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Vorsicht vor Verträgen

Telekom-Vertreterin in Essen überrumpelte Seniorin an der Haustür

06.06.2013 | 06:00 Uhr
Telekom-Vertreterin in Essen überrumpelte Seniorin an der Haustür
Die Verbraucherzentrale rät von Haustürgeschäften ab, hier eine nachgestellte Szene.Foto: Ralph Bodemer

Essen.   Neuer Vertrag, besserer Tarif, weniger Kosten: Das erklärte die Vertreterin einer 73-Jährigen, bei der sie klingelte. Die Telekom-Kundin fühlte sich überrumpelt. Dennoch unterschrieb sie einen neuen Vertrag - zu schlechteren Konditionen.

Ein bisschen gewundert hat sich Maria Singer (Name geändert) schon, als die junge Frau vor ihrer Tür stand und ihr einen neuen Telefon-Vertrag anbot. Immerhin hatte die sich weder angemeldet, noch wollte die Telekom-Kundin ihren Tarif ändern, berichtet die 73-jährige Frohnhauserin. Dennoch unterschrieb sie bei der „netten Dame“.

Senioren werden an der Haustür bequatscht

„Ich bin überrumpelt und besoffen gequatscht worden“, anders kann es sich Maria Singer nicht erklären. Das Ergebnis: eine monatliche Rechnung, die statt der über Jahre üblichen knapp 30 Euro jetzt bis zu 54 Euro beträgt. Denn die Telefonnummern, die sie ab und zu bei Gewinnspielen wählt und die pro Anruf 50 Cent kosten, sind beim neuen, teureren Grundtarif nicht enthalten: „Darüber bin ich nicht informiert worden.“ Bis dahin kam sie mit diesen Nummern und Standardtarif mit etwa 28 Euro hin. Stattdessen kann sie nun unbegrenzt ins Internet gehen. Die Telekom hat ihr ein Gerät geschickt. Nur hat sie gar keinen Computer .

Maria Singer hat die Mitarbeiterin mehrfach angerufen: „Erst wollte sie mir helfen, irgendwann war die Nummer nicht mehr erreichbar“. Die Frohnhauserin möchte nun vor allem andere Bürger vor voreiligen Abschlüssen warnen.

„Grundsätzlich sind Haustürgeschäfte erlaubt“, sagt Doris Grzegorczyk von der Verbraucherzentrale . Bekannt sind sie bei allen Anbietern. Oft trifft es Senioren, die tagsüber zu Hause sind, denen „wird das Blaue vom Himmel erzählt, etwa dass sie unendlich sparen können“, sagt Doris Grzegorczyk. So werde ihnen ein Vertrag aufgeschwatzt, meistens zu Ungunsten der Kunden.

Haustürgeschäft auf Widerrufsbelehrung prüfen

Zum aktuellen Fall: Es müsse geprüft werden, ob der Vertrag eine Widerrufsbelehrung enthält. Falls nicht, gilt eine unendliche Widerrufsfrist. Falls ja, dann sei ein Ausstieg nur über Kulanz möglich. Das sei für Kunden oft schwierig, daher bietet die Verbraucherzentrale Hilfe an: „Wir haben Ansprechpartner bei den Unternehmen, die die Verträge in der Regel stornieren.“ Doris Grzegorczyk rät: „Nichts an der Haustür unterschreiben.“ Verträge ablehnen, die Mitarbeiter nicht hineinlassen. Wenn der Kunde ein neues Angebot wünscht, sollte er auf den Anbieter zugehen. Doch Vorsicht: „Bei Verträgen im Ladenlokal gilt kein Widerrufsrecht.“

Maria Singer hat immerhin ihren alten Vertrag zurück. Auf Nachfrage der WAZ, antwortet die Telekom: „Es tut uns leid, dass Frau Singer diese Unannehmlichkeiten hatte. Die Service-Kollegen haben bereits bei ihr persönlich um Entschuldigung gebeten. Ihr Vertrag wurde auf den alten Status zurückgesetzt“. Außerdem erhalte sie eine Gutschrift über die angefallene Differenz. Telekom-Sprecher Frank Leibiger versichert: „Zusätzlich kümmert sich jetzt unsere Abteilung für Händlerbeschwerden um die interne Aufklärung, um so etwas künftig auszuschließen“.

