Das war das Jahr 2014 in Essen

Foto: Ulrich von Born/ FUNKE Foto Services (Archivbild)
Was wir bereits wissen
Pfingststurm, Bürgerentscheid: In Essen war 2014 viel los. Wir blicken auf die wichtigsten Ereignisse des Jahres zurück.

Essen.. Der Pfingststurm verändert das Stadtbild über Nacht, der Bürgerentscheid verhindert den Messeausbau für 123 Millionen Euro, Karl Lagerfeld kommt ins Museum Folkwang und die SPD-Politikerin Angelika Kordfelder fordert OB Paß heraus. Unser Jahresrückblick für Essen:

Januar 2014 in Essen: Blitz schlägt in Kirchturm ein, Bürgerentscheid zur Messe


3. Januar:
An der Töpferstraße in Bergerhausen schlägt der Blitz in den Kirchturm von St. Hubertus ein. Die Flammen schrumpfen den Turm um fünf Meter. Hubertus ist – nach dem Feuer – rund 62 Meter hoch. Der beschädigte Kirchturm soll wieder errichtet werden. Die Reparatur hat allerdings noch nicht begonnen.

13. Januar: Zollverein-Gastronom Claus Dürscheidt präsentiert neue Pläne: Fünf Millionen Euro werden in die Umwandlung einer Kompressorenhalle auf dem Kokerei-Gelände gesteckt. Entstehen soll eine „Convention-Halle“ für Firmenfeiern, Preisverleihungen, Konzerte. Ende November ist Claus Dürscheidt gestorben. Seine Pläne auf Zollverein leben weiter. Eröffnung der „Convention Hall“ soll Ende 2015 sein.

19. Januar: Mehr als 131 000 Bürger beteiligen sich am Entscheid über den geplanten Messe-Ausbau. Nach Monaten hitziger Debatten, umstrittener Plakate und Diskussionen, entscheidet eine knappe Mehrheit von 50,3 Prozent: Der Messe-Umbau für 123 Millionen Euro soll nicht stattfinden. Nach dem Ergebnis des Bürgerentscheids gegen die geplante Messe-Modernisierung wird bekannt: Die bedeutende Fachmesse „Reifen“ geht nach Köln.

27. Januar: In Holsterhausen starten die Abriss-Arbeiten des Jugendzentrums Papestraße. Ausgerechnet im 50. Geburtstagsjahr des Hauses.

29. Januar: Die Stadt will ein Hilfsprojekt für Alkohol- und Drogensüchtige starten, bei dem Abhängige die City säubern sollen und als Gegenleistung Bier bekommen. Wegen des ungewöhnlichen Ansatzes macht das Projekt weit über Essens Grenzen hinaus Schlagzeilen. Im Oktober startet es dann nach einigen Verzögerungen.

Februar 2014 in Essen: Suche nach Pierre Pahlke, Mord an einer jungen Frau

1. Februar: Seit September 2013 wird Pierre Pahlke aus Kray vermisst. Der geistig behinderte junge Mann ist spurlos verschwunden. Die Polizei verfolgt eine heiße Spur, die ins niederländische Rotlicht-Milieu führen soll. Speziell ausgebildete Spürhunde bringen die Ermittler nach Holland. In Amsterdam verliert sich die Spur, die als „letztes Fünkchen Hoffnung“ galt. Der vermisste Pierre wird später im Lauf des Jahres Thema bei „Aktenzeichen XY“ im ZDF; auch hier bleibt ein nennenswerter Erfolg aus.

3. Februar: Aufregung im Folkwang-Museum. Eine Ausstellung mit Bildern des Künstlers „Baltus“ wird wegen Pädophilie-Verdachts abgesagt – in Essen sollten fragwürdige Polaroids eines Mädchens gezeigt werden. Ende 2013 hatte die Wochenzeitung „Die Zeit“ die geplante Schau kritisiert. Daraufhin hatte das Essener Jugendamt die Bilder als „nicht mehr im Toleranzbereich“ eingestuft.

