Der helle Plan muss nur noch einleuchten
02.04.2008 | 19:55 Uhr 2008-04-02T19:55:03+0200KOMMUNE. Baudezernentin wird der Politik vorschlagen, 18 500 alte Pilzlaternen zu erneuern.
Sie sind altersschwach und störanfällig, weder wirtschaftlich noch hell genug und damit Gift für die Sicherheit auf Straßen, Wegen und Plätzen: Bei Lichte besehen gibt es eine Reihe guter Gründe dafür, warum die Stadt den 40 Jahre alten "Pilzlaternen" den Garaus machen möchte. Alle 18 500 dieser betagten Stahlstecken mit grünen Käppchen auf dem konischen Lampenkopf sollen in den kommenden sechs Jahren verschwinden und ähnlich den Gaslaternen durch moderne Standard-Strahlemänner mit mehr Lux-Vermögen ersetzt werden. Es ist ein Unterfangen mit Umfang: Nahezu jede dritte der insgesamt rund 51 000 Essener Straßenlaternen wird erneuert und durch Modelle ersetzt, die weitaus ökonomischer für Helligkeit sorgen können, lautet die Absicht.
4,6 Millionen Euro an Investitionen kostet das Vorhaben, das Baudezernentin Simone Raskob nach NRZ-Informationen am Dienstag erstmals im Verwaltungsvorstand der Stadt vorstellte. Die Zustimmung war - durchaus passend zur Thematik - eine "einhellige", so ist zu hören, zumal die Finanzierung ohne Mehrausgaben durch Verschiebungen im Budget und Einsparungen bei Energie- und Wartungskosten möglich sein soll. Ob das Ganze ein tatsächlich einleuchtender Vorstoß ist, soll die Politik in den kommenden Wochen beurteilen. So ganz die freie Wahl hat sie allerdings nicht: Ersatzteile für die Pilzleuchten gibt es schon nicht mehr.
Wie dem auch sei: In dunkler Vergangenheit hat es jedenfalls schon weitaus zwielichtigere Vorstöße in Sachen Straßenlampen gegeben als den aktuellen. So wurde noch 2006 vorgeschlagen, Laternen auf Straßen und Wegen in nicht bebauten Gebieten während der Nachtzeit auszuknipsen, um Geld zu sparen - allerdings auf Kosten der Sicherheit, meinte die Polizei und die Politik stoppte das Vorhaben glücklicherweise.
Mehr Sicherheit im Straßenverkehr
Dass es nun vielleicht schon bald stufenweise heller werden soll vor allem in den Wohngebieten der Stadt, ist im Umkehrschluss ein Beitrag zur Kriminalitätsvorbeugung und ein Plus an Sicherheit im Straßenverkehr auch für den Nachwuchs, wie Jugenddezernent Peter Renzel meint. Und somit könne der Vorschlag der Kollegin Baudezernentin durchaus als ein leuchtendes Beispiel dafür gelten, wie das Leitziel, eine Großstadt für Kinder sein zu wollen, "in der alltäglichen Arbeit umgesetzt wird".
Darum und viele andere Aspekte ging's auch am Dienstagabend bei "Essen kontrovers" in der Volkshochschule.
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