Das Haus der Geschichte hat wieder Zukunft
26.04.2007 | 16:47 Uhr 2007-04-26T16:47:52+0200BAUEN. Ausschuss ebnete dem Projekt in der ehemaligen Luisenschule gestern den Weg.
In der Fußball-Bundesliga wäre Rang 18 ein sicherer Abstiegsplatz. "Aber wir stehen nicht so schlecht da wie Rot-Weiss Essen", sagt Klaus Wisotzky, Leiter des Stadtarchivs. Sein "Haus der Essener Geschichte" rangiert auf der Liste der wichtigsten Investitionsvorhaben im gesicherten Mittelfeld. Im Juni wird der Rat der Stadt über die Prioritätenliste abstimmen. Dass auch die Kommunalaufsicht grünes Licht für das Millionen-Projekt geben wird, gilt in der Stadtverwaltung als sicher.
Gestern ebnete der Bauausschuss dem Haus der Geschichte den Weg: Einstimmig wurde der Um- und Ausbau der ehemaligen Luisenschule am Bismarckplatz beschlossen - fünf Jahre, nachdem der Rat der Stadt dem Konzept grundsätzlich zugestimmt hatte und mehr als zwei Jahre, nachdem das Essener Architekturbüro Frank Ahlbrecht aus einem Wettbewerb als Sieger hervorgegangen ist. Die Politik aber räumte anderen Projekten Vorrang ein, 2006 rangierte das Haus der Geschichte nur auf Platz 26 der Prioritätenliste.
Die Verzögerung schlägt sich in Euro und Cent nieder. Aufgrund der Preissteigerung und der höheren Mehrwertsteuer kalkuliert die Verwaltung nun mit rund 6,15 Millionen Euro, bislang waren es 5,75 Millionen, wobei das viergeschossige Magazin den Löwenanteil verschlingen wird. Der Neubau wird sich an den Gebäudetrakt aus den 50er Jahren anschließen, vorgesehen ist eine Fassade aus wetterfestem Baustahl. CDU und Grüne wünschen sich dazu allerdings Alternativen für eine möglichst positive Energiebilanz.
Wie berichtet, nimmt das Haus der Geschichte das Stadtarchiv als zentrale Forschungsstelle und als Informationszentrum für Fragen der Stadtgeschichte auf, die stadtgeschich-tliche Abteilung der Stadtbibliothek, das "Archiv Ernst Schmidt" aus dem Ruhrlandmuseum sowie die in der Alten Synagoge beheimatete Ausstellung "Verfolgung und Widerstand in Essen 1933-1945". Letztere wird als Dauerausstellung "Essen im Nationalsozialismus" neu konzipiert, im Erdgeschoss soll sie als Rundgang erlebbar werden. Geplant sind außerdem eine Cafeteria und eine Werkstatt zur Restaurierung im Keller. Wisotzky rechnet 2008 mit dem Baustart. Aus seiner Sicht wird es höchste Zeit, die Bestände des Archivs - aneinandergereiht 15 Regalkilometer lang - lagern an vier verschiedenen Standorten. Der Zustand gilt teilweise als beklagenswert. (schy)
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