Die Enkelgeneration

Das Abitur habe ich 1985 am Gymnasium Borbeck gemacht. Die Note? Guter Durchschnitt dank Sport und Geschichte. Die Zweiplus in Biologie war eher ein erfreulicher Ausrutscher.

Der Schulabschluss sollte für mich der Türöffner sein für ein Studium, was er auch wurde. Was mein Abitur wirklich bedeutete, habe ich erst viel später begriffen.

Meine Großeltern stammten aus Oberschlesien. Wie so viele Zuwanderer waren auch sie der Arbeit wegen ins Ruhrgebiet gekommen.

Meine Großeltern hatten 13 Kinder. Mein Vater war 15 Jahre alt, als er die Schule beendete. Er und seine Brüder erlernten solide Handwerksberufe. Sie wurden Schreiner, Maler, Elektriker oder Friseur.

Erst die nächste Generation, die der Enkelkinder, sollte aufs Gymnasium gehen und studieren. Meine Lieblingscousine hat später den Doktor gemacht.

So steht unser Abitur auch für den Bildungsaufstieg über Generationen. Eine Geschichte, die wohl typisch ist für so viele Familien im Ruhrgebiet.