Der Traum von der eigenen Scholle

Kray..  In die bereits dritte Saison startet das grüne Projekt „Meine Ernte“ am Bauernhof Mechtenberg. In diesem Jahr stellt Bauer Hubertus Budde den interessierten Städtern insgesamt 120 Parzellen, die jeweils 45 Quadratmeter groß sind, zur Verfügung. Jeder, der Lust hat, kann das Stückchen Land anmieten, um dort auch ohne große Vorkenntnisse sein eigenes Gemüse anzubauen und natürlich zu ernten.

„Als wir vor drei Jahren damit angefangen haben, einen Teil unseres Ackers an Meine Ernte zu verpachten, haben wir nicht mit einem solchen Andrang gerechnet“, sagt Budde, der vom Erfolg des Projekts überrascht und begeistert ist. Eigenes Gemüse anzubauen, scheint voll im Trend zu liegen. Ob junge Familien mit Kindern, Singles, Senioren, Hobbyköche, Gourmets oder Vegetarier – jeder hat die Möglichkeit, sich seinen grünen Traum einer eigenen Scholle zu verwirklichen.

20 Gemüsesorten

Die Pacht läuft immer über ein Jahr, richtig los geht es aber erst Anfang Mai. Bis dahin hat der Krayer Bauer, dessen Hof im Dreieck Essen-Wattenscheid-Gelsenkirchen zu finden ist, schon den Pferdemist auf dem Feld verteilt und die Gemüsemischung ausgesät. Porree, Weiß- und Rotkohl, Radieschen und verschiedene Pflücksalate, Bohnen, Kürbis, Erbsen, Möhren, Kartoffeln, Zwiebeln, Kohlrabi und Zucchini – knapp 20 Gemüsesorten werden angebaut. „Mit der Menge, die in der gesamten Saison geerntet wird, kann sich eine Familie ein ganzes Jahr lang mit frischem Gemüse versorgen.“

Und zwar mit Bio-Gemüse, denn chemischer Pflanzenschutz oder mineralischer Dünger sind auf dem Mechtenberg verpönt. „Bei uns gibt es nur Natur und Handarbeit“, so Budde, „das macht ja gerade den Charme diese Gemüsegartens zur Miete aus“.

Vom Ackerland lässt Bauer Budde vier bis fünf Quadratmeter frei – dort kann jeder Pächter selbst bestimmen, was gepflanzt wird. Für das urbane Gärtnern interessieren sich die unterschiedlichsten Menschen – manche Parzellen werden von drei Generationen gemeinsam bewirtschaftet. „Das macht einfach auch Spaß zu sehen, wie die Leute darin aufgehen“, sagt Landwirt Budde, der den Laien während der Hochphase mit Rat und Tat zur Seite steht. „Alle zwei Wochen habe ich eine feste Sprechstunde.“ Aber auch sonst ist Budde auf seinem Hof unterwegs und ansprechbar.

Wöchentliche Tipps

Doch auch die Organisation selbst kümmert sich um ihre Hobby-Bauern. Wöchentlich gibt es per Mail Anweisungen, was gerade geerntet werden kann, aber auch, wie man Unkraut erkennt. Die Zeit, die man für sein Gemüse investieren muss, ist im Verhältnis zur Ausbeute eher gering: Mit drei Stunden wöchentlich kommt man ganz gut hin. Doch die meisten kommen viel öfter, genießen besonders an sonnigen Tagen ihr Fleckchen Natur.