Das Aalto als Karrieresprungbrett

Mulders Augenmerk gilt bei der Spielplangestaltung vor allem der Besetzung: „Für die Qualität der Inszenierung ist es immer besser, wenn das Stück nicht drei Monate später noch mal auf die Bühne geworfen wird, womöglich mit zwei, drei Umbesetzungen“, erklärt der 52-Jährige.

Personelle Veränderungen gibt es auch hinter der Bühne. Chefdramaturg Alexander Meier-Dörzenbach und seine junge Kollegin Janina Zell verlassen das Haus. Zell wird von Essen aus an die Hamburger Staatsoper wechseln, ein Karrieresprung. Auch auf herausragende Talente im Ensemble hat die Opernwelt ein Auge geworfen. Tenor und Aalto-Preisträger Abdellah Lasri bekäme inzwischen Angebote aus aller Welt, sogar die New Yorker „Met“ habe schon angefragt, berichtet Mulders. „Wir müssen uns wirklich bemühen, ihn am Haus zu halten. Er bleibt auch noch, weil er weiß, dass er hier seine erste große Chance bekommen hat. Aber Karrieren müssen sich auch entwickeln können.“

Über die Frage, wie er selber auf Anfragen anderer Häuser reagieren würde, muss Mulders nicht lange nachdenken. „Mein Werdegang stellt eigentlich unter Beweis, dass ich kein Springer bin. Vor Essen habe ich meine Ämter in Antwerpen und Amsterdam über viele Jahre lang ausgeübt.“ Im Moment will er vor allem eines – sich selber künstlerisch treu bleiben.

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