Der Hallopark ist die größte Wiese der Stadt

Blick auf die größte Wiese in der Stadt.
Blick auf die größte Wiese in der Stadt.
Foto: WAZ FotoPool
Vor mehr als 100 Jahren wurde die Hallopark zwischen Stoppenberg und Schonnebeck als Erholungsstätte errichtet. Mittendrin stand einst der Kaiser-Wilhelm-Turm. Im Krieg schwer beschädigt, wurde er später gesprengt.

Essen.. Wer an Parks in Essen denkt, kommt nicht sofort auf den Hallopark. Dabei ist dieses schöne Stück Grün im Norden, eingeklemmt zwischen Stoppenberg und Schonnebeck, eine der älteren Anlagen in der Stadt. Und steht den bekannteren wie der Gruga oder dem Borbecker Schlosspark in nichts nach.

Weit und jungfräulich präsentiert sich das Kernstück des Halloparks, die große Tummelwiese, an diesem Morgen. Nur ein paar Jogger drehen unter den alten Laubbäumen ihre Runden. Wohin der Blick auch schweift, nichts als Grün. Denn in ihrem Ausmaß von mehr als 33.000 Quadratmetern ist die Wiese die größte zusammenhängende Rasenfläche im gesamten Stadtgebiet.

Frösche am Ufer des Schwarzbachs

Rechts und links führen schmale Wege in kleine, lichtdurchflutete Haine und runter zum Schwarzbach. Dort hat die Trockenheit der vergangenen Wochen ihre Spuren hinterlassen: Der Bach ist nur noch ein Rinnsaal und der dazugehörige Teich nahezu ausgetrocknet. Wie urzeitliche Gewächse ragen hochgewachsene Bäume aus dem dunklen Brackwasser des Tümpels, an dessen Ufer sich Frösche sonnen, die beim Näherkommen erschrocken ins Wasser platschen.

Die Anfänge des Halloparks, der sich auf einer natürlichen Erhebung erstreckt, liegen in der Umgebung des am 10. Juni 1899 eingeweihten Kaiser-Wilhelm-Turmes. Das stattliche frühgotische Bauwerk hatte vier Geschosse und avancierte schnell zum beliebten Ausflugsziel. Drumherum entstand eine Stätte der Erholung mit Spazierwegen und einer Gaststätte mit einem wunderbaren Jugendstilsaal. Das einstige gesellschaftliche Zentrum Stoppenbergs existiert nur noch als leerstehende Bauruine. Auch der Turm ist längst Geschichte. Nach dem Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt, wurde er von Stadtpolitikern Ende der 60er Jahre trotz Bürgerproteste mittels Sprengstoff dem Erdboden gleichgemacht. Eine der vielen „Sündenfälle“ in unserer Stadt.

Blick bis zum Essener Zollverein

Heute hat der Besucher den schönsten Ausblick vom benachbarten Flugfeld. Wo bei gutem Wetter Modellbauer ihre Doppeldecker starten, kann man bis Zollverein schauen. Im Gegensatz zum Hallopark, den der nahegelegene Bergbau verschont hat und dessen Hügel keine aufgeschütteten Halden sind, ist das Flugfeld künstlich angelegt worden: Mit dem Abraum, der beim U-Bahnbau rund um den Hauptbahnhof entstand, wurde die einstige Senke aufgefüllt.

Ein Denkmal aus alter Zeit ist allerdings noch am Südeingang erhalten: der „Stein der Republik“ von 1929. Er zeigt Bildnisse von Matthias Erzberger, Friedrich Ebert und Walther Rathenau, führenden Politikern der Weimarer Republik.

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