„Das isst der Pott“ in Essen: Vegetarischer Hackfleischtopf

"Das isst der Pott" in Essen: Hackfleischtopf vegetarisch

Für die 2. Essener Folge "Das isst der Pott" haben wir Leserin Almuth Schierwater in Schönebeck besucht.
Di, 05.05.2015, 03.45 Uhr

Für die 2. Essener Folge "Das isst der Pott" haben wir Leserin Almuth Schierwater in Schönebeck besucht.

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Was wir bereits wissen
Almuth Schierwater ist 1992 nach Essen gezogen. In Schönebeck hat sie für uns russischen Hackfleischtopf vegetarisch gekocht.

Essen.. Als Almuth Schierwater vor gut zwanzig Jahren vom Dorf Fuhrberg bei Hannover zum Lehramtsstudium ins Ruhrgebiet zog, sparten ihre Freundinnen nicht mit Sticheleien. Einige lachten sie sogar aus. „Essen war damals ja auch ziemlich grau“, sagt die 44-Jährige, „aber in der Zwischenzeit hat sich hier viel verbessert.“

In der Neubausiedlung Herbrüggenhof in Schönebeck ist die Gymnasiallehrerin für Deutsch und Kunst mit ihrem Mann Klaus und den Kindern Peer (11) und Mena (8) längst heimisch geworden. „In unserer Nachbarschaft kennt jeder jeden“, lächelt sie. Fast ist es Landleben mitten in der Großstadt. Das Kochen erlernte sie sehr früh von ihrer Mutter. „Sie hat meine Schwester und mich viel ‘rumfrickeln lassen.“ Und den Töchtern einen kostbaren Rat gegeben: nämlich keine Lebensmittel in die Mülltonne zuwerfen. Eine Tugend, die die durch Hunger und Knappheit traumatisierte Kriegsgeneration tief verinnerlicht hat.

Vorliebe für saisonales Gemüse und Obst

Auch ihre Vorliebe für saisonales Gemüse und Obst kommt nicht von ungefähr. „Unser Garten war ein Traum“, schwärmt sie. „Kartoffeln, Erbsen und Karotten gab’s frisch auf den Tisch, ebenso Äpfel, Birnen, Erdbeeren und Quitten.“ An der Koch-Leidenschaft hat sich im Laufe der Zeit nichts geändert, wohl aber an der Einstellung zu Fleisch. „Als ich nach Essen zog, bin ich Vegetarierin geworden.“ Nicht, weil sie die Welt verbessern wollte oder sich über einen Fleischskandal ärgerte, nein, es war der Anblick der toten Kreatur. Der geliebte Dackel war gestorben. „Als ich unseren Pontus sah, ist mir der Appetit auf Fleisch vergangen.“

Mit dem „Russischen Hackfleischeintopf“ verbindet sie nostalgische Erinnerungen an die wohlbehütete Kindheit im dörflichen Idyll. „Früher habe ich mich wahnsinnig gefreut, wenn ich aus der Schule kam und meine Mutter dieses Gericht gekocht hatte.“ Die oft benutzte Original-Rezeptkarte besitzt sie übrigens immer noch.

Ehemann und Tochter stehen auch gern am Herd

Wenn sich ihre eigene Familie im schmucken Schönebecker Reihenhaus zum Mittagessen versammelt, steht das Leibgericht aus Kindheitstagen immer häufiger auf dem Tisch – jetzt allerdings mit veganem Hackfleisch. „Der Clou dieses Eintopfs ist der Senf, ich nehme mittelscharfen französischen.“

Das isst der Pott Wenn Almuth Schierwater genug Zeit hat, kocht sie gerne aufwändig – mit Vor- und Nachspeisen und für eine große, gesellige Runde. Ihr Mann Klaus steht ebenfalls gerne am Herd und Tochter Mena schickt sich an, es Mutter und Großmutter gleich zu tun. „Ich bin in der Koch-AG“, sagt die Schülerin der Eichendorffschule.

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