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Der Campus auf Sendung

07.04.2010 | 12:41 Uhr
Der Campus auf Sendung

Essen. Beim Studentenradio „CampusFM“ geben die Studenten der Uni Duisburg-Essen den Takt an – mit Nachrichten und Musik. Erst im Sommer 2009 haben die rund 40 Radiomacher angefangen, den Sender neu zu erfinden, ohne zu wissen, wie viele Zuhörer ihnen am anderen Ende überhaupt lauschen.

Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Vereins Mathieu Semelka vor dem Studio des Sudenten-Radiosenders. Foto: Remo Bodo Tietz

„Sendung“ steht rot erleuchtet und in fetten Lettern über der Tür. Drinnen sitzt Astrid Menz am Mikro und philosophiert „auf Sendung“ aus ihrem Campus-Alltag an der Universität Duisburg-Essen. Die 28-jährige Germanistik-, Geschichts-, und Politikstudentin ist Programmchefin beim Studentensender „CampusFM“ und Vorsitzende des Trägervereins: „Wir arbeiten hier alle ehrenamtlich. Unser Motto ist ,CampusFM klingt anders’, und das merkt man leider auch manchmal, denn unsere Technik ist nicht gerade auf dem neusten Stand.“ So kann es schon mal vorkommen, dass die Moderatorin einfach verstummt, die Musik abrupt lauter wird oder – wie neulich – jemand aufs falsche Kabel tritt: „Da war nichts mehr zu hören; der Sender war stumm.“

Dass immer alles rund läuft wünscht sich die die junge Programmschefin häufig, aber darum geht’s schließlich nicht in erster Linie: „Wir machen das hier alles nicht hauptberuflich, wir lernen, wie Radio funktioniert. Unsere Zielgruppe sind letztlich die Studenten“, weiß Vize Mathieu Semelka.

Vom Mensa-Menü
zum Bildungsstreik

Programm
Infos für die Ohren

Was gibt’s Neues vom Campus? Was hat die Mensa feines gezaubert? Wo ist abends in Essen oder Duisburg etwas los? Und welches Gebäude wird heute mal wieder aus Protest besetzt? – In der Morgensendung „Aufgeweckt“ bietet das Team von „CampusFM“ montags bis freitags ab neun Uhr alle Infos, die Studenten für den Start in den Uni-Alltag benötigen. Neben allerhand Service hält der Sender natürlich gute Musik zum wach werden parat. Die gibt’s auch bei den „CampusCharts“. Jede Woche spielt der Sender die Lieblingssongs der deutschen Campus-Radio-Hörer. Dazu gibt’s acht Neuvorstellungen. Unter www.campuscharts.de kann jeder über die Ein-, Auf- und Absteiger entscheiden. Sie werden montags ab 19 Uhr gesendet und dienstags um 8.30 Uhr wiederholt. Eine Stunde präsentieren die CampusFM-Moderatoren aktuelle Platzierungen, geben Infos zu den Künstlern und liefern sich charmante Wortgefechte.

Neu ist der Studentensender nicht; es gibt ihn bereits zehn Jahre. Doch mit Menz, Semelka und ihren jungen und dynamischen Kollegen soll aus dem kleinen Studentensender ein echtes Campusradio werden: „Wir greifen hier Themen auf, die es anderswo nicht gibt, die unsere Kommilitonen interessieren, an denen sie mitwirken – eben Themen aus ihrem alltäglichen Uni-Leben“, erzählt die Programmchefin. Das ist mal das Menü in der Mensa, oder ein Interview mit einem Studenten, der im Hochschulsport erfolgreich ist. „Wir be-richten kritisch über den Bildungsstreik und haben schon mal eine Ringvorlesung von Peter Scholl-Latour übertragen“, erinnert sich Semelka, der im neunten Semester Soziologie studiert. Astrid Menz ergänzt: „Bei zwei Dritteln der Beiträge versuchen wir einen Bezug zum Campus herzustellen. Der Rest sind bunte Meldungen und Lokales.“

Erst im Sommer ‘09 haben die rund 40 Radiomacher angefangen, den Sender neu zu erfinden, ohne zu wissen, wie viele Zuhörer ihnen am anderen Ende überhaupt lauschen: „Das ist schwierig zu beziffern. Theoretisch können uns mehr als eine Millionen Menschen in Duisburg und Essen empfangen und natürlich alle, die uns über das Internet einschalten“, verdeutlicht Semelka.

Neben dem „normalen Sendebetrieb bilden wir uns und unsere Moderatoren und Re-dakteure natürlich weiter“, erzählt Menz. Schließlich gilt es bei allem Spaß am Campusradio stetig besser zu werden und neue Themen zu finden. „Für das nächste Jahr haben wir uns schon einige Themenschwerpunkte überlegt, wie unser Uni-ABC, in dem wir zu jedem Buchstaben eine Institution der Uni vorstellen wollen“, berichtet die 28-Jährige. Außerdem ist eine Reihe zum Ehrenamt geplant: „Wir wollen Studenten vorstellen, die sich ehrenamtlich engagieren. Wir machen das ja selbst ehrenamtlich.“ Doch trotz allem Engagement bleibt ein Wunsch an den Rektor: „Es wäre schön, wenn die Arbeit fürs Studium anerkannt werden würde.“

Die Frequenzen: CampusFM ist in Essen auf der Ukw-Frequenz 104.5 Megahertz und in Duisburg auf 105.6 Megahertz zu empfangen. Wer den Studentensender über das Internet hören möchte, findet unter www.campusfm.info das Onlineradio, Infos zum Programm, zum Team hinter den Kulissen, und zum Essener Studio.

Pascal Hesse

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