Das Essener Unperfekthaus trauert um Wolfgang Bort

Der Essener Wolfgang Bort ist plötzlich und unerwartet gestorben.
Der Essener Wolfgang Bort ist plötzlich und unerwartet gestorben.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Der Gründer der Essener Spielwerkstatt „Rhinozeros“, Wolfgang Bort, ist verstorben. Er setzte sich für Kinder, sozial Schwache und Asylbewerber ein.

Essen.. „Spiel ist ein Kulturereignis, ähnlich wie Musik, Tanz, Speisen oder Bildende Kunst. Wir verstehen Spiel hier als Alltagskultur. Etwas Kunstvolles, das uns den Tag verschönt.“ So philosophisch beschrieb der Sozialarbeiter Wolfgang Bort den pädagogischen Ansatz seiner Spielwerkstatt „Rhinozeros“, die seit 1980 in der Essener Szene und in vielen Jugend- und Bildungseinrichtungen einen festen Platz hatte. Plötzlich und unerwartet ist Wolfgang Bort vergangenen Dienstag verstorben.

Besonders im Unperfekthaus in der Innenstadt ist die Trauer groß. Seit der Gründung vor fast elf Jahren war Bort dort ansässig und ein aktiver Mitstreiter, in der von Reinhard Wiesemann gegründeten Einrichtung. „Viele seiner Projekte leben und haben im Haus, bei den Kreativen und dem gesamten Team Spuren hinterlassen“, heißt es auf der Webseite des Unperfekthauses.

Ein Menschenfreund,

„Mit Wolfgang Bort verlässt uns ein Mensch, ein Menschenfreund, der leise zu verändern verstand, der durch die so besondere Art seines Zuhörens und Reflektierens Zeichen gesetzt hat. Bort sei ein warmherziger Mensch gewesen, der sich für Asylbewerber, sozial Schwache, vor allem aber für Kinder und ihre Belange einsetzte, der in seinen spielpädagogischen Angeboten Erzieher, Lehrer und Eltern zum Umdenken brachte“, schreibt Unperfekthaus-Mitarbeiterin Claudia Pospieszny.

In Wolfgang Borts Arbeit und Leben habe stets das Miteinander, das „Mensch zu Mensch“ im Mittelpunkt gestanden. Kreatives Spielen war für Bort weniger eine Frage materieller Dinge, als vielmehr eine innere Haltung. Sein Spielzeug, gefertigt aus einfachsten Materialien, hat Generationen von Kindern die Erfahrung vermittelt, dass es keiner großen Voraussetzungen bedarf, um aktiv zu werden.

„Wir verlieren mit Wolfgang Bort einen Kreativen, der als ein „Motor“ im Zusammenwirken des Unperfekthauses galt. Er war ein warmherziger Familienvater, ein zugewandter, liebevoller und von Prinzipien geleiteter Mensch, der mit seinem feinsinnigen Humor, seiner unkonventionellen, überlegten Art und seinem offenen Herzen eine große Lücke hinterlässt“, so Pospieszny.