4. Februar:
Alt-Bischof Hubert Luthe stirbt im Alter von 86 Jahren. Er war von 1992 bis 2002 im Amt.

14. Februar: Im Folkwang-Museum startet eine Ausstellung mit Werken des Modeschöpfers Karl Lagerfeld. Der Meister selbst kommt zur Eröffnung. Valerio Mendolia (13), Schüler aus Rüttenscheid und großer Lagerfeld-Fan, trifft sein Idol. Das Museum und diese Zeitung hatten ein bisschen nachgeholfen, damit das Treffen stattfinden kann. Am Ende sehen die Schau mehr als 80 000 Gäste.

18. Februar: Die Leiche der jungen Mutter Madeleine W. (23) aus Gelsenkirchen wird nach tagelanger Suche unter einer Betondecke in einer Kleingartenanlage an der Levinstraße in Dellwig gefunden. Der Stiefvater, Günther O., und der Halbbruder werden festgenommen. Sie stehen im Verdacht Madeleine vergewaltigt, gefesselt, geknebelt und dann in die Grube im Kleingarten geworfen zu haben. Die Ermittlungen ergeben: Die junge Frau hatte zuvor ihren Stiefvater wegen sexuellen Missbrauchs angezeigt. Er zeugte ein Kind mit ihr. Am 13. August startet der Prozess gegen den Stiefvater, der 2015 fortgeführt wird.

März 2014 in Essen: Golf von Straßenbahnen zerquetscht, erste Sofort-Entschärfung

4. März: In Frohnhausen hat eine 33-Jährige unglaubliches Glück: Ihr VW Golf wird an der Kreuzung Frohnhauser-/Martin-Luther-Straße von zwei Straßenbahnen regelrecht zerquetscht – nur nicht der Bereich rund um den Fahrersitz. Außer einem Schock und leichten Verletzungen übersteht sie den Unfall.

5. März: An der A 40 werden die acht Starenkästen an der Stadtgrenze Gelsenkirchen abmontiert. Dies ist das Ende eines langen Streits zwischen Land und Stadt. Die Stadt wehrte sich – denn die Blitzer bringen jährlich 800 000 Euro in die Kasse.

23. März: Grausames Drama: In Stadtwald brennt ein Fachwerkhaus bis auf die Grundmauern nieder. Bewohner Heinrich N. (74) kann sich vor den Flammen nicht retten und verbrennt vor den Augen der Feuerwehrmänner am Dachfenster.

25. März: Ikea will umziehen. Das Einrichtungshaus ist schon lange unzufrieden mit seinem Standort an der Altendorfer Straße. An der Bottroper Straße wird Ikea in spätestens drei Jahren ein neues Haus errichten, vergrößert sich von derzeit 13 000 Quadratmetern Verkaufsfläche auf 23 000.

27. März:
In Holsterhausen, an einer Baustelle neben den Justizgebäuden, wird eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. Ein neuer Erlass der Bezirksregierung zwingt die Verantwortlichen dazu, die Bombe zu bergen und dafür das Umfeld zu evakuieren. Der Fund in Holsterhausen legt Teile der Stadt lahm.

April und Mai 2014 in Essen: Randale beim Niederrheinpokal, Sicherheitsdienst für Intensivtäter (14)

8. April: Niederrheinpokal-Halbfinale an der Hafenstraße. Der RWE tritt gegen den MSV Duisburg an, das Stadion ist erstmals ausverkauft. Duisburg gewinnt im Elfmeterschießen. Doch in Erinnerung bleiben vor allem unschöne Bilder von Hooligans beider Vereine, die eine Spielunterbrechung provozieren. Die Polizei rückt in großer Stärke aufs Spielfeld, eine halbe Stunde lang geht gar nichts. Leuchtmunition fliegt. Der RWE muss später 3000 Strafe zahlen, der MSV 5000 Euro.

18. April: Der Landesbetrieb „Straßen NRW“ sperrt kurz vor Ostern bis Mai die A40 in Richtung Bochum. In Höhe der Ausfahrt Frillendorf wird im Erdreich ein hohler Bergbau-Stollen entdeckt, der verfüllt werden muss.

Mai 2014 in Essen:

6. Mai: Gute Nachrichten aus dem „Haus der Geschichte“: Das Stadtarchiv in der alten Luisenschule, dem chronisch Personal fehlt, kann endlich die Dauerausstellung über die Geschichte der Stadt der Öffentlichkeit präsentieren. Von Juni an ist die Schau immer donnerstags ohne Führung und Anmeldung zu sehen.


