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NRZ-Bürgerbarometer

"Der Baldeneysee ist eine vollendete Schönheit" in Essen

02.10.2012 | 06:00 Uhr
"Der Baldeneysee ist eine vollendete Schönheit" in Essen
Die meisten Essener wollen rund um den Baldeneysee nur grüne Flächen haben - von Bauland soll weiterhin jegliche Spur fehlen.Foto: Hans Blossey

Essen.   Die Essener sprechen sich im NRZ-Bürgerbarometer gegen eine Wohnbebauung rund um den Baldeneysee und in anderen Grünflächen aus. Essens Stadtdirektor und Planungsdezernent Hans-Jürgen Best jedenfalls wundert das Ergebnis nicht: "Der Baldeneysee ist eine vollendete Schönheit."

Wer immer am Baldeneysee auf Bauland hofft, darf sich keinen Illusionen hingeben: Für die Essener sind der See, die Ufer, das Ruhrtal nahezu sakrosankt. Bei keiner anderen Frage fällt das NRZ-Bürgerbarometer eindeutiger aus. Auf die Frage, ob die Stadt auch Grünflächen und gute Lagen – etwa am Baldeneysee – opfern sollte, um bessere Wohnangebote machen zu können, antworten 74 Prozent mit einem klaren „Nein, auf keinen Fall“, weitere neun Prozent zeigen sich ebenfalls alles andere als begeistert.

Gerade einmal sechs Prozent können sich überhaupt mit einer weiteren Bebauung abfinden, nur drei Prozent antworten mit einem „Ja, auf jeden Fall“. Für Steffen Ehrmann, vom Lehrstuhl für Marketing & Handel der Universität Duisburg-Essen, der für die Umfrage verantwortlich zeichnet, dürfte vor allem der Verweis auf den Baldeneysee für das eindeutige Resultat gesorgt haben.

Frauen stärker gegen Bebauung

Dabei spielt es keine Rolle, ob die 521 befragten Essener Bürger im Norden oder Süden wohnen. Frauen neigen hier eher zu einem deutlichen Nein als Männer. Und während 30- bis 39-Jährige noch am ehesten einem Häuschen oder einer Wohnung mit Seeblick etwas abgewinnen können, sehen die Antworten bei den zehn Jahre älteren Essenern bereits ganz anders aus: Bei den 40- bis 49-Jährigen jedenfalls ist der Widerspruch am größten.

Was das in der Konsequenz für die Stadtplaner heißt? Essens Stadtdirektor und Planungsdezernent Hans-Jürgen Best jedenfalls wundert das Ergebnis nicht: „Der Baldeneysee ist eine vollendete Schönheit und bietet mit den bewaldeten Ruhrhängen, der Villa Hügel und der übrigen spärlichen, aber gewachsenen Bebauung ein ausgewogenes, nahezu perfektes Landschaftsbild. Daran möchte der Essener nichts geändert haben, das sehen wir als Stadtplaner im übrigen ebenfalls so.“ Dass nun auf dem ehemaligen Gelände der Steinwerke 100 Einfamilienhäuser entstehen, damit könne sich der Bürger anfreunden, „weil da vorher Zementtürme standen“.

Aber auch abseits des Sees reagiere der Bürger empfindlich, wenn Grünflächen bebaut werden sollen. Die Grüne Harfe in Werden sei dafür ein gutes Beispiel: „Der Widerstand war hier außergewöhnlich groß. Andererseits wundere ich mich seit 20 Jahren, dass vor den Versammlungen immer wieder einige Leute zu uns kommen, und wissen wollen, wann denn endlich gebaut werde. Ich sage dann immer, ‘prima, stellen sie diese Frage gleich in der Versammlung’. Aber das hat in 20 Jahren noch keiner gemacht.“

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Kommentare
03.10.2012
01:12
Ich kann nur hoffen,
von Muehltal | #2

dass der Baldeney-See so bleibt wie er ist. Bis vor gar nicht so langer Zeit hat mir der Name nichts gesagt, jetzt ist er ein Synonym für ein landschaftliches Juwel und eine Oase der Erholung. Ganz gleich ob zum Spaziereingehen, Skaten, Radfahren oder Joggen.Ich kenne auch andere Seen, wie etwa den Bodensee. Abgesehen davon, dass ein Vergleich schon alleine von den Größenverhältnissen unangebracht ist, muss man doch feststellen, dass man im Gegensatz zu anderen nirgendwo anders so häufig so dicht am Wasser (und den Wasservögeln) ist und derart ungestört vom motorisierten Verkehr (von Haus Scheppen mal abgesehen). Eine Bebauung würde das alles ändern, aus dem See würde nur wieder eine künstliche Verdickung er Ruhr. Die Allgemeinheit wird immer weiter von den Privatgrundstücken vom See zurückgedrängt bis dieser vor Schildern mit der Aufschrift "Privat" verschwindet. Und das wäre so was von schade, dass ich hoffe, das nicht erleben zu müssen.

02.10.2012
13:00
Für die Essener der vollendete See
von BorbeckerBefreiungsFront | #1

Einverstanden, Bebauung am Baldeneysee wird nicht zugelassen. Trotzdem gibt es in Essen kaum freie Fläche für neuen Häuser. Ich schlage vor, wir schauen auf die Karte von Essen und nehmen dann die Stadtteile, die am geringsten verdichtet sind, um neue Flächen auszuweisen.
Das sind dann die Gebiete im Süden der A40 und im Süden der Ruhr.
Ich bin mal gespannt, welche Flächen ausgewiesen werden.

1 Antwort
Verdichtung
von amo17 | #1-1

Im Südviertel, Rüttenscheid, Werden haben wir doch schon eine hohe Verdichtung.
Essen kann aber mit den großen Teil der Brachflächen etwas Positives gestalten.
Nach Jahrzehnten Stillstand tut sich etwas sehr Positives im Univiertel, Kruppviertel, Norbertstraße, Seebogen Kupferdreh, Niederfeldsee.

Aus schlecht genutzten Flächen etwas gestalten, das muss das Ziel sein.

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