elisabeth Beckhaus. Er heiratet um 1718 Gertrud in der Holtey, die ihm schnell einen Erben und kein Mädchen schenkt, wie das damals in der gottesfürchtigen Gegend so überaus gerne gesehen wurde . . .

Leibgewinnträger auf Lebenszeit

Arnold Wilhelm Mönninghoff ehelicht eine gewisse Anna Maria Kramwinckel, stirbt aber nur wenige Jahre später. Sein Weib heiratet erneut: Johann Peter Walmichrath genannt Mönckhoff wird im Folgenden als Pächter des Hofs geführt. Und nach dessen Ableben werden der 1757 geborene Johann Wilhelm Münckkhoff und seine Gattin Anna Maria Grossfeldt am Tag nach Weihnachten 1788 zu den letzten Leibgewinnträgern auf Lebenszeit bestellt.

Eine lukrative Sache, denn zum Mönckhof gehören bis zur Ablösung der fiskalischen Lasten 1837 auch die Kotten Echstenkämper, Altenhof, Kringel und Kappstiel.

Aber die Zeiten ändern sich, werden, tja: heute würde man vielleicht moderner sagen. 1803 schafft Preußen im Zuge der Säkularisation die Stiftsherrschaft ab, und als kaum sechs Jahre später Napoleon die Leibeigenschaft niederstreckt, atmen viele Bauern auf, können sie doch unerwartet ihren bewirtschafteten Hof erwerben und künftig in die eigene Tasche arbeiten – so sie denn die Steuern abgelöst haben.

Johann Wilhelm Münckhoff bekommt das hin, und irgendwann gehören sie ihm, die 227 Morgen.

1871 übernimmt ein Johann Bremer den Hof, ein Mönckhoff-Neffe, 1910 dann aber der Namenswechsel. Franz Ludger Groote ein aus Vöcklinghausen (Rüttenscheid) stammender Landwirt, übernimmt – und seitdem ist der da bereits fast 400 Jahre alte Hof in Groote-Hand. Überruhrstraße 243a, noch heute die Adresse. Die Straße, die Menschen und vieles andere haben sich verändert. Der Hof natürlich auch. Schön aber ist er nach wie vor. Und urig. Könnte er nur erzählen . . .