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Marihuana

"Das sind keine weichen Drogen mehr"

29.03.2009 | 20:22 Uhr

Essen. Polizei und Zoll entdecken immer mehr hochprofessionelle Hanfplantagen, in denen Marihuana mit immer höherem Wirkstoffgrad von mehr als 20 Prozent angebaut wird, zuletzt im November in Katernberg.

Beide Behörden bewerten deshalb die „weiche Droge” Marihuana neu. Dieter Stahlke, Leiter des Essener Drogenkommissariates: "das sind keine weichen Drogen mehr."

Leistungsfähige Heizung, Beleuchtung, Belüftung und Bewässerung sowie spezielle Züchtungen haben den Wirkstoffgehalt von Marihuana in den letzten 15 Jahren mehr als verdreifacht. In der Plantage im ehemaligen Olsberg-Gebäude an der Emscherstraße, in der die Drogenfahnder im November rund 70 Kilo Marihuana mit hohem Wirkstoffghalt sicherstellten, hatten die Plantagenbetreiber Profi-Technik der Pflanzenzucht aufgebaut. Mit vier Lastwagen holte das Technische Hilfswerk damals 400 Strahler, 150 Ventilatoren und 18 Großlüfter aus den Hallen. Mit solchem Aufwand lässt sich der Anteil des Wirkstoffs THC auf bis zu 20 Prozent steigern.

Es geht sogar noch stärker. Das Essener Zollfahndungsamt hatte schon im Juni 2007 Alarm geschlagen, als es gemeinsam mit der niederländischen Polizei in der Provinz Limburg eine Indoor-Plantage in einer umgebauten Garage entdeckt hatte. Die Fahnder fanden „genmanipulierte Cannabispflanzen, die einen Wirtkstoffgehalt an THC von bis zu 40 Prozent erreichen können”, sagte Ulrich Schulze, Sprecher des Zollfahndungsamtes. Sein Hannoveraner Kollege Axel Harries warnte schon vor zwei Jahren: Mit dem THC-Gehalt erhöhe sich auch die Gefahr der Abhängigkeit. „Die Bezeichnung ,weiche Droge' verharmlost in diesen Fällen die möglichen dramatischen Folgen.”

Drogenfahnder Stahlke verweist zudem auf eine Nebenfolge. Nach seiner Einschätzung werden bei der illegalen Zucht hemmungslos Pestizide eingesetzt. Das werde gerade in einer Studie untersucht. Die Essener Zollfahnder warnen seit Jahren vor der hohen Pestizidbelastung in Schmuggelzigaretten aus China.

Die illegalen Zwischenhändler wollen den maximalen Profit. Also werden die Drogen gestreckt. Mischen mit Vogelsand etwa macht die harzigen Blüten doppelt so schwer. Das geht ins Geld bei einem Grammpreis im Straßenverkauf von zehn Euro. Auch mit getrocknetem Grünzeug verschneiden die Dealer Marihuana. Stahlke berichtet von „größerer Mengen getrockneten Spinats - es muss ja ein bißchen grün aussehen.” Ein Streckmittel, das in Berlin schon eingesetzt wird, bleibt den Essener Konsumenten bisher erspart: Brennesseln.

Kai Süselbeck

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Kommentare
03.04.2009
14:50
Das sind keine weichen Drogen mehr
von mao | #18

#16
Gut auf den Punkt gepracht, nur dass ein Liter Bier schon für 60ct beim Diskounter zu haben ist.
Nicht zu vergessen muss auch der Tabakkonsum durch den Status Raucherklub geretttet werden.

31.03.2009
16:57
Das sind keine weichen Drogen mehr
von jo | #17

Etwas weiter unten auf der Seite wird einem alles klar:

Essener Kneipe punktet mit 90-Cent-Bier
Unter dem Topic
Wirtschaftskrise
wird Suchtpotential groß gefeiert.

31.03.2009
15:40
Blockierter Kommentar.
von carolin.voss | #16

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

31.03.2009
15:39
Das sind keine weichen Drogen mehr
von martin2323 | #15

Einem Bauer vorzuwerfen, dass er zu gute Früchte produzieren würde, ist Beschämend.

