Der Essener Handelshof soll weiterhin ein Hotel bleiben

Der Handelshof liegt exponiert am Eingang der Stadt. Mit dem Rückzug von Mövenpick zum Ende des Jahres ist die weitere Zukunft des Hotels ungewiss.
Der Handelshof liegt exponiert am Eingang der Stadt. Mit dem Rückzug von Mövenpick zum Ende des Jahres ist die weitere Zukunft des Hotels ungewiss.
Foto: WAZ FotoPool
Der Eigentümer des Handelshofs führt Verhandlungen mit möglichen neuen Betreibern. Allerdings erschwere die Trinkerszene vor der Haustür die Pächter-Suche.

Essen.. Was folgt auf die Ära Mövenpick im Handelshof? Eine Antwort darauf ist noch nicht gefunden. Fakt ist aber: Der Besitzer der Immobilie, die SFO aus Darmstadt, verhandelt nach eigenen Angaben bereits mit mehreren Hotelbetreibern. Denn auch nach dem Ausstieg der Mövenpick-Kette zum Jahresende soll der Hotelbetrieb in dem traditionsreichen Gebäude am Eingang zur Essener City weitergehen. Das kündigte am Donnerstag der Geschäftsführer der SFO, Matthias Herter gegenüber dieser Zeitung an.

Gleichzeitig machte er aber auch seinem Ärger über die benachbarte Trinkerszene am Willy-Brandt-Platz mit all ihren „geruchlichen“ Auswirkungen Luft. „Die Ansiedlung der Szene dort macht es uns bei der Suche nach einem neuen Pächter nicht gerade leichter“, sagte Herter.

Pachtvertrag mit Mövenpick zum Ende des Jahres gekündigt

Die Botschaft geht vor allem an die Adresse der Stadt und der Politik. Über eine Verlagerung der Szene wird dort schon seit Monaten diskutiert, neuerlich auch über ein Alkoholverbot in Teilen der City. Konkretes getan hat sich bislang aber nichts.

Handelshof Herter bestätigte indes, dass die SFO den Pachtvertrag mit Mövenpick zum Ende des Jahres gekündigt hatte. In den vorangegangenen Verhandlungen konnten sich beide Seiten nicht auf einen neuen Pachtvertrag einigen. Laut Herter wollte Mövenpick keinen Pachtvertrag mehr unterschreiben, sondern einen Managementvertrag. Das hätte aber bedeutet, dass SFO mit dem Hotelbetrieb ins wirtschaftliche Risiko gegangen wäre. „Wir sind eine Immobiliengesellschaft, aber keine Hotelbetreiber“, betonte Herter.

Renovierung des Gebäudes geplant

Beide Seiten bestätigten zudem, dass es in den Verhandlungen auch Diskussionen um notwendige Sanierungs- bzw. Renovierungsarbeiten am Gebäude gab. „Diese Gespräche wurden in einer freundlichen Atmosphäre geführt, es war aber leider nicht möglich, eine Lösung für die Zukunft zu finden, der beide Parteien hätten zustimmen können“, erklärte Ola Ivarsson, der fürs Europa-Geschäft zuständige Manager bei Mövenpick.

Wie stark Mövenpick überhaupt noch an einer Fortführung des Hotelbetriebs in Essen interessiert war, ist offen. Vor einigen Monaten hatte Hoteldirektor Thomas Campe sinngemäß gesagt, dass es das Umfeld vor seiner Haustüre mit der Trinkerszene und das stinkende „Open-Air-Klo“ schwer mache, Zimmerpreise zu verlangen, die für ein Vier-Sterne-Hotel in dieser Lage üblich wären.

Was mit den gekündigten 70 Mövenpick-Mitarbeitern passiert, hängt nach Angaben von Mövenpick nun maßgeblich davon ab, ob SFO einen neuen Betreiber findet. Nach alternativen Jobangeboten im eigenen Haus klang dies am Donnerstag somit nicht.

Nach dem Mövenpick-Rückzug scheint aber ein nahtloser Übergang zu einem neuen Pächter ohnehin unmöglich. Denn vorher stünden erst einmal Sanierungs- bzw. Renovierungsarbeiten an, so SFO.