12. Mai:
Der drei Wochen alte Säugling Leon wird von seinem Vater (26) in Altenessen totgeschlagen. Der Säugling habe den Mann beim Computerspielen gestört. Der Prozess beginnt im Oktober. Es kommt heraus: Schon 2009 war er zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden, weil er dem fünf Wochen alten Sohn seiner damaligen Freundin den Arm gebrochen hatte. Das Gericht verurteilt den Hauptschüler zu lebenslanger Haft.

16. Mai: Die Stadt gerät in die Kritik, als bekannt wird, dass sie wochenlang einen 14-jährigen Straftäter rund um die Uhr von einem privaten Sicherheitsdienst bewachen lässt. Kosten: 1500 Euro am Tag. „Oleg“, wie er genannt wird, gilt als besonders brutal. Knapp zwei Wochen später gibt die Stadt die teure Betreuung auf und überlässt „Oleg“ der Polizei.

25. Mai: Kommunal- und Europawahlen an einem Tag. Bei der Kommunalwahl verlieren alle etablierten Parteien. Die SPD holt 34, die CDU 31,5 Prozent, die Grünen 11,2, die FDP rutscht ab auf 3,3 Prozent. Die AfD holt aus dem Stand 3,8 Prozent. Eine Mehrheitsbildung im Rathaus wird schwierig – SPD und CDU besiegeln später eine „Große Koalition“. Piraten und die Spaßpartei „Partei“ bilden eine gemeinsame Fraktion: „Die Parteipiraten“.

30. Mai: Die Versuche der Stadt, ins Glasfasernetzgeschäft einzusteigen, enden kläglich nach fünf Jahren. Das Projekt „Essen.net“ wird auf Eis gelegt. Verlust für die städtische Holding EVV: sechs Millionen Euro.

Juni 2014 in Essen: Pfingststurm, WAZ pflanzt Bäume

9. Juni: Das Ereignis des Jahres in Essen: Am Pfingstmontag richtet Sturmtief „Ela“ stadtweite Verwüstungen an. Bürger stehen fassungslos vor hausgroßen Wurzeltellern jahrzehntealter Bäume, die aus dem Boden gerissen worden sind. Ganze Wohnviertel sind unpassierbar, weil umgestürzte Bäume Straßen versperren. Zahllose Dächer sind beschädigt, Parks verwüstet, Wälder auch; so der Schellenberger Wald. Feuerwehren aus ganz NRW helfen in den nächsten Tagen mit, die Straßen freizubekommen, auf „Facebook“ schließen sich Bürger zur Hilfsgruppe „Essen packt an!“ zusammen. Knapp eine Woche lang bleiben Schulen und Kitas geschlossen, erst im August werden manche Schulhöfe wieder freigegeben, die ersten Waldwege im Dezember. Vorläufige Schadensbilanz zwei Wochen nach dem Sturm: 63,3 Millionen Euro.

22. Juni: Ende einer Ära: Der Vorsitzende der Kleingärtner, Heinz Schuster (80) tritt nach 25 Jahren ab. Schuster sorgte immer wieder für Diskussionen – unter anderem mit dem Aufbau einer rustikalen „Wetterschutzhütte“ am Baldeneysee, der mit niemandem abgesprochen war. Die Hütte ist inzwischen nicht mehr da. Schusters Nachfolger ist Holger Lemke (60).

24. Juni: Essen scheitert im Finale des europäischen Wettbewerbs „Grüne Hauptstadt“.

25. Juni: Nach dem Pfingststurm startet die Redaktion die Aktion „WAZ pflanzt Bäume“. In wenigen Monaten kommen revierweit 200 000 Euro zusammen. Von dem Geld werden neue Bäume gepflanzt. Essen erhält rund 45 000 Euro.

Juli 2014 in Essen: 50 Jahre Grugabad, Nahost-Demos

7. Juli: Das Grugabad feiert Geburtstag, wird 50 Jahre. Die Feierlichkeiten werden wegen der Sturmfolgen abgesagt. Die WAZ fragt Leser nach ihren Erinnerungen. Und erhält viele Geschichten und Anekdoten.