Weiterhin ist die unterteilung in weiche und harte Drogen eine aus dem 80er Jahren des letzten Jahrtausends. In dem modernen Verständnis wird von problematischen oder unproblematischen Drogenkonsummustern (!) geredet.

Es ist ja wohl für jeden ersichtlich, dass Bong rauchen vor dem Aufstehen nicht sinnvoll ist. Ein guter Joint ist - genau wie ein Gläschen Wein - mal an einem Abend nicht schlecht!

30.03.2009
23:42
Das sind keine weichen Drogen mehr
von Altenessener | #14

@derkauz: Das hat mit Stadtteile verkommen nun wirklich gar nix zu tun - ob das nun in Katernberg oder Werden ist/war spielt keine Rolle. Eine Halle oder sonstige zur Vermietung freie Gebäude zu mieten ist nun mal nichts Illegales und was da im Gebäude geschieht, was in Lastern an Geräten reingefahren wird usw. merkt nunmal niemand. Oder weißt du bei jeder Halle/Firma usw. in deinem Stadtteil, was die da genau machen? Es ist im Normalfall weder die Aufgabe der Stadt noch irgendeiner Behörde/Institution privat angemietete Grundstücke zu besuchen um zu schauen, was der Besitzer/Mieter denn da so treibt. Ergo kann man da Autoteile lakieren, Drogen anbauen oder Filme drehen - außen sieht es immer gleich aus.

Die restlichen Beiträge sind keiner Kommentierung wert, da die Verfasser sowieso schon ihre Unbelehrbarkeit bewiesen haben.

30.03.2009
21:45
Das sind keine weichen Drogen mehr
von rupie | #13

zu #10:
Im Gegensatz zu Ihnen scheinbar bin ich schonmal mit offenen Augen auf die Straße getreten. Ich hab den ganzen Mist mitgemacht, gesehen und hab meine Schlüsse daraus gezogen. Im Gegensatz zu vielen anderen. Was aus dauerdichten Jugendlichen wird, kann jeder einschätzen, der schon Freunde, Verwandte, Kinder langsam hat geistig zusammenfallen sehen. Aber das verstehen sie wohl erst, wenn ihr eigenes Kind davon betroffen wäre. So lange könnt ihr ja eure eigene Propaganda fahren, ich bleibe skeptisch. Ich hab nicht unbedingt was gegen den kontrollierten Konsum, aber hört endlich auf, die Gefahren zu verharmlosen.

30.03.2009
18:01
Das sind keine weichen Drogen mehr
von Heuchelei allerorten | #12

Es geht mA gar nicht so sehr um den Vergleich von Gefahrenpotentaialen zB zwischen Alkohol und THC.
Denn würde diese Diskussion ehrlich geführt, es wäre uns allen wohl klar, wo Alk zu platzieren sei.
Es geht vielmehr um die Frage, wohin mit den Milliarden Verlusten einer Lobby-Pharma-Industrie.
Wäre Hanf wie zu früheren Zeiten eine Kultur- und Heilpflanze, würden all die tollen chemiebasierten (und zigfach überteuerten) Kopfschmerz, Entkrampfungs und apetitanregenden Mittelchen wohl in den Regalen verschimmeln.