Dominika Sagan

Kommentare
07.06.2013
12:50
Telekom-Vertreterin in Essen überrumpelte Seniorin an der Haustür
von klaengel1 | #6

Dem Herrn im Himmel sei gedankt, dass ich das noch erleben darf:

die Telekom schickt (und das auch noch gegen Bezahlung) Leute von Haustür zu Haustür, damit diese den Kunden in Form von günstigeren Verträgen Geld schenken.
- und die Erde ist eine Scheibe......
- mein Opa hat gestern Usain Bold über 100m geschlagen....
- und ich habe einen Onkel in der Schweiz, der macht astreine Laubsägearbeiten.....

06.06.2013
17:11
Telekom-Vertreterin in Essen überrumpelte Seniorin an der Haustür
von Entschuldigung | #5

Und die Telekom, Vodafon, Gas-, Stromanbieter hat mal wieder nichts geahnt!
Will denn kein politisch Verantwortlicher diese kriminellen Machschaften der Anbieter verbieten?

1 Antwort
Telekom-Vertreterin in Essen überrumpelte Seniorin an der Haustür
von Knuddelkater | #5-1

wenn im Vertrag zwischen Telekom und Ranger über das WIE geht, dann sind die Manager meist beim Mittagessen ;)

06.06.2013
13:59
Telekom-Vertreterin in Essen überrumpelte Seniorin an der Haustür
von Knuddelkater | #4

Also irgendwie stolpere ich über den Satz :"Denn die Telefonnummern, die sie ab und zu bei Gewinnspielen wählt und die pro Anruf 50 Cent kosten, sind beim neuen, teureren Grundtarif nicht enthalten"

Telekom hat einen Tarif, die die 0137er nummern beinhaltet - und das für 30, Euronen ?

immer her damit !

06.06.2013
12:36
Telekom-Vertreterin in Essen überrumpelte Seniorin an der Haustür
von ruhry | #3

Bei mir waren auch abends zwei Drücker von der Telekom. angeblich alles billiger bei einem neuen Vertrag. Haben das Angebot dagelassen und ich sollte mir den Preis von der Telekom bestätigen lassen. Am selben Abend hat mich die Telekom angerufen aber einen höheren Preis genannt. Von dem niedrigeren den die Drücker mir gennnt hatten wußten die nichts und wollten sie auch nicht drauf einsteigen. Vermutlich haben die darauf gebaut, dass man trotzdem zusagt wil es nur um ein paar Euro Differenz ging. Mit mir aber nicht.

06.06.2013
09:10
Drückerkolonnen
von sfpro | #2

Das Problem ist doch, dass die Anbieter selbst doch gar nicht wissen, wer überhaupt in "ihrem (angeblichen) Auftrag" unterwegs ist. Dubiose Firmen und Drückerkolonnen tauchen meistens an den Haustüren und am Telefon auf. Diese haben außer einer Provisionsabrechnung (über meherer Umwege) mt Telekom & Co. nichts zu tun.

06.06.2013
08:00
Das Geschäft an der Haustür
von KritischeMeinung | #1

RWE und Vodafone stehen da ganz hoch im Kurs. Rhetorik Mangelware. Bei dummen Sprüchen sind die dann aber ganz vorne mit dabei. Das passt dann auch zum Erscheinunngsbild der Vertreter. Da wird wohl nur sdas billigste genommen.

Bei solchen Kasperlevereinen, wo eh nix klappt (Vodafone weiß ja nicht mal mehr, wer seine Kunden sind, das passt in deren Gesamtbild) würsde ich niemals was neues abschließen.

Hausverbot erteilen für die gesamte Firma und danach Anzeige wegen Hausfriedensbruch. Die machen auch nur den Job, aber wenn die aufdringlich sind, werde ich anders und befördere die gerne persönlich vor die Tür.

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http://www.derwesten.de/staedte/essen/das-geschaeft-an-der-haustuer-id8033398.html
2013-06-06 06:00
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