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Großfeuer

Gemeinde St. Hubertus ist nach Kirchturm-Brand in Essen auf Spenden angewiesen

05.01.2014 | 19:10 Uhr
Feuerwehrmänner und der stellvertretende Küster Herbert Engel (Mitte) tragen das Kreuz aus der Kirche St. Hubertus.Foto: Caroline Seidel

Essen.   Nach dem Großbrand an der St. Hubertus-Kirche in Essen sprechen alle vom Glück, welches die Gemeinde nichtsdestotrotz hatte. Das große Kreuz auf der Kirchturmspitze leitete die Wucht des Blitz-Einschlags ab. Die Gemeinde ist finanziell mit dem Schaden überfordert - Bürger sind nun zur Hilfe aufgerufen.

„Wir haben Glück gehabt, viel Glück.“ – Wer auch immer am Samstag oder am Sonntag über den Brand des Kirchtums der St. Hubertus-Kirche in Bergerhausen sprach, Bilanz zog über einen der wohl ungewöhnlichsten und spektakulärsten Einsätze der Essener Feuerwehr, bemühte das Glück. Oder er sprach von Gott. War es nicht auch Fügung, dass ausgerechnet das große Kreuz auf der Kirchtumsspitze an dem 100 Jahre alten Gotteshaus diesen verheerenden Blitzeinschlag am Freitagabend abgeleitet hatte, ihm jedenfalls die Kraft genommen hatte, schwereren Schaden anzurichten? Womöglich auch an Leib und Leben?

Pfarrer Olaf Deppe, Pastor Ludger Toups und viele andere aus der Gemeinde sahen das so – und trugen das schwere Kreuz zur Sonntagsmesse in die Kirche, legten es dort vor den Altar: „Das Kreuz hat die Menschen geschützt und da war uns klar, es gehört in die Kirche“, sagte später Pastor Toups.

Gemeinde alleine wäre überfordert

Wenn sich nur alle Dinge so leicht lösen ließen: Nachdem nun fünf Meter an dem mit einst 74 Meter höchsten Essener Kirchtum fehlen, haben die Dachdecker die verkohlten Holzstumpen des Dachstuhls am Samstag weiter zurückgeschnitten und gesichert. Das Loch an der nun stumpfen Spitze allerdings soll zunächst offen bleiben, um das mit Löschwasser getränkte Holz zu trocknen. Wie es nun weitergeht? Die Gemeinde ist mit dem Schaden überfordert. Allein der gigantische Spezialkran aus Düsseldorf, der erst der Feuerwehr entscheidend half, den Schwelbrand hinter den Kupferplatten zu löschen und später die Dachdecker an ihren Arbeitsplatz brachte, dürfte bereits einen größeren Betrag in Anspruch nehmen. Dazu kommen die sicherlich noch deutlich höheren Sanierungskosten für den Dachstuhl. Wobei nur zu hoffen bleibt, dass die Statik der Holzbalken nicht gelitten hat, Sachverständige werden das in den nächsten Tagen prüfen.

In der Sonntagsmesse appellierte Pfarrer Deppe an die Gemeinde und an die Essener Bevölkerung, mit Spenden zu helfen, Turm und Kreuz sollen wieder entstehen . „Wir als Gemeinde St. Hubertus und Raphael werden uns beteiligen und dafür demnächst eine besondere Türkollekte durchführen“, sagte Altfrid Norpoth vom Gemeinderatsvorstand. Auch ein Spendenkonto soll eingerichtet werden. Natürlich sieht sich auch das Bistum in der Pflicht: Generalvikar Klaus Pfeffer hatte bereits bei seinem Besuch am Samstagmorgen am Brandort deutlich gemacht: „Wir werden natürlich helfen, das Bistum Essen hat für solche Schadensfälle eine Rücklage im Haushalt gebildet. Die Gemeinde allein wäre damit überfordert.“ Ob die Turmspitze samt Kreuz jedoch schon zur Feier des 100-jährigen Kirchenjubiläums im Sommer wieder als Landmarke über dem Süden steht, bleibt offen.

Pfarrer dankt Passantin für Notruf

Doch das dürfte im Augenblick die Gemüter weniger berühren. Zu frisch sind noch die Ereignisse der Nacht zum Samstag. „Ich würde gerne der jungen Frau danken“, sagte Pastor Ludger Toups. Die Passantin hatte als erste die Rauchentwicklung in der Turmspitze bemerkt und sofort per Handy die Feuerwehr alarmiert. Gut eine Stunde lang hatte sich da bereits der Schwelbrand unter den Kupferplatten durch das Holz gearbeitet. Denn an den Blitzeinschlag kann sich Pastor Toups, der direkt neben der Kirche im Gemeindehaus wohnt, noch gut erinnern: „Das war so gegen 19.30 Uhr. Ein unglaublich mächtiger Knall.“

Blitzeinschlag in Kirche St. Hubertus

Ein Brand in 74 Metern Höhe, in einem in der Spitze nur über Aluleitern zugänglichen Kirchturm.

Was dann folgte, hat Feuerwehr-Sprecher Mike Filzen „so noch nicht erlebt“ und es dürfte in der nicht gerade ereignisarmen Essener Feuerwehr-Geschichte als „einmalig“ gelten: Um 4.15 Uhr ist das Feuer endlich gelöscht – nach fast neun Stunden. „Als unsere Feuerwehr-Leiter ausgefahren vor dem Turm stand, wusste ich, das wird hier heute eine längere Geschichte“, berichtet Filzen später. Die Feuerwehr-Leiter endet bei 30 Metern. So müssen sich die Trupps, mit Schläuchen und schweren Pulverlöschern bewaffnet, den Weg in den Turm hinauf kämpfen, die letzten Meter durch eine Luke in der Zwischendecke – ein Knochenjob.

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Kommentare
07.01.2014
07:14
Gemeinde St. Hubertus ist nach Kirchturm-Brand in Essen auf Spenden angewiesen
von The_Rebel | #8

Man kann alles versichern, auch Kirchen! Aber das scheint ja geklärt mit dem Bistum.

Warum können diese Menschen und Einrichtungen, wie in anderen...
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Gemeinde St. Hubertus ist nach Kirchturm-Brand in Essen auf Spenden angewiesen
Gemeinde St. Hubertus ist nach Kirchturm-Brand in Essen auf Spenden angewiesen
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http://www.derwesten.de/staedte/essen/dem-kirchturm-die-spitze-zurueckgeben-id8837098.html
2014-01-05 19:10
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