Das aktuelle Wetter Essen 19°C
Loveparade 2008

Dann ging gar nichts mehr

20.07.2008 | 20:25 Uhr
Dann ging gar nichts mehr

Dortmund. Verstopfter Flaschenhals Hauptbahnhof: Loveparade ließ Samstag den Nahverkehr im Ruhrgebiet kollabieren.Viele Reisende saßen bis zu einer Stunde in Sichtweite der Bahnsteige fest in überfüllten Zügen.

Nach der Raverparty zogen die Meisten zum Hauptbahnhof oder tanzten noch in den zahlreichen Clubs bis in der frühen Morgen. WR-Foto: Ralf Rottmann

Stundenlanges Chaos Samstag am Hauptbahnhof: Unter dem Andrang zur Loveparade ist der Nahverkehr auf der Schiene in die Knie gegangen. Und die Essener Feuerwehr musste in der Nacht zum Sonntag dringend in Dortmund aushelfen.

Die Ursachen für den Bahn-Kollaps: Gegen 15 Uhr hatte ein Reisender in einem Sonderzug wenige Meter nach der Abfahrt am Hautbahnhof die Notbremse gezogen. Gleichzeitig war ein aus Köln kommender Regionalexpress in Höhe des Westbahnhofes liegen geblieben. In beiden völlig überfüllten Zügen harrten die Reisenden eine Stunde aus, bis sie die Türen aufbrachen und über die Gleise flüchteten. Logische Folge: Die Bundespolizei löste Alarm aus und sperrte die Gleise.

Video

Als dann noch gegen 16 Uhr in Bochum eine Oberleitung abriss, ging gar nichts mehr im Hauptbahnhof. Erst gegen 17.45 Uhr waren die Strecken teilweise wieder frei, die Menschenmassen im Hauptbahnhof konnten nach und nach weiterfahren. Gegen 19 Uhr hatte die Bahn AG den ursprünglich geplanten Takt endlich wieder erreicht: Alle zehn Minuten rollte ein Zug Richtung Dortmund. "Wir hatten ein Mengenproblem. Das war zu erwarten", sagte gestern Jürgen Bischoff, Präsident der Bundespolizeidirektion in Sankt Augustin. Nach seiner Einschätzung wären einige Streckensperrungen vermeidbar gewesen: Er sprach von "ungeduldigen Ravern", die Gleise überquert und Sperrungen ausgelöst hätten. Wie lange die Ungeduld vorher in stehenden Zügen gewachsen sein könnte, kommentierte er nicht.

Info
Forum

Loveparade - Pro und Contra

Tauschen Sie sich mit anderen DerWesten-Lesern aus

Die Essener Feuerwehr hatte schon am Morgen Rettungswagen und 26 Mann Besatzung nach Dortmund geschickt, um dort den Rettungsdienst zu unterstützen. Zusätzlich stand ab 13 Uhr ein so genannter Patiententransportzug (PTZ) aus neun Fahrzeugen mit 20 Mann Besatzung in Bereitschaft an der Feuerwache 1. Die Einsatzkräfte wurden von den Essener Hilfsorganisationen gestellt: Arbeiter-Samariterbund, Rotes Kreuz, Johanniter Unfallhilfe und Malteser-Hilfsdienst.

Um 22.30 Uhr schlugen die Dortmunder Kollegen Alarm: Wegen eines erhöhten Rettungsdienstaufkommens und da die Entwicklung nicht eingeschätzt werden konnte, setzte sich der Zug in Marsch. Um 4.30 Uhr, nach einer langen Einsatznacht, meldeten sich alle Fahrzeuge zurück.

Rund um die Loveparade

Loveparade-Spezial: Alle Bilder, alle Videos, alle Infos

Mehr zum Thema:

Kai Süselbeck

Facebook
 
Kommentare
23.07.2008
13:27
Dann ging gar nichts mehr
von Romy | #26

Es gab auch Menschen, die Samstag zur Arbeit mussten und kein Auto haben, so dass sie auf die Bahn angewiesen waren.
War klasse, echt!