18. Juli: Britta Altenkamp will Nachfolgerin von SPD-Chef Dieter Hilser werden. Noch bevor sie im September gewählt wird, geht sie in die Vollen: Oberbürgermeister Paß sei der falsche Mann im Amt. Paß kontert, diese Kritik sei „ehrverletzend“, und stellt wiederum die Frage, ob sie die Richtige für den Parteivorsitz sei. Das Votum für Altenkamp im September fällt entsprechend kritisch aus: 73,2 Prozent der Genossen stimmen für sie.

18. Juli: Am Willy-Brandt-Platz geraten pro- und anti-israelische Demonstranten aneinander. Es kommt zu antisemitischen Rufen, die bundesweit Thema werden. Der Zentralrat der Juden zeigt sich schockiert.

30. Juli: Die Stadt richtet drei Notunterkünfte für Asylbewerber ein: u.a. im „Opti“-Gewerbepark an der Altendorfer Straße. Später, im September, wird beschlossen: das ehemalige „Kutel“-Gebäude an der Hammer Straße in Fischlaken soll landesweite Zentraleinrichtung für Flüchtlinge werden. Hier sollen ab Herbst 2015 rund 500 Menschen in Containern unterkommen. Das erspart der Stadt den millionenschweren Neubau mehrerer Flüchtlingsheime in der Stadt. Die Notunterkünfte geraten in die Kritik, als bekannt wird, dass es in einem Heim, das der Essener Betreiber „European Homecare“ in Burbach unterhält, zu Misshandlungen von Flüchtlingen gekommen sein soll.

31. Juli: Die CDU legt sich fest: Ins Rennen um das Amt des Oberbürgermeisters – gewählt wird im September 2015 – geht Thomas Kufen, der bisherige Fraktionschef.

August und September 2014 in Essen: EBE-Skandal, Gewalt im Amateur-Fußball

20. August: Die Müllabfuhr (EBE) kommt nicht zur Ruhe. Nachdem im Vorjahr EBE-Chef Klaus Kunze abgetreten war, beklagt jetzt der Betriebsrat „Spionage-Methoden“ bei der Aufarbeitung der hauseigenen Skandale. Der neue Vorwurf: Private Ermittler horchten Mitarbeiter aus. Dann, wenige Tage später, wird bekannt: Betriebsratschef Thomas Altenbeck verlässt die EBE; die Ermittlungen hatten aufgedeckt, dass seine Personalakte nachträgliche „geschönt“ worden sein soll.

28. August:
RWE verkauft seine Zentrale am Opernplatz. Das erst 1997 bezogene Haus wird von RWE-Personalchef Uwe Tigges als „grundsätzlich ungeeignet für eine moderne Konzernverwaltung“ bezeichnet. Im Oktober wird der Verkauf der Immobilie an einen US-Fonds offiziell. RWE ist ab sofort Mieter.

September 2014 in Essen

11.September: Knapp acht Monate nach dem gescheiterten Bürgerbegehren beschließt der Messe-Aufsichtsrat neue, abgespeckte Umbau-Pläne. Die jetzt angedachte Modernisierung soll nur 88,6 Millionen Euro kosten, nicht mehr 123 Millionen Euro.

12. September: Ende der Freibadsaison. Die Stadt stellt einen historisch schlechten Wert bei den Besucherzahlen fest. Gerade einmal 145 061 Gäste kamen. Im Jahr davor waren es noch rund 270 000 Besucher gewesen. Der Pfingst-Sturm „Ela“ ist daran nicht ganz unschuldig – denn mehrere Freibäder blieben zeitweilig geschlossen.

14. September: Else Beitz stirbt mit 94 Jahren, rund ein Jahr nach dem Tod ihres Mannes.

15. September: Der Amateurfußball in Essen macht hässliche Schlagzeilen durch Gewalttaten. In der Kreisliga C tritt ein 21-Jähriger einem Gegner mehrfach ins Gesicht, nachdem dieser schon am Boden liegt. Der 21-Jährige wird für seine Tat lebenslang gesperrt. Im November wird bei einem Amateurkick in Dellwig ein Schiedsrichter brutal zusammengeschlagen – doppelter Kieferbruch.

26. September: In Haarzopf weiht die Stadt ihre neue „Grundschule Haarzopf“ ein. Für sie wurden zwei alte Schulen aufgegeben. Erstmals nach Jahrzehnten hat die Stadt einen kompletten Schulneubau errichtet – diesmal sogar mit integrierter Kita. Kosten: rund zehn Millionen Euro.

