Dezernent droht nach Böller-Angriff mit Feuerwehr-Rückzug

Die Essener Feuerwehr im Einsatz.
Die Essener Feuerwehr im Einsatz.
Foto: ANC
Was wir bereits wissen
In der Silvesternacht wurde ein Essener Feuerwehrmann von einer Rakete mitten ins Gesicht getroffen. Er erlitt einen Nasenbeinbruch und ein Knalltrauma. Essens Ordnungsdezernent kündigt nun Konsequenzen an: Im schlimmsten Fall soll sich die Feuerwehr zurück ziehen. „Dann brennt die Bude eben ab“.

Essen.. Zunehmend gefährliche Attacken von Blindgängern in Menschengestalt gegen Feuerwehrleute und Rettungskräfte werden künftig nicht ohne Konsequenzen bleiben: „Notfalls ziehen wir uns zurück“, kündigte Christian Kromberg im Gespräch mit unserer Redaktion an.

Der Ordnungsdezernent nannte die Vorfälle der Silvesternacht, in der Helfer im Einsatz gezielt mit Raketen und Böllern beschossen und beworfen wurden, „empörend“. Er werde kurzfristig das Gespräch mit Feuerwehrchef Ulrich Bogdahn suchen, um das Thema „intensiv anzugehen“. Es müsse nach Lösungen gesucht werden, wie „ein größerer passiver Schutz aussehen muss, damit unseren Leuten nichts passiert.“

Das war leider bereits der Fall: Wie erst am Donnerstag bekannt wurde, ist ein Ehrenamtler der Freiwilligen Feuerwehr Essen in der Nacht zu Neujahr von einer Rakete mitten ins Gesicht getroffen und schwer verletzt worden. Der 40 Jahre alte Mann erlitt einen Bruch des Nasenbeins und ein Knalltrauma. Und das während eines Brandeinsatzes, zu dem er ausgerückt war, um zu helfen.

Essens Feuerwehrchef ist entsetzt, dass "Bürger ihre Retter attackieren"

Wie Feuerwehrsprecher Mike Filzen berichtete, ist es nun mehr als fraglich, ob der Mann seinen ehrenamtlichen Dienst weiterhin ausüben will. Feuerwehrchef Ulrich Bogdahn ist „traurig und gleichzeitig entsetzt darüber, dass Bürger ihre Retter attackieren und dabei billigend in Kauf nehmen, sie zu verletzen“.

Gewalt „Meine Leute sind nicht dazu da, ein zusätzliches Risiko einzugehen“, stellte Kromberg klar. Er werde gegenüber der Feuerwehr erklären, dass sie sich zurückziehen soll, wenn „sie vor Ort das Gefühl haben, dass ihre Gesundheit und das eigene Leben nicht mehr sicher sind.“

Und zwar mit aller Konsequenz: „Dann brennt die Bude eben ab“, so der Ordnungsdezernent. Es könne nicht sein, dass Feuerwehrleute, die ihr Leben oft genug von Berufs wegen für andere aufs Spiel setzen, zusätzlich gefährdet werden. Dem Juristen Kromberg ist dabei durchaus bewusst, dass „wir da auf einem schmalen Grat gehen. Doch wir sind alles andere als hilflos.“