Die Baustellen des Essener Einzelhandels
07.01.2013 | 19:43 Uhr 2013-01-07T19:43:00+0100
Der Einzelhandelsverband erwartet ein spannendes Jahr. 2013 könnten weitere Entscheidungen fallen, die für den Handel zukunftsweisend sein werden. Es geht um Ikea-Umsiedlung, die Fusion städtischer Gesellschaften und das Ladenschlussgesetz.
Aus Sicht des Einzelhandelsverbandes (EHV) Ruhr gibt es 2013 drei große Themen, die für den Einzelhandelsstandort Essen richtungsweisend sein könnten: Ikea, EMG-Fusion und Ladenschlussgesetz.
Der EHV warnt im Fall Ikea davor, das Zentrenkonzept aufzuweichen. „Jetzt, wo sich die Innenstadt positiv entwickelt, wäre das völlig kontraproduktiv“, sagte EHV-Hauptgeschäftsführer Marc André Heistermann. Ikea will sein Haus in Essen erweitern und zudem ein Fachmarktzentrum ansiedeln. Dafür sucht der Möbelriese eine neue Fläche, weil der derzeitige Standort zu klein sei. Der EHV lehnt das Fachmarktzentrum wegen der befürchteten Konkurrenz zur Innenstadt ab und befürwortet nur eine Erweiterung des Möbelhauses - möglichst am jetzigen Standort. Allerdings haben sich Lokalpolitiker bereit gezeigt, auf Ikea zuzugehen. Die Frage wird sein: Bietet man Ikea einen Alternativ-Standort an und darf auch der Fachmarkt kommen?
Kritisch sieht der Einzelhandel des Weiteren einen möglichen Zusammenschluss von Essener Marketing Gesellschaft (EMG), Wirtschaftsförderung und Messegesellschaft. Einen Prüfauftrag hatte der Stadtrat der Verwaltung erteilt. „Wir sind mit der Arbeit der EMG zufrieden und befürchten durch eine Fusion Qualitätseinbußen“, so Heistermann. Gerade im Wettbewerb mit den umliegenden Einkaufszentren könne sich Essen jetzt keine Experimente leisten, die der City schaden könnten. Die Kritik kommt nicht überraschend, schließlich ist der Vorstandsvorsitzende des EHV, Jürgen Bessel, auch Vorsitzender des Essen Marketing Service e.V. - dem Gesellschafter der EMG.
Schließlich kommt auf den EHV eine Mittlerrolle zu, falls das neue Ladenschlussgesetz kommt. Dann wären 2014 nur noch 13 verkaufsoffene Sonntage erlaubt, und es stellt sich die Frage, wie man die Interessen der Stadtteile und der City unter einen Hut bekommt.

19:23
Wann hört Heistermann, gemeinsam mit dem Planer Best, endlich auf, den Unsinn eines Home-Parks in Essen zu erzählen. Ikea will seinen unwirtschaftlichen Essener Laden, aber nicht mehr in Essen, als Möbelhaus aufmöbeln. Alles andere ist Unsinn und dieser Wächter einer von sterbender Kaufkraft betroffenen Einzelhandel weiss das auch. Aber die Tradition im Revier lautet ja auch: Wir halten solange an dem längst Überholten fest, ob Kohle, nun Stahl und schon längst Handel.
Aber das man auf dem ThyssenKrupp-Gelände schon längst durch ein gemeinsamen Unternehmen von Metro und ECE( Eigentümerin Limbecker Platz) über ein großes Einkaufszentrum nachdenkt, verschweigt der Lobbyist. Doch hier fordert TK ja eine Verwertbarkeit des Geländes, um u.a. seine Sozialplanung für das Schließen der Industriesparten im Revier zu finanzieren. Dann ist aber noch mehr Kaufkraft weg.
17:26
Ikea möchte solche Artikel nicht anbieten, sondern möchte ein Fachmarktzentrum, das ist so eine Art Einkaufszentrum light, in dem alle Geschäfte von draußen zugänglich sind. Vergleichbar mit Altendorf, Bamlerstr. oder im weitesten Sinne dem Dückerweg an der A40 in Bochum. Und angedockt an IKEA als Herzstück macht ein Elektrofachmarkt da als möglicher Mieter auch Sinn.
Und natürlich ist IKEA erstmal ein großer Laden, verglichen mit anderen IKEAs ist der Essener Standort aber vergleichsweise klein und kann daher nicht das gesamte Sortiment anbieten. Aber zusätzlich zur Eigenvergrößerung will man eben auch das Fachmarktzentrum - und wenn beides nicht möglich ist, schaut man sich woanders um.
15:49
Ikea wollte im Rhamen der Erweiterung Multimedia-Waren anbieten? Ich kann mir das gar nicht vorstellen, da es zu Ikea auch gar nicht passen würde.
12:53
red-fly | #2 Hatte Ihnen ja schon unter dem anderen Artikel geschrieben, dass Ikea eine Genehmigung für die Erweiterung bekommen hätte, wohl nicht für den Bau eines Fachmarktzentrums. Das ist ein Unterschied, wenn man bedenkt, dass ein Elektrofachmarkt und ein Sportgeschäft dort angesiedelt werden sollten. Saturn hat schon viele andere Händler in der Innenstadt klein gekriegt und wer weiß, was Decathlon anrichtet. Also kann Essen sehr gut auf diese Fachmarktzentrum verzichten.
09:46
@ Nr.1
Ikea hatte doch keine Genehmigung erhalten, da man befürchtete, es würde Kaufkraft aus der City abgezogen.
09:09
Mir ist nicht ganz klar, wieso Ikea jetzt noch mehr Fläche braucht.
Der Markt ist doch schon riesengroß. Die Fläche des jetzigen Roller stand auch lange leer und hätte dazu genommen werden können.
Statt dessen wird jetzt ein Riesenaufwand betrieben, um wieder irgendwo eine Grünfläche zuzubauen.