Das isst der Pott in Essen-Bedingrade: Steckrübeneintopf

Beste Freundinnen: Monika Behrendt (links) und Lisa Mies kochen jeden Freitag zusammen – „nicht selten experimentell, aber immer köstlich“.
Beste Freundinnen: Monika Behrendt (links) und Lisa Mies kochen jeden Freitag zusammen – „nicht selten experimentell, aber immer köstlich“.
Foto: WAZ

Das isst der Pott Essen: Steckrübeneintopf

In der dritten Folge unserer Serie "Das isst der Pott" kocht Monika Behrendt aus Essen-Bedingrade Steckrübeneintopf für uns.
Di, 12.05.2015, 05.00 Uhr

In der dritten Folge unserer Serie "Das isst der Pott" kocht Monika Behrendt aus Essen-Bedingrade Steckrübeneintopf für uns.

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Was wir bereits wissen
Monika Behrendt aus Bedingrade kocht jeden Freitag mit ihrer Freundin. Zunehmend schwärmt sie für „vergessenes“ Gemüse – wie etwa die Steckrübe.

Essen.. Kennengelernt haben sich Monika Behrendt und Lisa Mies, als ihre Kinder gemeinsam die Schulbank drückten. Darüber kamen sie zum gemeinsamen Kochen. Bald ein Vierteljahrhundert ist seitdem durchs Land gegangen – eine kleine Ewigkeit. Die ungewöhnliche Koch-Freundschaft pflegen die beiden wie ein Bauer, der jahraus jahrein liebevoll sein Feld bestellt. „Wir haben jeden Freitag eine Verabredung und bekochen uns gegenseitig“, erzählt Monika Behrendt.

Leicht abgewandelt darf es durchaus heißen: Auch Freundschaft geht durch den Magen – und über duftende Töpfe und Teller hinweg. Bekannte und Nachbarn, Freunde und Familien der beiden Bedingrader Feinschmeckerinnen versuchen freitags schon gar nicht mehr, sie zu erreichen. Denn dann wird gekocht. „Einmal kocht sie für mich, dann wieder lade ich zum Essen ein“, sagt Monika Behrendt, „jedes Mal ist es ein Fest.“

Allein schon wenn die 65-Jährige blumig über die gemeinsame Kochleidenschaft spricht, läuft dem Zuhörer das Wasser im Gaumen zusammen. Eine Kostprobe gefällig? „Der Speiseplan ist wunderbar, die Gerichte sind zunehmend vegetarisch, oft traditionell, aber nicht selten auch sehr experimentell und immer köstlich.“

Absolut traditionell und typisch Ruhrpott – das ist der Steckrübeneintopf, den sie der „lieben Leibgerichtsredaktion der WAZ“ für die Kochaktion vorgeschlagen hat. Steckrübe – das klingt nach Hungerwinter und Hamstern, nach Schmalhans Küchenmeister und Gürtel-enger-schnallen. Irgendwann in den Wirtschaftswunderjahren hat die Fresswelle die Rübe vom Esstisch gespült.

Das isst der Pott Doch mit der Renaissance, die Großmutters Gemüsesorten wie Stielmus, Pastinake und Rote Bete erleben, feiert auch die zu Unrecht verschrieene Steckrübe ihr Comeback. Monika Behrendt findet sie auf dem Borbecker Wochenmarkt. Wenn sie vom Balkon ihrer großartig gelegenen Wohnung den Blick schweifen lässt, erblickt sie am Horizont den Gasometer und ganz unten das Hexbachtal. „Dort gibt’s einen kleinen Hofladen, der saisonales Gemüse anbietet und Möhren auch einzeln verkauft.“

Aufgewachsen ist Monika Behrendt in Recklinghausen-Hillerheide. „Familie, essen, kochen – das ist Heimat, und das habe ich auch meinen Kindern mitgegeben.“ Familie und Freunde, die sich um ihren Tisch versammeln – das schätzt sie sehr. „Ich bin eine Versorgerin“, sagt sie über sich selbst. Seitdem sie Rentnerin ist, kocht Monika Behrendt jeden Mittag daheim – auch weil es dem Tag eine feste Struktur verleiht. „Ein leckerer Nachtisch, der darf nie fehlen.“

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