Den Bürgern stinkt es
09.09.2008 | 19:27 Uhr 2008-09-09T19:27:35+0200In Kray-Leithe verpesten Evag-Busse die Luft.Anwohner werden seit 19 Jahren abgewimmelt
Wenn die Sache nicht so ernst wäre, man müsste den Anwohnern am Wackenberg in Kray-Leithe ein Kompliment für ihre Hartnäckigkeit machen. Seit 19 Jahren kämpfen sie für die Verlegung der Endhaltestelle der Buslinie 146 weg aus der Wohnstraße Wackenberg.
Da parken Busse mit laufendem Motor, wenn Fahrer Pause machen, manchmal wird bei laufendem Motor repariert. Der Petitionsausschuss des Landtages gibt den Anwohnern voll und ganz recht - Lärm und Dieselabgase stellen "für die unmittelbaren Anwohner eine große Belastung" dar, befand der Ausschuss beim Ortstermin, schaltete Landesregierung, Stadt und Evag ein. Das war 1993. Passiert ist seither nichts, außer, dass sich die Bürger weiter beklagen. Etwa gestern im Beschwerdeausschuss.
Was haben sie nicht alles gemacht, um tuckernde Busse, Abgase und Reparaturen da loszuwerden. Haben beispielsweise alle am 22. Juli 1993 nach Düsseldorf geschrieben, als sie es das erste Mal so richtig leid waren. Die Mitglieder des Petitionsausschusses kamen, hatten auch die Nase voll und erstellten gleich einen Verbesserungsvorschlag, der, so die damalige Landtagspräsidentin, "auch in finanzieller Hinsicht keine größeren Probleme aufwerfen" dürfte. Gleichzeitig entschuldigte sie sich dafür, dass die Beschwerde erst Ende 1993 abschließend bearbeitet wurde. Fast schon Stoff für eine Glosse.
Denn die Düsseldorfer Vorschläge trafen bei der Stadt auf taube Ohren. 2006 entdeckte beispielsweise die zuständige Bezirksvertretung VII ihr grünes Herz - einer Verlegung der Haltestelle müsste Grünfläche geopfert werden. Im selben Jahr stellte die Stadt fest, dass man sich 1999 und 2005 ja bereits eingehend mit der Situation befasst habe und 2006 nun "die Kosten zwischenzeitlich etwas höher ausfallen würden". Ende Mai 2008, es waren jetzt 19 Jahre mit Lärm und Gestank ins Land gegangen, erfuhren die Anwohner von der Stadt, dass ihr Ansinnen einen Kinderspielplatz gefährde und außerdem jetzt rund 30 000 Euro kosten würde. Die Evag wolle dort aber bald modernere Busse einsetzen.
"Ich möchte da nicht wohnen", so Ausschuss-Vorsitzende Gisela Rosarius gestern nach einem Kurzfilm über die Situation. "Schön ist anders." Heinz-Dieter Dreier (SPD): "Die Linie zu verlegen, darf nicht am Geld scheitern." Bis November erwartet der Ausschuss eine ausführliche Stellungsnahme der Stadt.
Die hat da ja viel Erfahrung.
10:20
ja ja, unsere Klimahelden...