Das isst der Pott in Essen-Freisenbruch: Ruhrpott-Burger

Lecker und pfiffig: der Ruhrpott-Burger
Lecker und pfiffig: der Ruhrpott-Burger
Foto: WAZ

Das isst der Pott in Essen: Ruhrpott-Burger

In der fünften Folge unserer Serie "Das isst der Pott" haben wir unsere Leserin Sabine Durdel-Hoffmann in Essen-Freisenbruch besucht.
Mi, 27.05.2015, 05.00 Uhr

In der fünften Folge unserer Serie "Das isst der Pott" haben wir unsere Leserin Sabine Durdel-Hoffmann in Essen-Freisenbruch besucht.

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Was wir bereits wissen
Hobbyköchin Sabine Durdel-Hoffmann aus Essen-Freisenbruch hat den Fast-Food-Klassiker auf reviertypische Weise veredelt: mit Hilfe der Currywurst.

Essen.. Im Mittelpunkt ihres beruflichen Schaffens steht das Buch. Sabine Durdel-Hoffmann aus Essen-Freisenbruch ist Lektorin, Redakteurin und Autorin. „Über meinen Job bin ich auch zum Kochen gekommen“, erzählt die 54-Jährige. Als sie immer häufiger Kochbücher zu bearbeiten oder ins Deutsche zu übersetzen hatte, ergriff sie eines Tages selbst die Lust zu Kochen. „Ich habe die Gerichte aus den Büchern einfach ausprobiert.“

Ihre eigene Kreation – der „Ruhrpott-Burger“ – ist eine Hommage ans Revier. „Dieser Burger könnte auch Heimat-Burger heißen“, sagt sie augenzwinkernd, „denn seine wichtigsten Bestandteile sind Currywurst und Heimweh“.

„Die Currywurst wurde zum Synonym für die alte Heimat“

Der kulinarische Weg zu ihrem Leibgerichts-Burger begann quasi im „Exil“. „Mich, die Bochumerin, viele Freunde und Weggefährten hat es berufsbedingt vor Jahren in die Fremde getrieben: nach Bayern, nach Spanien, ja sogar ins Rheinland.“ Zurück auf Heimatbesuch habe der Heißhunger auf eine gepflegte Currywurst-Pommes-Mayo die illustre Emigrantenschar jedes Mal schnurstracks in die nächste Pommesbude getrieben. „Die Currywurst wurde zum Synonym für die alte Heimat“, philosophiert sie. Und jetzt zur Basis für ihr Leibgericht.

Da liegen sie auch schon auf der Arbeitsplatte ihrer Küche: frische Würste, die normalerweise zu Currywürsten veredelt werden wollen. Doch dazu wird’s nicht kommen. Denn sie befreit das Wurstebrät aus dem Darm und vermengt es – buchstäblich im Handumdrehen – mit einem alten Brötchen, der Milch und den Gewürzen zu imposanten Frikadellen – in der Burger-Fachsprache auch „patty“ genannt. Eingepackt werden sie demnach auch nicht in Brötchen, sondern in „buns“. Wobei auch einpacken unzutreffend ist. „Burger werden gebaut“, sagt sie mit einem dozierenden Unterton – und lächelt.

Die meisten Burger-Komponenten sind selbst gemacht

Nun, Burger gelten ja nicht gerade als Krönung der Kochkunst. Sie stehen für Fast Food, und wenn sie dann auch noch im Drive-In an einer Ausfallstraße hastig durchs Autofenster gereicht werden, symbolisieren sie gar das Ende des guten Geschmacks.

Das isst der Pott Das exakte Gegenteil passiert in Sabine Durdel-Hoffmanns privater „Burger-Schmiede“. Die Hobbyköchin legt nicht nur großen Wert auf die Auswahl gesunder Zutaten, sie stellt die meisten Komponenten auch selber her. Etwa die Mayonnaise, die – Zutat für Zutat – mit ruhiger Hand aufgeschlagen wird, oder die Brötchen, pardon „buns“, für die sie Milch, Butter, Mehl, Hefe, Ei, Salz und Zucker zu einem fluffigen Teig verknetet. Ihre Küche ist nicht Fast sondern Slow Food. Auch der Ketchup stammt aus eigener Herstellung. Die Fritten gewinnt sie aus frischen Kartoffeln, die, in dicke Stifte geschnitten, zuerst bei 160 und dann bei 180 Grad goldbraun frittiert werden. Es gibt einen leckeren Gartensalat dazu. „Statt Tränen der Rührung dürfte auch ein Pilsken zum Rezept fließen“, sagt sie.

So macht man den Ruhrpott-Burger - Zutaten und Rezept

Zutaten:

  • 4 Weizenbrötchen

Für die Frikadellen

  • 1 trockenes Brötchen
  • ca. 120 ml lauwarme Milch
  • 800 g Wurstbrät
  • Chilipulver, Thymian und Rosmarin (getrocknet)
  • Worcestersauce, Pfeffer, Currypulver, Salz

Für den Belag:

  • 4 große grüne Salatblätter
  • 2 eingelegte Gurken
  • je 4 Scheiben Gouda (jung u. mittelalt),
  • 1 rote Zwiebel
  • Curry-Ketchup, Mayonnaise

Und so geht's:

Brötchen würfeln und 10 Minuten in der Milch einweichen, gut ausdrücken. Alle Zutaten bis auf die Gewürze und die Worcestersauce in eine Schüssel geben und gut vermengen. Nach Belieben mit Gewürzen und der Worcestersauce abschmecken – schön scharf!

Mit feuchten Händen aus dem Teig 4 Frikadellen formen und von jeder Seite etwa 3–4 Minuten grillen oder in einer Grillpfanne braten. Die Brötchen halbieren und die Schnittflächen kurz auf dem Grill oder in der Pfanne anbräunen. Für den Belag die Salatblätter waschen und trocken schütteln. Die Gurken in dünne Scheiben schneiden. Zwiebeln abziehen und in dicke Scheiben schneiden.

Jeweils auf die untere Brötchenhälfte nach Belieben dicke Tupfer Ketchup und Mayonnaise setzen. Mit je 1 Salatblatt belegen. Dieses mit je 1 Scheibe jungem und mittelaltem Gouda so versetzt belegen, dass die farblich unterschiedlichen Ecken des Käses zu sehen sind. Mit Currypulver bestreuen. Frikadelle und wieder je 1 Scheibe jungen und mittelalten Gouda versetzt darauflegen. Mit Currypulver bestreuen, mit Gurkenscheiben belegen und mit Zwiebelringen garnieren. Obere Brötchenhälfte aufsetzen. Dazu Ketchup und Mayonnaise servieren, als Beilage schmecken selbst gemachte Pommes und Salat „aussen Gaaten“. Zubereitung: ca. 35 Minuten.