22.07.2008
16:30
Dann ging gar nichts mehr
von Sonnenschein | #25

Tatsachenberichte und Kommentare über Samstag Nachmittag/Abend/Nacht sollten echt nur Personen posten, die auch tatsächlich in den Genuss des Totalversagens der Deutschen Bahn gekommen sind! Fakt ist: Nicht nur wir haben über 6 Std gebraucht um von DO nach D zu kommen. Fakt ist: Zwischen 18h-21:30h hat nur eine Regio-und eine S-Bahn Richtung Essen den Bahnhof DO verlassen - keine Chance reinzukommen da zum einen die Beschilderung am Bahnsteig falsch war, zum anderen pro Bahn ca. 1.500 Menschen einfach mal zu viel waren. Fakt ist ebenfalls: Der Informationsfluss über die jeweilige Situation im HBf DO, die komplette Räumung des Bahnhofes um 20h durch die Polizei, die Abwicklung und Informationspolitik über den Einsatz der Sonderbusse, das Einkesseln der Menschen vor, im und auf dem Bahnhof etc. war ein derartig peinlicher, unorganisierter und verantwortungsloser Auftritt der DB, der meiner Meinung keinesfalls vertretbar ist. Hinzu kommt die Darstellung in der kompletten Berichterstattung die garantiert von der Bahn gesteuert wurde: Die Leute sind über die Gleise im HBf DO gelaufen um zur Toilette zu gehen, zu trinken oder eben auch nur um aus der eingekesselten Menge rauszukommen - Panik! Ich kann hier natürlich nur für Do sprechen, was in Essen gelaufen ist kann ich nicht sagen ... Alles in allem kann die DB nur dankbar sein, dass nichts wirklich schlimmes passiert ist! Einfach traurig und peinlich wie man ein so schönes Event so dermaßen versauen kann! Abschließend noch ein Wort zu Berlin: Sorry, aber in Berlin hat die Abwicklung mit den öffentlichen Verkehrsmitteln IMMER funktioniert!

22.07.2008
11:24
Dann ging gar nichts mehr
von Bahnfahrer | #24

...aber, aber, Rentner (#5): Man kann die DB nicht verbieten! (Die wird ja dann und wann auch gebraucht)
... oder meinten Sie mit Dreck womöglich irgend etwas anderes?

22.07.2008
09:11
Dann ging gar nichts mehr
von ein Bahnkunde | #23

Es braucht keine Loveparade, um die Unfähigkeit der Bahn aufzuzeigen!

Selbst heute morgen konnten Fahrgäste in RE-Süd (mit Fahrrad) nicht mehr zusteigen, da der (viel zu kleine Zug!) bereits proppe voll war.

Die Bahn mit ihren ewigen Verspätungen, Störungen im Betriebsablauf, Böschungbränden, schlüpfrigen Gleisen, Oberleitungsschäden usw. liefert nur einmal mehr Ihr Armutszeugnis ab!

22.07.2008
09:05
Dann ging gar nichts mehr
von mabu | #22

in berlin war an den Bh auch immer stress und mitimenser warte zeit verbunden.

22.07.2008
08:51
Dann ging gar nichts mehr
von burrak86 | #21

So und jetzt soll mir mal einer erzählen wie das ganze in dem Süßen Bahnhof von Bochum klappen soll

22.07.2008
07:26
Dann ging gar nichts mehr
von Inkognito | #20

Ich finde es erschreckend und verblüffend zugleich...
wie man auch über die Loveparade denken mag, warum kommen in Deutschland, eigentlich nicht genauso viel Menschen zusammen, um gegen das zu protestieren, worüber sie das ganze Jahr jammern und meckern ???

