Das isst der Pott in Essen-Haarzopf: Kohlrabi-Auflauf

Blau ist Hilde Bäckers Lieblingsfarbe – natürlich auch in ihrer neuen Küche.
Blau ist Hilde Bäckers Lieblingsfarbe – natürlich auch in ihrer neuen Küche.
Foto: FUNKE Foto Services

Das isst der Pott in Essen: Kohlrabi-Auflauf

In der sechsten Folge unserer Serie "Das isst der Pott" haben wir unsere Leserin Hilde Bäcker besucht.
Di, 02.06.2015, 13.00 Uhr

In der sechsten Folge unserer Serie "Das isst der Pott" haben wir unsere Leserin Hilde Bäcker besucht.

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Was wir bereits wissen
Hilde Bäcker erlernte das Kochen erst, als ihr Sohn Axel auf die Welt kam. Ihre liebsten Rezepte bewahrt sie in einem handgeschriebenen Kochbuch auf.

Essen.. Die Geburt ihres Sohnes Axel vor 36 Jahren markiert auch einen kulinarischen Wendepunkt in Hilde Bäckers Leben. „Als der Junge da war, hörte ich sofort auf zu arbeiten und erlernte das Kochen“, erzählt die 76 Jahre alte Haarzopferin. „Seitdem bereitet es mir große Freude, liebe Gäste zu bewirten.“

Aus ihrer nagelneuen Küche fällt der Blick auf einen großes Grundstück, an dem sich der Ruhmbach, ein Nebenlauf der Ruhr, entlang schlängelt. „Ich war ein Büro- und Stadtmensch und habe früher gerne in der Kantine gegessen.“ Gemeint ist die der DMT-Niederlassung in Kray, in der sie als Sekretärin beschäftigt war.

Als wertvolle Hilfe auf dem Weg zur Hobbyköchin erwies sich ihre inzwischen verstorbene Nachbarin Maria, die sie als „Höhere Tochter“ aus einer wohlhabenden Altenessener Kaufmannsfamilie beschreibt. „Maria war wie eine Ersatzmutter für mich.“

Bald fünfzig Jahre altes Privat-Kochbuch

Das Rezept für den Kohlrabi-Auflauf hat ihr allerdings eine andere Nachbarin überlassen – „die Erika von gegenüber“. Dieses und Dutzende andere Rezepte bewahrt sie in einem bald fünfzig Jahre alten Privat-Kochbuch auf, in das nur ihre Lieblingsrezepte aufgenommen werden – die meisten handgeschrieben, in so genannter Schönschrift: ein kleiner Schatz zwischen den blauen Leinendeckeln – mit viel gutbürgerlicher Küche, sauber unterteilt in Vorspeisen, Zwischen- und Hauptgerichte sowie Desserts und Kuchen. „Meine Lieblingstorte ist die Malakow-Torte mit Pistazien und Amaretto“, sagt Hilde Bäcker. Zum Apfelkuchen à la Maria findet sich diese stolze Notiz: „Serviert 1967 kurz nach der Heirat zum Besuch der Schwiegermutter als erster selbstgebackener Kuchen“.

Das isst der Pott Der Kohlrabi-Auflauf ist rasch zubereitet. Während das Leibgericht im Backofen allmählich die gewünschte goldbraune Farbe annimmt, deutet sie augenzwinkernd auf den Schutzengel über dem Herd und auf eine Dekofliese. Dort heißt es: „Wer lächelt statt zu toben, ist immer der Stärkere!“.

Nach dem Tod ihres Mannes vor drei Jahren hat Hilde Bäcker wieder neuen Lebensmut gefunden. „Ich habe viele Freundinnen und auch einen guten Freund“, berichtet sie. Mit Werner, dem leidenschaftlichen Hobbygärtner aus Kray, teilt sie auch die Freude am Kochen. „Meine Spezialität ist Quiche Lorraine“, erzählt sie, „ich bereite sie klassisch zu mit Schinken, Speck und Käse, zunehmend aber auch vegetarisch mit grünem Spargel, Blattspinat und Knofi.“

So macht man den Kohlrabi-Auflauf – Zutaten und Rezept

Zutaten:

2 große Kohlrabi
4 mittelgroße Kartoffeln (festkochend)
1 Päckchen helle Soße
½ Becher Sahne
1 Schmelzkäse-Ecke
gehobelte Mandelplättchen
Bratwurst(schnecke)
Pfeffer, Salz, Muskat

Und so geht’s:

Kohlrabi schälen und in Scheiben schneiden. Kartoffeln schälen und in nicht zu große Scheiben schneiden. Mit Wasser und 1 Teelöffel Salz 10 Minuten al dente abkochen, auf ein Sieb abschütten. Eine große Auflaufform ausbuttern und die abgetropften Kohlrabi- und Kartoffelscheiben darin umfüllen und mit schwarzem Pfeffer (wer mag etwas Muskat) würzen.

In einer kleinen Schöppe das Päckchen helle Soße in ¼ Liter Wasser erhitzen, die Schmelzecke darin mit einem Schneebesen verrühren und die Sahne zufügen. Heiß über den Auflauf gießen, das Ganze bei 200 Grad im Backofen 15 Minuten überbacken. Heiß in der Auflaufform servieren. Dazu passt die Nürnberger Bratwurstschnecke, die in einer kleinen Bratpfanne zubereitet wird. Zubereitung: ca. ½ Stunde.