Den Marktbrunnen gab es schon im 19. Jahrhundert

Der Kettwiger Helmut Wißler ist bei den Vorbereitung auf seinen Einsatz als HVV-Stadtführer auf Informationen zum Kaiser-Wilhelm-Denkmal, dem heutigen Marktbrunnen gestoßen. Bis jetzt war noch ungeklärt, ob und wann der Brunnen in Betrieb war. Wißler: „ Es wird sogar teilweise angenommen, dass die Löwenköpfe niemals Wasser gespien haben, da niemand bereit war, die Kosten für den Unterhalt zu tragen.“

Doch er entdeckte in den Bänden „Kettwig in Geschichte und Sage“, die in der Zeit zwischen 1925 und 1949 bei Flothmann erschienen sind, in Band 6 „heimatliche Erinnerungen des Schriftstellers und Lehrers Erich Bockemühl, der schreibt: „...und an Sonntagen nach dem Gottesdienst konnten wir uns, wenn der Vater mit dem Organisten, dessen Nachspiel er gern lauschte, im Gespräch war, an dem Wasserspiel unter dem Denkmal, das wir Springbrunnen nannten, mehr erfreuen.“

Also - das Brünnlein floss. Erich Bockemühl wurde übrigens 1885 geboren. Als er ein Jahr alt war, kam er mit seinen Eltern nach Kettwig. Sein Vater Otto Bockemühl war Hauptlehrer an der Pierburger Schule. Das Denkmal wurde 1889 errichtet.