Die „blaueste Pflanze“ des Ruhrgebiets wächst in Essen

Autorin Ursula Stratmann.
Autorin Ursula Stratmann.
Was wir bereits wissen
Ein neuer Kräuterwanderführer hat auch verschiedene Ideen für die Stadt Essen. Autorin Ursula Stratmann stellt sie vor.

Essen.. Diplom-Biologin Ursula Stratmann hat gerade den ersten Kräuterwanderführer veröffentlicht. Mit besonderen Anregungen für Essen.

Frau Stratmann, unter ihren 30 Ausflügen ist einer in Essen.

Ursula Stratmann: Genau. Start ist an Moldt’s Brückencafe an der Ruhrbrücke in Kettwig. Die Tour heißt Ruhrufer mit Zauberkräutern und Distelgemüse.

Klingt geheimnisvoll.

Stratmann: Das Ruhrufer ist erst mal sehr schön. Und es gibt dort viel zu entdecken. Wie die blaueste Blume des Ruhrgebiets.

Die wäre?

Stratmann: Der Natternkopf, den gibt es am Promenadenweg. Er ist essbar und mit der Farbe eine traumhafte Salatdekoration.

Sie kommen seit Jahren herum, kennen quasi alle im Ruhrgebiet wachsenden Kräuter. Und trotzdem sind Sie in Essen noch mal fündig geworden.

Stratmann: Ja, ich habe eine neue Pflanze entdeckt. Das passiert mir sonst nur im Urlaub. Aber nicht in Essen. An einer Ruhrwiese, nicht weit vom Bootshaus Ruhreck in Steele, sah ich die unbekannte Pflanze. Und biss rein.

Sie erkennen das Grün am Geschmack.

Stratmann: Nicht ganz. Und tun Sie das nicht. Es könnte giftig sein. Bei mir war es senfig-scharf und brannte mächtig. Puh.

Was war es?

Stratmann: Das seltene orientalische Zackenschötchen, das aus Ost- und Südosteuropa stammt. Es blüht Gelb, die Blätter sehen aus wie Löwenzahn. Sie können es für Salat verwenden, dünsten, als senfiges Gewürz nutzen oder als Meerrettich-Ersatz. Es ist ein richtiges Gourmet-Gemüse.

Das klingt sehr interessant.

Stratmann: Am 19. Mai biete ich ab 10 Uhr eine Tour an. Start ist am Bootshaus Ruhreck.