Der 12. Tanz um den Maibaum

Essen..  Im sechsten Lebensjahrzehnt ereilt so manchen die Krise: Der alte Schwung ist hin, eine neue Perspektive nicht in Sicht. Dem Stadtverband der Essener Bürger- und Verkehrsvereine ist das nicht widerfahren. Er ist putzmunter und freut sich auf sein 12. Maifest.

Für Angelika Kleine-Möllhoff ist es sogar „Fest für die gesamte Stadt“. Denn auf dem Willy-Brandt-Platz in der City bekommen am Samstag, 9. Mai, alle 26 angeschlossenen Vereine zwischen Karnap und Werden, Frohnhausen, Kettwig und Steele die Gelegenheit, sich und ihren Stadtteil an zentraler Stelle zu präsentieren.

Angelika Kleine-Möllhoff ist inzwischen seit 13 Jahren Vorsitzende des Stadtverbandes. Zuvor hatte die Borbeckerin auf Bitten des damaligen 2. Vorsitzenden Helmut Werner der in Agonie versunkenen Organisation wieder Leben eingehaucht. „Altersbedingt ruhte die Arbeit“, erinnert sie sich. Also feiert der Stadtverband gerade erst sein Silberjubiläum. . .

Vermisst hatten die Bürger- und Verkehrsvereine ihren Dachverband offenbar nicht. „Das Verlangen nach dem Stadtverband war nicht sehr ausgeprägt“, umschreibt es die Vorsitzende sehr freundlich.

Darüber wundert sich Peter-Arndt Wülfing aus Altenessen. Der 61-Jährige leitet seit drei Jahren die Interessengemeinschaft Altenessen. Sie ist inzwischen gemeinsam mit der IG Rüttenscheid das jüngste Mitglied im Stadtverband. „Ich denke, dass viel Potenzial im Stadtverband steckt“, sagt er. Beispielsweise konnten die Bürgervereine nach der Ela-Sturmkatastrophe durch ihren Verband mit stärkerer Stimme sprechen als Solisten. Auch bei der Messeaktion oder der drohenden Schließung der Notfallpraxen erhob der Stadtverband seine Stimme.

Interne Kommunikationsplattform

Vier Mal pro Jahr lädt der Stadtverband zu Mitgliederversammlungen ein, jedesmal in einem anderen Stadtteil.

„Er ist intern eine Kommunikationsplattform für die Vereine. Der Erfahrungsaustausch ist für mich der größte Nutzen des Verbandes, der uns aber auch nach außen hin vertritt, in der Stadt und gegenüber anderen Institutionen“, sagt Peter-Arndt Wülfring. Konsequent, dass er als stellvertretender Vorsitzender auch hier Verantwortung übernimmt. Das Amt teilt er sich mit Günter Kirsten aus Heisingen.

Am zweiten Mai-Samstag soll aber wieder die Freude im Mittelpunkt stehen. Nachdem Oberbürgermeister Reinhard Paß um 12 Uhr das Grußwort gesprochen hat, beginnt das Fest rund um den mit 32 Stadtteilwappen geschmückten Baum.