Das isst der Pott in Essen-Rüttenscheid: Endivien-Einpott

Gemütlich, ja urig hat Renate Hannwacker ihre Küche eingerichtet. Gerne spielt sie mit Ruhrpott-Klischees. Der Endivienpott gelingt ihr im Handumdrehen.
Gemütlich, ja urig hat Renate Hannwacker ihre Küche eingerichtet. Gerne spielt sie mit Ruhrpott-Klischees. Der Endivienpott gelingt ihr im Handumdrehen.
Foto: FUNKE Foto Services

Das isst der Pott Essen - Folge 8

In der achten Folge unserer Serie "Das isst der Pott" haben wir unsere Leserin Renate Hannwacker besucht.
Di, 16.06.2015, 04.00 Uhr

In der achten Folge unserer Serie "Das isst der Pott" haben wir unsere Leserin Renate Hannwacker besucht.

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Was wir bereits wissen
Renate Hannwacker (75) verneigt sich mit dem „Endivienpott“ vor ihrer Großmutter. Sie liebt gesundes und leckeres Essen und schätzt gescheite Sprüche.

Essen.. Sich gesund und möglichst genussvoll ernähren und obendrein großen Spaß zu haben am Kochen – das sind zwei wichtige Zutaten in Renate Hannwackers Leben. Als gelernte Fleischerfachverkäuferin besitzt die sympathische Rüttenscheiderin seit jeher beides: einen geschulten Blick und ein geschicktes Händchen für Gebrühtes und Gebratenes, für Hausgemachtes und Hochwertiges, für Frisches und Feines.

Die gemütliche, geräumige und geschmackvoll eingerichtete Wohnküche ist Renate Hannwackers Reich. Als sie den gewürfelten Schinkenspeck im kleinen Töpfchen, einem Erbstück, auslässt und die mehligen Kartoffeln in wenigen kräftigen Handgriffen zu einer geschmeidigen Masse stampft, treten kleine Perlen auf ihre Stirn. „Dass man beim Kochen schwitzt, ist nicht schlimm, es gehört dazu“, lächelt sie. Und fügt hinzu, dass sie ein leidenschaftlicher „Sprüchemensch“ sei. Schmackhafte Kostproben gibt’s in der Küche reichlich. „Schenkt das Leben dir eine Zitrone, dann mach Sirup daraus“, steht aufmunternd auf einer Tafel. Und gleich neben dem Herd etwas zum Schmunzeln: „Wer Brot und Wein und Schinken hat, der wird noch alle Tage satt.“

Fleisch, Wurst und Schinken vom Metzger oder der Fleischtheke

Das isst der Pott (8) Ganz Kind der traumatisierten Weltkriegsgeneration käme die 75-Jährige niemals auf die Idee, Lebensmittel achtlos in den Abfalleimer zu befördern. Und gutes Fleisch, herzhafte Wurst und den feinen Tiroler Schinken besorgt sie selbstverständlich beim Metzger ihres Vertrauens oder an einer guten Fleischtheke. Geprägt wurde die Hobbyköchin von ihrem Vater Josef, der zum Geschäftsführer eines Hotels aufgestiegen und leidenschaftlicher Gastronom war. „Mädchen, bleib’ am Herd stehen, wenn du kochst“ – das war einer seiner typischen Ratschläge.

Es gibt Gitarrenspieler, Naturtalente, die keine einzige Note kennen und den Saiten auf Anhieb ein stimmiges Stückchen entlocken. Genauso kocht Renate Hannwacker: Der herzhafte und fein abgeschmeckte Endivienpott gelingt ihr mit schlafwandlerischer Sicherheit. Ein sehr regionales Gericht, mit dem sie sich tief vor „Ömmaken Sophie“ verneigt. „Sie hat dieses Gericht oft für uns gekocht, vom Bauer direkt um die Ecke kamen die Kartoffeln, das Gemüse und der Salat“, erzählt Renate Hannwacker. „Bis heute koche ich unser Leibgericht immer noch nach.“ Auch die Frauen ihres Stammtisches, der sich „Die lustigen Möhrchen“ nennt, lieben Sophies Klassiker.

So macht man den Endivien-Einpott – Zutaten und Rezept

Zutaten:

Für das Stampf: 800 g mehlige Kartoffeln, ⅛ Liter Milch, 2 EL Sahne, Stich Butter, Muskatnuss.
1 großer Kopf Endiviensalat
200 g durchwachsener Speck
1 mittlere Zwiebel
1 Ring Grützwurst (ca. 800 g)
Marinade: 1 gekochte und gequetschte Kartoffel, 6 EL Rapsöl, 6 EL Essig, Saft einer ½ Zitrone, Salz, Pfeffer, 1 TL Senf, 1 ½ EL Zucker, Zwiebel, 1 kl. Tasse glatte gehackte Petersilie.

Und so geht’s:

Endiviensalat waschen und in feine Streifen schnibbeln. Zutaten für die Marinade miteinander vermengen, eventuell etwas Mineralwasser geben.

Geschälte Kartoffeln in wenig Salzwasser ca. 25 Minuten garen, nach etwa 15 Minuten gut ein Drittel vom angemachten Endiviensalat dazugeben und mitgaren. Danach etwas Wasser abgießen, den Pott auf die heiße Platte zurückstellen. Milch, Sahne, Stich Butter etwas heiß werden lassen und zugeben, stampfen und mit Muskatnuss und Essig abschmecken.

Während der Kochzeit etwas Speck und Zwiebeln auslassen, die Grützwurst braten. Den Endivieneinpott auf Tellern servieren, mit einem Löffel fächern und mit restlichem Endiviensalat belegen. Darüber den ausgelassenen Speck und Zwiebeln geben. Und die gebratene Grützwurst dazu.

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