Das Panini-Album nur für Essen ist das 24. von „Juststickit“

Zwei Hamburger in Essen: Alexander Böker (links) und Oliver Wurm von „Juststickit“ vor der Skyline, der sie eine Doppelseite im Panini-Album „Essen sammelt Essen“ gewidmet haben. Foto: Knut Vahlensieck / Funke Foto Services
Zwei Hamburger in Essen: Alexander Böker (links) und Oliver Wurm von „Juststickit“ vor der Skyline, der sie eine Doppelseite im Panini-Album „Essen sammelt Essen“ gewidmet haben. Foto: Knut Vahlensieck / Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Alexander Böker und Oliver Wurm („Juststickit“) haben das Panini-Städtealbum erfunden und „Essen sammelt Essen“ mit der WAZ erarbeitet. Ein Gespräch über Klebebilder, Heimatliebe und (weniger) erfolgreiche Hefte.

Essen.. Ohne zwei Wahl-Hamburger – einer kam im Sauerland, der andere im Rheinland zur Welt –, könnten die Essener von heute an nicht Bilder ihrer Heimat sammeln, tauschen und kleben: Oliver Wurm (45, der Sauerländer) und Alexander Böker (42) haben die Motive und Texte des neuen Panini-Albums „Essen sammelt Essen“ nicht nur gemeinsam mit unserer Lokalredaktion ausgewählt beziehungsweise geschrieben. Ihr Büro „Juststickit“ hat von Panini für Deutschland die exklusive Lizenz zum „Städtesammeln“: Die beiden Journalisten haben das Panini-Regionalalbum erfunden und sind so Partner jener Kultfirma geworden, die von Modena aus seit 1961 die Sammelleidenschaft der Fußballfans weltweit entfacht.

Am Anfang der Erfolgsgeschichte stand 2009 ein Anruf bei Altkanzler Helmut Schmidt.

Mit der WAZ habt ihr 2014 „Revier sammelt Revier“ herausgebracht, „Essen sammelt Essen“ ist euer 24. Heft. Wie seid ihr auf die Idee zum Panini-Städtealbum gekommen?

Oliver Wurm: Wir wollten 2009 auf unser Hamburger Medienbüro aufmerksam machen. Als Fußballfans sind wir da auf das Format Sammelalbum gekommen. Dann haben wir einfach Panini angesprochen.

Alexander Böker: Als wir dem damaligen Panini-Chef unsere Idee für ein Hamburg-Heft erklärten, hat er skeptisch gefragt: „Wer sammelt schon Sticker vom Hamburger Michel und von Helmut Schmidt?“

Warum seid ihr trotzdem ins Geschäft gekommen?

Wurm: (lacht) Anfangs, weil wir ja das Risiko hatten – und 50 000 Alben und 2,5 Millionen Sticker kaufen mussten. Das sind die Mindestbestellmengen bei Panini.

Böker: Und weil Helmut Schmidt mitgemacht hat. Ihn haben wir 2009 zuerst gefragt. Als sein Büro uns die Erlaubnis zum Schmidt-Sticker gab, war das der Durchbruch.

Warum druckt ihr die Alben nicht bei einem anderen Anbieter?

Wurm: Es ist unser Anspruch, das Original zu haben, das jeder kennt.

Böker: Außerdem gibt es weltweit nur wenige Maschinen, die garantieren, dass in eine Tüte nicht zwei Sticker mit dem selben Motiv kommen. Dieses Monstrum in Modena ist so groß wie eine Turnhalle.

Panini-Album Und es druckt wirklich jeden Sticker einer Edition gleich oft?

Böker: Ganz sicher! Wir wollten den Sticker unseres Medienbüros im Hamburger Album verknappen, um ihn begehrt zu machen – das haben die aber nicht mitgemacht.

Parallel zu „Essen sammelt Essen“ habt ihr an „Ostfriesland sammelt Ostfriesland“ gearbeitet. Welche Alben sind die erfolgreichsten?

Wurm: Die über Städte, die wir „Bürgerstädte“ nennen.

Böker: Dort sind die Menschen stolz auf ihre Stadt und eng vernetzt. Für sie ist ein Panini-Alben ihrer Heimat etwas Besonderes.

Wurm: „Kassel sammelt Kassel“ etwa war im Verhältnis erfolgreicher als das Berliner oder Frankfurter Album. Viele Menschen ziehen für einen Job nach Frankfurt. Sie identifizieren sich weniger als Einheimische mit der Stadt.

Habt ihr während der Arbeit für das Essen-Album auch was gelernt?

Wurm: Als ich die RWE-Seiten gemacht habe, ist mir klar geworden, wie viele große Fußballer Essen hervorgebracht hat: nicht nur Lippens und Hrubesch, sondern auch Özil und Rehhagel, Bierhoff und Lehmann.

Was hat Lehmann denn zum Foto aus seiner Jugend gesagt?

Wurm: Er war total begeistert, weil auf dem Stickerbild ein Klassenkamerad zu sehen ist, der ihm bei den Hausaufgaben geholfen hat.

Panini-Album Habt ihr einen Lieblingssticker?

Böker: Mich begeistern alte Fotos. Nummer 275 – die Tanzeinlage leicht bekleideter Tänzerinnen zur Eröffnung des Ruhrschnellwegtunnels – ist mein Lieblingsbild. Da gehst du auf Zeitreise.

Was ist denn nun das Erfolgsgeheimnis eurer Panini-Alben?

Böker: Heimatliebe und Generationenaustausch. Ich klebe mit meinen Kindern am Esstisch. Dabei haben sie viel über Hamburg gelernt.

Sammelalbum Wurm: Wir haben mal einen Großvater und seinen Enkel getroffen. Die haben begeistert gemeinsam gesammelt – und nach zwei Wochen noch ihren Sohn beziehungsweise Vater infiziert. Darum geht’s: Kleben, sammeln, tauschen – und spielerisch die Heimat entdecken.

Hier gibt's Panini-Stickerboxen zum Vorzugspreis für Abonnenten

Das Panini-Album "Essen sammelt Essen" ist seit dem 23. April 2015 im Zeitschriftenhandel, an Büdchen, Tankstellen und im Supermarkt für 1,50 Euro erhältlich. Ein Tütchen mit fünf Klebebildern gibt’s für 50 Cent, eine Stickerbox mit 50 Tütchen für 25 Euro. WAZ- und NRZ-Abonnenten zahlen im Internet unter www.waz.de/leserladen (Direktlink zu Album & Stickerbox / zur Stickerbox) und in unseren Essener Leserläden für eine Box 19 statt 25 Euro.

Leserläden gibt’s in der Essener Stadtmitte (Kornmarkt 4, Mo.- Fr. 10 - 18 Uhr, Sa. 10 - 14 Uhr), in Essen-Borbeck (Vinckestraße 2, Mo. - Fr. 9 - 17 Uhr) und in Essen-Werden (Grafenstraße 41, Mo. - Fr. 9 - 13 Uhr und 13.30 - 17 Uhr). Die ÖÖffnungszeiten der Leserläden: