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Das Pfingst-Open-Air im Essener Löwental steht auf der Kippe

08.11.2012 | 09:00 Uhr
Das Pfingst-Open-Air 2012 in Essen-Werden.Foto: Sebastian Konopka / WAZ Foto Pool

Essen.   Dem Festival im Essener Löwental fehlen für kommendes Jahr noch 61.000 Euro. Die Stadt will die Organisation abgeben. Nun müssen Sponsoren gefunden werden, für das Festival, das seit 1980 eine feste Größe im Veranstaltungskalender ist. Bereits 2011 war das Open-Air wegen der nach dem Loveparade-Unglück gestiegenen Sicherheitsanforderungen ausgefallen.

Das beliebte Pfingst-Open-Air im Werdener Löwental in Essen steht mehr denn je vor einer ungewissen Zukunft. Das Jugendamt sieht sich nicht länger in der Lage, das Festival zu organisieren. Schlimmer noch: Laut Kalkulation für das kommende Jahr fehlen 61.000 Euro.

Seit 1980 ist das das Pfingst-Open-Air eine feste Größe im jährlichen Veranstaltungskalender. Weil die Behörden als Konsequenz aus der Loveparade-Katastrophe von 2010 die Anforderungen an Sicherheit und Logistik erheblich erhöhten, musste das Festival 2011 ausfallen. Nur mit deutlich höherem finanziellen Aufwand konnte es in diesem Jahr über die Bühne gehen. Die Kosten lagen bei rund 158.000 Euro. Zum Vergleich: 86.000 Euro waren es im Jahr 2010.

Festival unter anderen Rahmenbedingungen

20.000 Besucher pilgerten wieder ins Löwental. Ob dem Veranstalter ein solcher Kraftakt auch ein weiteres Mal gelingt, steht in den Sternen. Organisator Gerd Dubiel vom Jugendamt sieht gar die Gefahr, dass das Open-Air komplett von der Bildfläche verschwinden könnte. Der Kulturausschuss gab zwar seiner Hoffnung Ausdruck, dass das Konzert auch 2013 stattfinden wird, dann unter anderen Rahmenbedingungen.

Die Entscheidung bleibt dem Jugendhilfeausschuss und schließlich dem Rat überlassen. Die Organisation soll demnach federführend der Rockförderverein Essen übernehmen. In den vergangenen Jahren trug der Verein etwa ein Drittel der Kosten. Aus steuerlichen Gründen wird er dazu nicht mehr in der Lage sein, so Gerd Dubiel. 27.000 Euro hat der Förderverein in Aussicht gestellt. Weitere Sponsoren müssten also erst noch gefunden werden.

Pfingst-Open-Air Werden 2010

Zu den Wurzel zurückkehren

Für die SPD-Fraktion regte Janine Laupenmühlen im Kulturausschuss an, das Festival möge doch zu seinen Wurzeln zurückkehren: „Die Anfänge waren Klein-Klein, vielleicht kann man da wieder hinkommen.“ Der Zuschauerzuspruch ließe sich durch die Auswahl der Bands schließlich steuern, so Laupenmühlen. Auch kämen so wieder mehr lokale Bands zum Zuge.

Der Massenandrang der vergangenen Jahre geht einher mit gestiegenen Sicherheitsanforderungen. So gesehen, könnte das Pfingst- Open-Air ein Opfer des eigenen Erfolges werden.

 

Marcus Schymiczek


Kommentare
13.11.2012
13:48
Das Pfingst-Open-Air im Essener Löwental steht auf der Kippe
von Michael-Neuhaus | #8

Keinewegs haben sich die Anforderungen an die Sicherheit nach der Loveparade erhöht. Hier irrt der Autor. Der Erlass des Innenminister vom 11.08.2010 besagt lediglich, dass die Behörden bei der Genehmigung von Großveranstaltungen besser zusammenarbeiten sollen und die Sicherheit der Teilnehmer und Zuschauer höchste Priorität hat.

08.11.2012
14:43
Das Pfingst-Open-Air im Essener Löwental steht auf der Kippe
von michelino | #7

Gema und Lopa schaffen unserere Brauchtümer und Feste ab. Darauf können wir uns verlassen... leider!

08.11.2012
13:04
Das Pfingst-Open-Air im Essener Löwental steht auf der Kippe
von Pase_Lacki | #6

Im Ruhgebiet werden Millionen für die sog. "Hochkultur" zum Fenster rausgeschmissen (siehe Bochum, Duisburg), aber für Jugendliche oder junge Erwachsene sind noch nicht einmal 160.000 € übrig. Erbärmlich.