22.07.2008
01:02
Dann ging gar nichts mehr
von gerd44031 | #19

Man sollte endlich ( ..... ! ) damit aufhören Berlin überzubewerten, denn Berlin ist nicht alles !! Fakt ist dass noch nie so viel Raver auf der Parade waren, als jetzt in Dortmund und dass es Pannen gegeben hat, ja nun, das gehört dazu. Die Loveparade war jetzt zwei mal im Ruhrgebiet und so wird es auch im nächsten Jahr sein und danach wäre dann mal eine andere Region dran,- vielleicht Bayern oder Schleswig Holstein, auf keinen Fall aber Berlin. Es kann nicht sein dass Berlin sich alles unter den Nagel reißt,- Bonn wäre mal eine Maßnahme und überhaupt, Bonn hat mir als Bundeshauptstadt sehr viel besser gefallen.

22.07.2008
00:23
Dann ging gar nichts mehr
von Derek | #18

@ G. Gans

Wenn man keine Ahnung hat sollte man solche Kommentare wie den Ihrigen #5 besser nicht zum besten geben.

Hinlänglich ist ja bekannt das Berlin den Zucker in den Allerwertesten gestreut bekommt.

Hingegen die DB das Ruhrgebiet behandelt wie den letzten dreck.

Ist auch immer schön zu sehen wer mit S-Bahn fahren muss.

Hier wollte die Bahn ein Exempel statuieren weil der VRR der Bahn Millionenbeträge einbehalten hat.

Das aus gutem Grund so unwürdig wie die Wagons aussehen meint man manchmal man fährt auf einer Müllkippe.

Nun hat die Bahn mal ihre Muskeln spielen lassen, weil es natürlich völlig überraschend für die Bahn war das am 19.07.08 eine Mega Veranstaltung im Revier stattfinden wird.

Nur ist der Schuß nach hinten los gegangen, das war alles nur noch peinlich was die DB sich dort geleistet hat.

Oder sind die Herrschaften bei der Bahn so benebelt, das sie noch nicht einmal in der Lage sind 5 -10 Sonderzüge nacheinander auffahren zu lassen und im geordnetem Rhythmus ab zu fertigen???

Hauptsache die Dividende stimmt wenn die Bahn an die Börse geht, da stören Passagiere nur.

22.07.2008
00:20
Dann ging gar nichts mehr
von Milchbubi | #17

Wer hat was anderes erwartet?? Hier im Ruhrpott wird es nie klappen mit dem ÖpnV.
Es klappt ja noch nichtmals an einem normalen Sonntagvormittag pünktlich von A nach B zu kommen, dank Verspätungen.
In Berlin hab ich sowas noch nie erlebt bei Großveranstaltungen. Da klappt alles , zumindestens für die Fahrgäste, reibungslos.
Manche Schreiber hier sollten sich mal infomieren und dann schreiben, dann wüssten sie auch warum es in Berlin keine Loveparade mehr gibt.

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/1221340/create

Aktuelle Fotos und Videos
Kaiserwetter zur Regatta
Bildgalerie
Ruderregatta
Ein Kaiser für Dellwig
Bildgalerie
Schützenfest
Abriss des RWE-Stadions
Bildgalerie
RWE
Ferienspatz wird 40
Bildgalerie
Ferienaktion
Aus dem Ressort
Ruhrbischof Overbeck rügt Umgang mit Opel-Belegschaft
Opel
Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck hat den Umgang mit der Belegschaft des Bochumer Opel-Werkes ungewohnt scharf attackiert. Die schon lange andauernden Unsicherheiten seien nicht mehr hinnehmbar, sagte Overbeck am Sonntag in seiner Pfingstpredigt im Essener Dom.
Foto 8 Kommentare 8
Ganz andere Schulprobleme
Kommentar
In diesen Tagen: Anmerkungen zum Stadtgeschehen von Hans-Karl Reintjens – die Schulpolitik in Essen.