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"Das werden keine Chaostage"

14.08.2007 | 10:32 Uhr

Polizei stellt sich auf für die größte Veranstaltung der Stadt. 27 mobile Wachen säumen die Loveparade."Die Verkehrsaufklärung beginnt schon an der holländischen Grenze". Schätzung: bis 600 000 Besucher

Seine erste Bewährungsprobe ist gleich eine Mega-Veranstaltung. Doch Fritz Unterberg, neuer oberster Einsatzleiter der Polizei, geht das Thema Loveparade betont gelassen an: "Wir gehen nicht davon aus, dass in Essen die Chaostage ausbrechen werden."

Der Leitende Polizeidirektor Unterberg ist neuer Direktor für den Bereich Gefahrenabwehr und Einsatz. Sein Stab plant seit der Entscheidung des Paraden-Veranstalters Lopavent das Sicherheitskonzept gemeinsam mit Stadt und Veranstalter. Die beiden Top-Themen heißen Verkehr und Sicherheit.

Zur Steuerung des Verkehrs sind für den 25. August die Autobahnpolizeien der weiteren Umgebung der Essener Behörde unterstellt. "Die Verkehrsaufklärung beginnt praktisch an der holländischen Grenze." An den großen Verkehrsknotenpunkten wie dem Kölner Ring oder dem Autobahnkreuz Münster beobachten die Kollegen die Verkehrsströme Richtung Ruhrgebiet und warnen den Essener Führungsstab vor Spitzen. "Irgendwann am Samstag", sagt Unterberg, "werden wir den nördlichen Innenstadtring wohl dicht machen müssen, weil es einfach zu voll wird. Aber wann das sein wird, darüber können wir nicht einmal spekulieren." Die Entscheidung wird die Polizei in Abstimmung mit den städtischen Verkehrsmanagern treffen.

Ungewiss ist die Teilnehmerzahl. Die Polizei rechnet für ihr Sicherheitskonzept mit bis zu 600 000 Besuchern - allerdings nicht alle gleichzeitig. "Es wird ein Kommen und Gehen werden." Unklar ist vor allem, wie viele Menschen aus dem Ruhrgebiet relativ spontan Richtung Parade strömen werden: Den "Neugierfaktor" sieht die Polizei als unbekannte Größe. . Fest steht für Unterberg vorerst nur: "So eine große Veranstaltung haben wir in Essen noch nicht gehabt."

Deshalb will die Polizei, wie Unterberg formuliert, "starke Präsenz in der Fläche" zeigen. An den 27 Sanitätsstationen entlang der Zugstrecke werden ebenso viele mobile Wachen entstehen, so dass Bürger wie Beamte kurze Wege zueinander haben.

Zusätzlich hat die Polizei starke mobile Kräfte rund um die Veranstaltungsstrecke eingeteilt. Angesichts des erwarteten Verkehrsaufkommens bleiben für den Einsatzleiter allerdings Zweifel, wie mobil sie dann trotz eigener Verkehrswege entlang der Strecke sein können - daher die starke Präsenz entlang der Strecke.

In Sachen Sicherheit rechnet die Polizei nach einem intensiven Erfahrungsaustausch mit den Berliner Kollegen mit einer friedlichen Veranstaltung. Er warnt aber: Ein Schwerpunkt des Einsatzes werde die Bekämpfung von Drogenkriminalität sein. Außerdem sind die Polizisten sensibilisiert für Taschendiebe, die sich von Massenveranstaltungen magisch angezogen fühlen, Überfälle und sexuelle Übergriffe. Unterberg: "Damit müssen wir nach den Berliner Erfahrungen rechnen.""Es wird ein Kommen und Gehen werden"

Von Kai Süselbeck

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