Oktober und November 2014 in Essen: Aus für Overbeck, Debatte um vollverschleierte Muslima

3. Oktober: Das Café Overbeck muss nach 82 Jahren Kaffeehausbetrieb Insolvenz anmelden. Zunehmende Konkurrenz im Umfeld, heißt es bei den Betreibern, machten die Lage immer schwieriger. Die Immobilie an der Kettwiger Straße 15, auf die der Denkmalschutz ein Auge geworfen hat, gilt als stark sanierungsbedürftig. Am 27. Dezember wird bei Overbeck letztmals Kaffee verkauft. Das Haus übernimmt der Essener Juwelier Andreas Mauer, der mit seinem Geschäft vom Willy-Brandt-Platz in das Overbeck-Haus umziehen möchte.

6. Oktober: Der Ärztliche Direktor des Uni-Klinikums, Eckhard Nagel, kündigt seinen Rückzug an. Aus „persönlichen Gründen“, wechselt er im September 2015 nach Bayern.

19. Oktober:
Nach fast vier Jahrzehnten bekommt Essen eine neue Straßenbahnstrecke: Die 109 rollt jetzt über den neuen Berthold-Beitz-Boulevard. Zeitgleich gehen neue Tram-Modelle an den Start – sie heißen „NF 2“, wobei „NF“ für „niederflurig“ steht, das heißt: Die Waggons haben keine Treppen.

November 2014 in Essen:

7. November: Paukenschlag im Bistum – der Bischofsvikar Hans-Werner Thönnes erklärt seinen Rücktritt, um sich fortan „seelsorgerischen Aufgaben“ zu widmen. Von „persönlichen Gründen“ ist die Rede. Es heißt: Ihm habe der Rückhalt von Bischof Overbeck gefehlt.


10. November:
Schlechte Nachricht aus Borbeck: Die Großbäckerei Lieken will ihr Werk schließen. Betroffen sind 185 Mitarbeiter.

11. November: Im Essener Westen kommt eine islamische Mutter stets vollverschleiert in die Kita, um ihr Kind abzuholen. Der Träger der Kita, die Evangelische Kirche, beschließt: Eltern müssen sich beim Abholen des Kindes grundsätzlich zu erkennen geben. Der Kita-Fall zieht weite Kreise: Die Leiterin der Bodelschwingh-Grundschule in Altendorf berichtet, dass sie Müttern das Tragen von Vollverschleierung auf dem Schulgelände verbietet. Die Berichterstattung löst heftige Diskussionen aus.

14. November: Angelika Kordfelder wirft ihren Hut in den Ring als OB-Kandidatin für die SPD und tritt parteiintern gegen Reinhard Paß an. Kordfelder ist gebürtige Essenerin und amtierende Bürgermeisterin in Rheine. Ein Mitgliederentscheid in der SPD wird die Kandidatenfrage klären. Bis zum 26. Januar können alle SPD-Mitglieder in Essen per Briefwahl abstimmen.

29. November: In der Innenstadt feiert die Kreuzeskirche Wiederauferstehung – das evangelische Gotteshaus ist jetzt auch ein Veranstaltungszentrum. Unperfekthaus-Gründer Reinhard Wiesemann und das Land NRW zahlen die Sanierung.

Dezember 2014 in Essen: Kastanienhöfe, Ende des Bades im Südpark


1. Dezember:
Essen darf sich künftig nicht „City Of Design“ nennen. Den Titel vergibt die Unesco. Es siegen Bilbao, Helsinki und Turin. Die Essener Bewerbung hatten die Folkwang-Uni, Zollverein und die Wirtschaftsförderung vorangetrieben.

10. Dezember: Neben der neu eröffneten Kreuzeskirche legt die Wohnungsbaugesellschaft Allbau den Grundstein für die „Kastanienhöfe“. Hier entsteht die neue Allbau-Zentrale, Wohnungen plus Büros plus Kindertagesstätte plus Studentenwohnheime. Investition: 53 Millionen Euro.

19. Dezember: In Kray schließt das Bad am Südpark für immer. Beschlossen wurde das 2008. Als Ersatz soll künftig das Schwimmzentrum Oststadt dienen – bloß: Das macht später wieder auf als geplant (Februar 2015 statt Herbst 2014)