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Der nächste Engpass ist schon in Sicht

17.01.2013 | 20:14 Uhr
Der nächste Engpass ist schon in Sicht
Wohl dem, dessen Telefon besetzt ist: Das Maria-Wächtler-Gymnasium hat noch eine Sekretärin, hier mit einer Auszubildenden.Foto: Klaus Micke

Essen.   Morgen endet die Bewerbungsfrist für die Stellen in Schulsekretariaten, die die Stadt ausgeschrieben hat.

Sie sind die Schaltstellen der Schulen – und oftmals unbesetzt. An vielen Bildungseinrichtungen in der Stadt hofft man darauf, dass die personellen Engpässe in ihren Sekretariaten bald ausgeräumt sind. Morgen endet die Bewerbungsfrist für 13 Stellen, die die Verwaltung ausgeschrieben hatte. Dass es für alle betroffenen Schulen ein schnelles Happy End geben wird, ist jedoch unwahrscheinlich. Und die nächsten Versorgungslücken sind nur ein paar Pensionierungen entfernt.

Keine externe Ausschreibungmehr vorgesehen

Zwar sei die interne Ausschreibung auf „großes Interesse“ gestoßen, aus den Reihen der Stadtmitarbeiter werde man den Bedarf aber wohl nicht decken können, heißt es aus der Schulverwaltung. Hinzu kommt: Wer intern wechseln möchte, fehlt anderswo, möglicherweise gar an einer anderen Schule. Denn die Ausschreibungen – sie reichen von Zehn-Stunden-Stellen an kleineren Standorten bis hin zu Vollzeitposten an Gymnasien – bieten für manche Sekretärin eine Aufstiegsmöglichkeit.

Bei der Stadt betont man: „Wir sparen nicht an Sekretariatsstellen.“ Die Posten, für die sich im Rahmen der jetzigen Ausschreibung keine geeigneten Bewerber fanden, sollen deshalb extern vergeben werden. Erneut ausschreiben werde man die Stellen aber nicht, es lägen genug Initiativbewerbungen vor. So oder so: Die Stellen sind formell zwar zum sofortigen Antritt vorgesehen, bis sich für alle ein guter Kandidat findet und – im Fall von Stadtmitarbeitern – ihr Weggang aus der bisherigen Position geklärt ist, wird es eine Weile dauern. „Es kann sein, dass es mit der Wiederbesetzung nicht so schnell geht.“

An den Schulen ist man froh, dass sich Lösungen abzeichnen, mahnt aber Dringlichkeit an. Das Gymnasium Überruhr zum Beispiel, eine große Schule mit Ganztagsbetrieb, ist seit dem 15. November ohne Sekretärin. Die Verwaltung und das Alltagsgeschäft, von Krankmeldungen bis hin zum Papierkram in Sachen Bildungs- und Teilhabepaket, erledigt die Schulleitung mit Unterstützung einer Auszubildenden derzeit selbst. Leiterin Gabriele von Heymann zeigt sich zuversichtlich, dass dieser Zustand bald ein Ende hat.

Auch am Viktoriagymnasium ist man guter Dinge, im Rahmen der nun zu Ende gehenden Ausschreibung schnell versorgt zu werden. „Die Situation ist immer noch völlig unbefriedigend“, sagt Leiter Klaus Wilting. Selbst Ersatz für die zum 1. Dezember in den Ruhestand gegangene Sekretärin gab es nur zeitweise. Vor den Weihnachtsferien war zwei Wochen lang die Sekretärin eines Berufskollegs da, „jetzt sind wir wieder alleine“. Wilting ärgert, dass wegen möglicher interner Versetzungen nun weitere Zeit ins Land gehen könnte. „Die innerstädtischen Wechsel hätte man langfristig klären können.“ Überhaupt sei das Problem aufgeschoben worden. Immer wieder hätten die Schulen in den vergangenen Monaten bei der Stadt vorgesprochen, schließlich waren die Vakanzen absehbar.

„Wie überall in der Verwaltung können frei werdende Stellen nicht sofort wiederbesetzt werden“, heißt es dazu bei den Schulverantwortlichen mit Blick auf die Haushaltslage. Die nächsten Lücken drohen bereits – zum März und April gehen wieder eine Reihe von Schulsekretärinnen in den Ruhestand. Wie viele? „Das lassen wir gerade recherchieren.“

Helen Sibum



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