Die Angst vor der Verantwortung

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Was wir bereits wissen
Angesichts der Sturm-Folgen nimmt die Risiko-Phobie im Rathaus langsam groteske Züge an. Leidtragende sind Veranstalter, die viel Arbeit und Geld investieren und keine Genehmigung bekommen.

Essen.. Man denkt, es kann nicht mehr schlimmer kommen mit der Risiko-Phobie im Rathaus, aber dann legen manche Super-Bedenkenträger locker noch ein Schüppchen drauf. Auf Zeche Carl musste jetzt eine Veranstaltung ausfallen, obwohl es weit und breit überhaupt keinen Baum gab, der eventuell hätte umfallen können. Die Fläche, um die es geht, ist nur auf dem Papier als Wald ausgewiesen - zack, ist dennoch der Verbotsfall da.

Realsatire, über die man lachen könnte, wenn nicht hinter all den Absagen viel ehrenamtliche Arbeit, Herzblut und nutzlos ausgegebenes Geld stünde. Sicher, die juristische Logik, die Ordnungsdezernent Christian Kromberg bemüht, mag in sich schlüssig sein, obwohl es vermutlich auch Juristen gibt, die widersprechen würden. Diese ist aber lebensfern, wenn sie stur ohne gesunden Menschenverstand exekutiert wird. Im Grunde steckt hinter der Überbürokratisierung eine große Angst: Wenn doch etwas schief geht, werde ich von Medien geschlachtet und von gnadenlosen Richtern verurteilt.

Niemand kann bestreiten, dass es diese Gefahr gibt. Aber wer ein Amt hat, gar eine Führungsposition bekleidet, der kann sich nicht auf ein Null-Risiko-Denken zurückziehen. Im Gehalt und im Status ist die Verantwortung für unvermeidliche Restrisiken enthalten, sonst könnten wir solche Entscheidungen ja gleich Computern überlassen. Die sind billiger.