30.03.2009
16:37
Das sind keine weichen Drogen mehr
von ralle aus E. | #11

Die dauernde Verblödung beginnt schon damit, unsere älteste Kulturpflanze HANF ständig Cannabis oder Marihuana zu nennen, als wäre das etwas Exotisches und bestimmt schon dadurch natürlich schwer gefährlich. HANF wird seit ca 4000 Jahren genutzt und angebaut, und keineswegs nur zur Fasergewinnung, sondern immer schon auch, um das Blütenharz als Medizin oder zur Berauschung zu nutzen. Eine Hanfsorte, die 40% THC enthält, wäre schon ein ziemliches Wunder der Natur oder der Gentechnologie, und die gewünschte Rauschwirkung wird nicht unmassgeblich von den sehr vielen Begleitalkaloiden mitbestimmt, die das Harz enthält. Gerechnet pro Konsument, sind die bekannten und gern verdrängten Folgen unser erlaubten Alltagsdrogen Tabak und Alkohol bekanntermaßen um einiges gravierender, zumindest, was die Zahl der Toten und schwer geschädigten an Leib und Seele angeht. Hatten wir nicht gerade mal wieder ein paar Tote nicht durch Dauerkonsum von Alkohol, was ja zu den gesellschaftlichen Standardritualen gehört, sondern durch einmaligen übermäßigen Genuß, nämlich Komasaufen ?! Panscherei gibt es wohl immer wieder z.B. auch im Weinbau, wird aber durch die widersinnige Kriminalisierung natürlich ungemein gefördert, da es keine Kontrolle gibt.
Wir fallen,was Hanf angeht, letztlich immer noch auf eine unglaublich geschickte und erfolgreiche Kampagne der US-Baumwollindustrie anfang des letzten Jahrhunderts herein, die sich ihre Märkte durch Verleumdung des Konkurrenzprodukts Hanf zu sichern versuchte,-und bis heute damit Erfolg hat.
Therapeutisch hat sich gezeigt, dass die Verabreichung des Gesamtextrakts aus dem Blütenharz der Gabe des davon abgeleiteten synthetisch hergestellten THC in Wirkung auf den Allgemeinzustand, Appetit etc. und auch der Verträglichkeit deutlich überlegen ist, was die Pharmaindustrie nicht allzusehr erfreut (Solche Versuche und Erfindungen gabs schonmal : Mohn, >Opium,>Morphium >Heroin; mit immer hochreineren Substanzen sollte die Gefahr verringert werden, das Gegenteil trat ein ...)
Eigentlich aber kann aber doch ein Wirkstoffgehalt von 20% nicht schlecht sein, wenn beimRauchen dadurch weniger Krebs erzeugende Rauchteerpartikel aufgenommen werden müssen. Naja, ich finde die ganze Diskussion um Hanf ,wie sie hier und im allgemeinen geführt wird, banal, weil meistens auf Vorurteilen und Meinungen statt auf Fakten basierend. Bei einer Legalisierung von Genuß und Anbau könnte man wie sonst auch üblich, Qualitätsstandards und -kontrollen einführen, die mafiösen Strukturen sinnlos machen und, was auch in Bezug auf unsere Alltagsdrogen fehlt, ein bisschen WAHRHEITSgemäße Aufklärung von Jugendlichen würde Exzesse nicht verhindern, aber doch helfen ...

30.03.2009
14:23
Das sind keine weichen Drogen mehr
von Hans Sendt | #10

Seit über 30 Jahren sollen wir so in Angst und Panik versetzt werden. Früher hies es Cannabis würde mit Opium gestreckt um die Konsumenten süchtig zu machen...
Bei wirklich genmanipulierten Pflanzen muss erst langwierig die Gefährlichkeit bewiesen werden, bei Cannabis muss die ABSOLUTE Harmlosigkeit bewiesen werden-das ist Menschenverachtend !
Es spielt doch keine Rolle wie stark Drogen beim Hersteller sind, wichtig ist die Frage wie stark sind die Drogen wenn sie beim Konsumenten ankommen. Frisch produziertes Heroin hat 60-90% Reinheit, beim Junkie auf der Strasse kommt nur ein Bruchteil an !!!
Die ganze Hetzkampagne seit Mitte der 90 ger fiel
damit zusammen dass die Pharmaindustrie das
Milliarden Dollar Potential von Cannabis entdeckte,
die Mafia immer mehr Umsatz verlor weil immer mehr Konsumenten selber anbauten und tausende
Therapeuten durch die Methadon Substitution
vor der Arbeitslosigkeit standen, da haben sie
Cannabis als Menschheitsfeind neu erfunden und sich die Arbeitsplätze gesichert...

Im übrigen, Millionen Menschen konsumieren seit Jahrzehnten Cannabis - wo bitte ist das Heer von
depravierten Psychotikern, gibt es Cannabis Tote ?
Also selber nachdenken, zur Not gibt es Google !

30.03.2009
14:04
Das sind keine weichen Drogen mehr
von derkauz | #9

Wie kann es eigentlich sein das solch eine Große Plantage nicht auffällt?
Achja ich hatte vergessen das die Stadt Essen ja Stadtteile verrotten lässt, Altenessen, Karnap, Altendorf. Welche wohl als nächstes Folgen?
Holsterhausen, Frohnhausen.

Mein Gott, ändert das Stadtbild, hört auf die Bürger.
Saniert die vernachlässigten Ecken in Essen.

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