„Deichkind“ rocken den Delta Park in Essen beim MTV Mobile Beats Festival
19.08.2012 | 17:45 Uhr 2012-08-19T17:45:00+0200
Essen. Mehr als 4000 Elektro-Fans kamen am Samstag zum MTV Mobile Beats Festival mit Deichkind am Essener Delta Park. Die Hamburger Ausnahmeformation beweist, dass zwischen elektronischer Musik und Bühnenshow keine Hürde stehen muss. „Krawall und Remmidemmi“.
In der Technoszene gehören Sonnenbrillen ja schon zum Posertum. Dort waren sie aber ein wichtiges Utensil, das dem Träger Durchblick verschaffte, die Sonne strahlte gnadenlos. Was den Technofans auch Anlass gab, ihr zweites wichtige Feier-Accessoire zu präsentieren: viel nackte Haut. 4000 Besucher zog das MTV Mobile Beats Festival in den Essener Delta Park.
Axwell, Moguai und Co. legen schlicht Platten auf, drehen Regler und nicken schon mal zum Takt.Das mag für jemanden, der eher Gitarren lastige Festivals gewöhnt ist, wenig erscheinen, doch dem überwiegend jungen Publikum gefällt es genau so. Es tanzt ausgelassen, hebt die Fäuste in die Höhe und singt zuweilen mit – da sind plötzlich Rock und Elektro gar nicht mehr so weit entfernt. „Ist doch super hier“, ruft etwa Michael, „geile Stimmung!“
Futuristische Kostüme
Und dann ist da noch Deichkind. Die Hamburger Ausnahmeformation beweist, dass zwischen elektronischer Musik und Bühnenshow keine Hürde stehen muss. In ihren futuristischen Kostümen, die aus einer Billigvariante von „Mad Max“ stammen könnten, und mit den berühmten Dreiecksköpfen entern sie die Hauptbühne und sorgen schon mit den ersten Beats für schiere Begeisterung. Während in der ersten Hälfte aktuellere Party-Hits der ironischen Techno-Rapper wie „Bück dich hoch“, oder „Leider geil“dominieren, schillern in der letzten Dreiviertel stunde mit klassischerem Stoff à la „Bon Yoyage“ oder dem von Ferris MC in die Band getragene „Reimmonster“ klar die Hip Hop-Wurzeln der Formation durch.
Mit „Krawall und Remmidemmi“, Hüpfburg auf der Bühne und einem Schlauchboot, das übers Publikum schwebt, unterstreichen die Hamburger im Finale noch mal ihr Status als Partyband Nummer Eins.

10:31
Auf der Second Stage war es zur selben Zeit noch viel schöner: super DJ -Set von Mary Jane Coles, kleine zierliche DJane mit mächtigen Bässen und kreativem Sound; passte perfekt in die anbrechende Dunkelheit und als sie Schluss machen musste, hatte sie ein wunderschönes Set gebaut, das noch ein paar Stunden hätte weitergehen können.
Das ist ja das Schöne, am Ende sieht man was ganz anderes, als was man sich vorgenommen hatte und hat dann noch was Neues entdeckt.
Ein entspanntes Publikum, das sich auf die Musik einließ. Das fiel überhaupt positiv auf, dass sehr wenig von den üblichen Testosteronschwachmaten da waren.Das war ein schönes Festival mit Platz zum Bewegen und ohne das übliche Gedränge.Positiv: die Beschilderung von Ausgängen und Notausgängen draußen war mal gut zu erkennen.
Und dann nach 22:00 Uhr brachte Tocadisco drinnen die Halle zum Glühen, klasse! Da hätte die Belüftung (es war quasi keine vorhanden) aber besser sein können und das sollte verbessert werden.