Das Haus Scheppen am Baldeneysee ist Essens Biker-Hochburg

Angekommen an Haus Scheppen: Tourenradler, früher selten an der Ruhr, gibt’s hier inzwischen viele. Haus Scheppen ist da als Aufladestation ideal.
Angekommen an Haus Scheppen: Tourenradler, früher selten an der Ruhr, gibt’s hier inzwischen viele. Haus Scheppen ist da als Aufladestation ideal.
Foto: WAZ FotoPool
Haus Scheppen am Baldeneysee in Essen ist etwas für Menschen, die gerne viele andere um sich haben: Spaziergänger, Wanderer, Radler, Biker - hier mischt sich einfach alles. Auch als Ausgangspunkt für Entdeckungen hat der Ort seine Qualitäten. Das schätzen vor allem Motorradfahrer: Wie es dazu kam, weiß niemand mehr so genau.

Essen.. Hier kommen sie wirklich alle zusammen: Der Wanderer mit Rucksack und dicken Stiefeln und die Dame auf High Heels, die einem Porsche entsteigt; die gemütlichen Radfahrer mit den dicken Packtaschen und die schnellen mit den sehr dünnen Rennrädern; aufrecht sitzende Biker mit wummernden Reisemaschinen und die gebeugten Kollegen mit den bunten Tanks; Rentner, die mit einem kühlen Hellen Richtung Baldeneysee sinnieren und durchtrainierte Inline-Skater in den besten Jahren. Wir sind am Haus Scheppen, an schönen Tagen vielleicht der Essener Volkstreff schlechthin. Ein Ort für jedermann, sozialverträgliche Preise inklusive. Hier gibt’s immer was zu sehen, ein einziges Kommen und Gehen.

Wie Haus Scheppen zu dieser Funktion kam, liegt im Nebel der jüngeren Geschichte. Gab es den Treff schon vor den Bikern? Wir können uns nicht erinnern. Egal, seit Jahrzehnten kommen hier die Motorradfahrer, um nach ausgedehnten, zehrenden Touren Flüssigkeit zu tanken. Insbesondere an Wochenenden scheppert und kracht es aus ungezählten Endtöpfen. Dann heißt es: Born to be wild im Bergischen Land und an der Ruhr, danach auf einen Pausen-Pott Kaffee an den Baldeneysee.

Bis zu 20.000 Motorräder - pro Tag

Den Rummel kann man mögen oder auch nicht. Es gab schon Bestrebungen, die Biker zu verbannen, weil bis zu 20.000 Motorräder an einem Tag natürlich nicht unter Idylleverdacht stehen. Man hat es dennoch gelassen. War besser so.

Das ist Essen Es gibt auch andere Momente, solche voller Ruhe und verführerischem Zauber. Am frühen Morgen unter der Woche etwa, wenn die Kioskbetreiber den ersten Kaffee ausschenken, wenn sich nur einige Frühaufsteher und Frühsportler am Seeufer verlieren. Oder auch am Abend, wenn die letzten Segler ihren Hafen hinter dem alten Gemäuer von Haus Scheppen ansteuern, wo der Gastwirt mit Sinn für Romantik schon mal einen Tisch für Verliebte am äußersten Ende des Pontons deckt. Dann entfaltet dieser Ort, der so provisorisch, so unaufgeräumt und eben deshalb so liebenswert wirkt, einen ganz besonderen friedlichen Charme.

Attraktiv ist Haus Scheppen aber auch als Ausgangspunkt für Entdeckungen zu Fuß. Der Stadtteil Fischlaken ist altes Bauern- und übrigens auch Bergbauland - wie eigentlich überall im Essener Süden hat die Natur die dabei geschlagenen Wunden aber längst wieder geheilt. Wer sich aufmacht, lässt schon nach wenigen Minuten das Grundrauschen von Haus Scheppen hinter sich und ist dann oftmals schnell nahezu allein, während unten am See die Sitzplatz-Benutzung rationiert werden muss. Von den Wegen und kleinen Straßen zwischen den Bauernhöfen bieten sich dann weite Ausblicke auf den See und das Nordufer. Doch, ist schon schön hier.

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