08.11.2012
13:01
Das Pfingst-Open-Air im Essener Löwental steht auf der Kippe
von SurferWAZ | #5

Nach der schlimmen Katastrophe auf der Loveparade in Duisburg, die vielleicht durch die Großmannsucht Einzelner entstanden ist, hat jeder Sachbearbeiter einer Kommune Angst Genehmigungen für jede Art von öffentlichen Veranstaltungen auszustellen. Er hält sich streng an die vom Land aufgestellten Sicherheitsvorkehrungen um nicht später vor dem Richter zu landen.
Bei jeder Ansammlung von Personen kann es zu Unfällen kommen. Dies ist nun mal so.
Die Sicherheitsauflagen führen aber nun dazu, dass selbst kleinste Veranstaltungen von Vereinen, Kindergärten, Nachbarschaften die jahrelange Tradition haben, nun nicht mehr stattfinden können. Die Veranstalter sind, wie man auch hier sieht, überfordert und können den personellen und finanziellen Aufwand nicht mehr leisten. Selbst die beliebten kleinen Straßenfeste mit Nachbarn fallen aus oder finden nun in Lokalen statt.
Schade, es geht viel Kultur und Zusammenhang verloren. Irgendwie hat man das "Kind mit dem Bade ausgeschüttet".

08.11.2012
12:30
Das Pfingst-Open-Air im Essener Löwental steht auf der Kippe
von wiebeler | #4

Na die Verwaltungen haben doch eben erst gelernt, das Mist auch bestraft werden kann.
Bei Veranstaltungen passiert eigentlich schon recht viel, aber oft gibt es ein öffentliches Interesse dieses nicht breit zu treten.
Das war 1 nach dem Geschehen bei der Lovep. nicht mehr möglich und 2 war es ein privater Veranstalter. Wäre es hier einer der üblichen "Veranstalter" gewesen, hätte man sich auch deutlich mehr mühe gegeben den Zwischenfall klein zu reden.

08.11.2012
12:27
Das Pfingst-Open-Air im Essener Löwental steht auf der Kippe
von Lokalbeobachter | #3

@Kett-Wiger

Was hast du nicht verstanden? Die Verwaltung (Essen) ist doch selbst Veranstalter des Festivals *grins*. Die Sicherheitsauflagen für Festivals sind landesweit und viele Veranstalter haben mit der Umsetzung, gerade finanzierungstechnisch zu kämpfen. Oder meinst du mit Verwaltung die Landesregierung NRW. Das wäre nämlich der richtige Adressat!

08.11.2012
11:30
158.000 Euro
von Nitram65 | #2

...warum nicht 10 € Eintritt nehmen, ist fürn Festival nicht zu viel und die Kohle ist bei 20 000 Besuchern im Sack...

08.11.2012
10:15
Das Pfingst-Open-Air im Essener Löwental steht auf der Kippe
von Kett-Wiger | #1

Wann kapiert die sture Verwaltung eigentlich mal, daß man mit Überreaktionen bei den Sicherheitsbestimmungen viele Sachen kaputt macht! Martinszüge sind kaum durchzuführen wegen der Kosten für Sicherheitsdienste, Karnevanlsumzüge selbst von Kindergärten sind nicht mehr finanzierbar wegen der Zusatzkosten.
Und nun das doch auch touristisch sehr wichtige Pfingst-Open-Air! Die 20.000 die da kommen, kommen gerne! Die lassen Geld hier und teilweise bleibt auch einiges in Werden hängen an Geld. Da die Wirtschaft und der Einzelhandel doch immer stöhnt wegen Umsatzeinbrüchen etc. sind solche Veranstaltungen unheimlich wichtig!
Also Stadtverwaltung Essen oder wer auch immer diese dämlichen Verschärfungen der Sicherheitsauflagen verordnet hat, kommt runter von eurem hohen Ross und wieder zurück zu realistischen Vorgaben!
Über Jahre hinweg, wenn nicht sogar Jahrzehnte sind Karnevalsumzüge, Schützenumzüge, Martinszüge etc. organisiert und durchgeführt worden.
...

1 Antwort
Das Pfingst-Open-Air im Essener Löwental steht auf der Kippe
von Kett-Wiger | #1-1

Und wieviele Tote und Verletzte gab es über die Jahrzehnte hinweg?
Wahrscheinlich wenige als es in Duisburg zur Loveparade gab. Und die gab es nur weil ein paar Verantwortliche keinen ***** in der Hose zeigten und einmal "NEIN" sagten.

Leiden müßen nun alle darunter, besonders die die überhaupt nix mit der LP in Duisburg zu tun hatten!!

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