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Der „Kilifü“ weiß, was gute Kinderbücher sind

16.11.2012 | 00:08 Uhr
Der „Kilifü“ weiß, was gute Kinderbücher sind
Dirk Uhlenbrock (Grafiker), Sandra Rudel (Buchhändlerin) und Thomas Schmitz (Buchhändler) vom Designbüro 1. Liga und Schmitz Junior bringen den ersten Kinderliteraturführer heraus. Foto am Montag, 05. November in Essen. Foto: Svenja Hanusch / WAZ FotoPoolFoto: Svenja Hanusch

Was gute Literatur für den Nachwuchs auszeichnet? „Der Autor muss Kinder und Jugendliche ernst nehmen und seine Geschichte spannend und witzig erzählen, dann funktioniert sie auch“, sagt Buchhändlerin Sandra Rudel. Bedenkt man aber, dass allein im Kinder- und Jugendbereich jährlich 8500 Bücher - durch die Verlage mehr oder minder groß beworben - auf den Markt geworfen werden, wird deutlich, wie schwierig es ist, das passende Buch für den Nachwuchs zu finden.

Und genau hier setzt der Kinderliteraturführer, kurz „Kilifü“, an, den jetzt drei Essener Bürger in einer Auflage von 25 000 Stück herausgebracht haben. Schwache Bücher lässt der Almanach unerwähnt, denn „es geht uns nicht darum, etwas schlecht zu reden, sondern Eltern, Lehrern, Erziehern und Buchhändlern das zu empfehlen, was lesenswert ist“, sagt Thomas Schmitz, der in Werden eine Buchhandlung und darüber hinaus gemeinsam mit dem Grafiker Dirk Uhlenbrock das Designbüro „Ersteliga.de“ betreibt.

Die Idee, Licht in den Kinder- und Jugendbuchdschungel zu bringen, ist nicht neu. „Wir haben seit ein paar Jahren immer mal wieder überlegt, einen Kinderliteraturführer auf den Markt zu bringen“, erklärt der Grafiker Dirk Uhlenbrock. Aufgrund der hohen Kosten nahm das Trio jedoch immer wieder Abstand. „Aber irgendwann hatten wir es dann so weit geplant, dass wir es auch umsetzen wollten“, erklärt Schmitz.

Mit Erfolg. Verlage und Buchhandlungen zeigten nicht nur Interesse, sie orderten auch. Rund 80 Prozent der Auflage hat das Trio bereits vermarktet und damit zumindest die Kosten eingespielt. Wer das Buch kauft? „Kleinere Buchhändler nutzen es zum Beispiel als Werbemittel“, sagt Schmitz, denn die Buchempfehlungen seien gute Einkaufshilfen für Eltern und all jene, die mit Kinder- und Jugendliteratur beruflich zu tun hätten. Ebenso profitieren Verlage, deren Bücher in dem Almanach positiv erwähnt werden und werben mit dem Buch für ihre Ausgaben.

Nach welchen Kriterien das Trio nun die 250 Bücher ausgewählt hat, die im Kinderliteraturführer besprochen werden? „Durch Empfehlungen aus der Branche“, sagt Sandra Rudel. Bücher gab es mit vielversprechenden Klappentexten und Themen, die die Buchhändlerin interessierten. „Wichtig war auch, dass wir für alle Altersgruppen etwas anbieten können“, sagt Uhlenbrock, der als Vater nicht nur gern vorliest, sondern selbst begeistert in Kinderbüchern schmökert.

Von Claudia Pospieszny



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