Das isst der Pott in Essen-Burgaltendorf: Kartoffelsuppe

Das isst der Pott: Ingrid Möhle aus Burgaltendorf in Essen kocht am 12. Mai 2015 Kartoffelsuppe a la Ingrid. Foto: Sebastian Konopka / FUNKE Foto Services
Das isst der Pott: Ingrid Möhle aus Burgaltendorf in Essen kocht am 12. Mai 2015 Kartoffelsuppe a la Ingrid. Foto: Sebastian Konopka / FUNKE Foto Services
Foto: FUNKE Foto Services

Das isst der Pott Essen - Folge 9

In der neunten Folge unserer Serie "Das isst der Pott" haben wir unsere Leserin Ingrid Möhle besucht. Es gibt Kartoffelsuppe mit Rührei.
Di, 23.06.2015, 04.00 Uhr

In der neunten Folge unserer Serie "Das isst der Pott" haben wir unsere Leserin Ingrid Möhle besucht. Es gibt Kartoffelsuppe mit Rührei.

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Was wir bereits wissen
Ingrid Möhle hat der DDR 1960 den Rücken gekehrt. Ihr Leibgericht – Omas Kartoffelsuppe – hat sie von Brandenburg mit ins Ruhrgebiet genommen.

Essen.. Dass Ingrid Möhle nach gut 55 Jahren im Ruhrgebiet längst heimisch geworden ist, verrät schon ihre Tischdekoration. In der Mitte ragt die prachtvolle Grubenlampe heraus, ihr zu Füßen liegen Kohlestücke und duftendes Geld: Rosen und Margeriten. Ihr Leibgericht, die Kartoffelsuppe, ein Klassiker deutscher Hausmannskost, ist allerdings ein erinnerungssattes Stück brandenburgische Heimat. „Ein leckeres Familiengericht, das schon meine Mutter Irmgard und meine Großmutter Alwine gerne gekocht haben“, erzählt sie.

Aufgewachsen ist Ingrid Möhle in Werbig, einem Nest bei Jüterbog nahe Berlin. Als mitten im Kalten Krieg schon Zehntausende aus der DDR gen Westen geflohen waren, stellten sich auch Ingrid Möhle und ihr Verlobter die existenzielle Frage: Freiheit oder Sozialismus? Und machten schließlich rüber. „Wir kamen zuerst ins Aufnahmelager Berlin-Marienfelde, seit 1960 lebe ich in Essen.“ Als der Begriff Kohlekrise im Wirtschaftswunderland noch ein Fremdwort war, legte sie im Deilbachtal auf Zeche Heinrich an. „Ich kam in der Hauptverwaltung in den Einkauf.“

Kochen und Backen mit Leidenschaft

Kartoffeln schälen, Möhren raspeln, Speck vierteln, Zutaten zurechtlegen – schon oft hat sie die Kartoffelsuppe in ihrer Küche im Burgaltendorfer Appartement zubereitet. „Meine Schwester Christel und meine Freundin Christa schwören darauf – und nicht nur sie.“ Ingrid Möhle bereitet es eine große Freude, anderen Menschen auf geschmackvolle Weise eine Freude zu bereiten.

Das isst der Pott „Ich koche und backe leidenschaftlich gerne, und ich mag es, Gäste zu bewirten“, sagt sie. Neulich hat sie sieben Sorten Marmelade eingemacht – mit Him-, Erd- und Stachelbeeren. Ihr opulentes Weihnachtsmenü („drei Gänge mit allem drum und ran“), das stets am ersten Feiertag aufgetischt wird, hat einen festen Platz im Leben ihrer Familie. Als Beweis holt sie die beliebte Menükarte hervor, die in feste Folie eingeschweißt ist. „Meine beiden Töchter und die drei Enkelkinder sind mein Lebensinhalt“, fügt sie hinzu. Dass diese Mutter- und Großmutterliebe gerne erwidert wird, davon zeugt in der Küche der Kaffeepott mit der liebevollen Aufschrift „Für die beste Oma der Welt“.

Sich fithalten – das ist wichtig für die 74-Jährige. „Einmal in der Woche gehe ich schwimmen.“ Eine ausgewogene Ernährung ist dabei das A und O. Jeden Donnerstags geht sie deshalb zum nahen Wochenmarkt, um frische Lebensmittel zu kaufen. Sie sagt: „Ich esse viel Gemüse, am liebsten Brokkoli.“

So macht man die Karoffelsuppe – Zutaten und Rezept

Zutaten:

1,5 kg mehlige Kartoffeln
¼ Sellerie-Knolle
3 Möhren
1 kl. Stange Porree
Stich Butter
200g durchwachsener Speck
1 große Zwiebel (gewürfelt), 1 Brühwürfel
200 ml Sahne,1 EL gehackte Petersilie
5 Eier, 1 EL Schnittlauch
Pfeffer, Salz

Und so geht’s:

Die Kartoffeln schälen und klein schneiden. Sellerie ebenfalls würfeln. Beides knapp mit Wasser bedeckt im Topf kochen. Eine Prise Salz zugeben.

Geraspelte Möhren und fein geschnittenen Porree in Butter dünsten. Den durchwachsenen, ebenfalls in kleine Würfel geschnittenen Speck, bei mittlerer Hitze auslassen. Darin die Zwiebel goldbraun anbraten.

Die Kartoffeln werden nicht püriert, sondern unter Zugabe eines Stichs Butter mit einem Stampfer zerdrückt. Möhren-Porree-Mischung und Speck beigeben. Dann den Brühwürfel darin auflösen.

In einer Pfanne Rührei mit Schnittlauch zubereiten und in den Stampf einrühren. Zum Schluss Sahne und Petersilie zufügen. Mit Pfeffer und Salz abschmecken.