Dann hat man den Obstsalat

Wie sagte schon mein alter Englischlehrer, Gott hab’ ihn selig: „One apple a day keeps the doctor away“, was ungefähr so viel heißt, wie: Jeden Tag ’nen Apfel essen, das hält jung und vor allem gesund. Obst, keine Frage, ist ja richtig gesund, heißt es zumindest. Und so schraubt sich mein Nachbar jeden Tag gefühlt gleich ’nen ganzen Zentner davon rein. Nicht ein Tag ohne Obstsalat, so sein Motto.


Weintrauben, Mandarinen, verschiedene Äpfelsorten, ein, zwei Bananen, hier und da eine Kiwi, Erdbeeren, Birnen – das volle Programm. Egal, was die Saison hergibt, er besorgt sich auch Exotisches. Sieht gut aus, riecht gut, und obwohl er mich nie hat probieren lassen, gehe ich fest davon aus, dass der ganze Kladderadatsch sicher auch köstlich schmeckt. Kurzum: ein Gedicht.


Wenn da nicht diese eine Frage offen bliebe. Je mehr Vitamine sich mein Nachbar genehmigt, desto müder, so zumindest mein Eindruck, wird der Kerl. Nur Minuten nämlich, nachdem er den Power-Mix vertilgt hat, setzt das große Gähnen ein. Der Mann sieht aus, als hätte er mehrere Tage kein Bett gesehen. Er gähnt und gähnt – und steckt andere damit an. Plötzlich hat man den Salat, den Obstsalat. So, das war’s jetzt für mich. Muss mich kurz hinlegen.