„Das ist nicht der große Wurf“

Das Areal des Autokinos wäre nach den Vorstellungen von SPD und CDU eine geeignete Fläche zur Ansiedlung von Gewerbebetrieben. Nur befindet sich das Gelände in Privatbesitz.
Das Areal des Autokinos wäre nach den Vorstellungen von SPD und CDU eine geeignete Fläche zur Ansiedlung von Gewerbebetrieben. Nur befindet sich das Gelände in Privatbesitz.
Foto: www.blossey.eu
Was wir bereits wissen
SPD und CDU legen ihre Vorschläge für potenzielle Wohnungsbau- und Gewerbeflächen vor und sagen: Mehr ist vor Ort nicht vermittelbar. Essens Wirtschaftsförderer Dietmar Düdden ist enttäuscht.

Essen..  Als die Planungspolitiker des Stadtrates im Jahr 2007 über den Regionalen Flächennutzungsplan berieten, setzten sie bei den potenziellen Gewerbeflächen sprichwörtlich die Axt an. Von den Vorschlägen der Verwaltung blieben nicht einmal ein paar Späne übrig. „Diesmal stehen wir nicht mit leeren Händen da“, sagt der Vorsitzende des Planungsausschusses, Thomas Rotter (SPD), und verweist auf jene Liste, auf die sich Sozialdemokraten und Christdemokraten nach einer Tingeltour durch die Stadtbezirke verständigt haben (siehe Info-Kästen). Nur: Zufriedenstellen wird diese Hand voll Essens Wirtschaftsförderer nicht.

Auf der Liste mit möglichen Flächen für Wohnungsbau und Gewerbe findet sich kein Heuweg, kein Teelbruch und auch keine Freifläche entlang der A 52 in Haarzopf. Alles, was die Planungsverwaltung einmal mehr vornehmlich im Essener Süden für geeignet befunden hat, um Betriebe anzusiedeln, wurde zum wiederholten Male gekippt. Die Vorschläge der Verwaltung seien vor Ort nicht vermittelbar gewesen, sagt Thomas Rotter. Niemand sei bereit gewesen, davon „nur einen Zoll breit preiszugeben“, sekundiert Uwe Kutzner, planungspolitischer Sprecher der CDU. Über die Alternativ-Vorschläge, welche die beiden Mehrheitsfraktionen jüngst in die politische Diskussion einspeisten, sagt Kutzner, sie seien „nicht der Riesenwurf“, ohne dabei allzu kleinlaut zu klingen.

Tatsächlich listen SPD und CDU wenig Überraschendes auf. Da wäre zum Beispiel der Flughafen Essen/Mülheim, das Autokino in Bergeborbeck und das wilde Gewerbegebiet an der Ripshorster Straße in Dellwig. Nichts, was Dietmar Düdden und sein Team bei der Essener Wirtschaftsförderungsgesellschaft potenziellen Investoren auf die Schnelle als Filetstück schmackhaft machen könnte. Um im Bild zu bleiben: Es handelt sich nicht um Minuten-Steaks, sondern um zähe Kost. Zum Verzehr geeignet in Jahren.

Auf dem Flughafen Essen/Mülheim zum Beispiel dürfte die letzte Maschine erst 2034 landen; so lange ist der Status des Landeplatzes rechtlich gesichert. Das Autokino ist in Privatbesitz und der Automarkt wirft offensichtlich so viel gutes Geld ab, dass Kaufinteressenten für das Gelände wohl ein stattliches Sümmchen hinblättern müssten. Immerhin: Die Kohlereservefläche der RAG am Stadthafen könnte in absehbarer Zeit doch als Gewerbefläche entwickelt werden (siehe Text unten). Die EWG hat sie längst auf der Rechnung. Alles andere seien „Einzellagen, die uns im Grunde nicht richtig weiterhelfen“, bedauert EWG-Chef Düdden, der auf Vorschläge gesetzt hatte, die sich kurzfristig realisieren ließen. Dem hält Rotter entgegen, er hätte gerne gewusst „für wen und wann“. Offensichtlich hakt es da an der Kommunikation. Ende August soll der Planungsausschuss über die Vorschläge befinden.