Dank an Klieve

Stadtfinanzen. In diesen Tagen hält sich jeder selbst für den besseren Kämmerer. Das ist leicht. Kämmerer sein dagegen ist es nicht. Jedenfalls dann nicht, wenn man das Amt so versteht wie Lars Martin Klieve, dessen Konsolidierungskurs nicht einzelne Interessen, sondern das große Ganze in den Blick nimmt: Klieve haushaltet aus den Augen der nächsten Generationen und übernimmt Verantwortung für die Stadtgesellschaft von morgen. So macht man sich nicht beliebt, aber nachhaltig Politik. Der Kämmerer verzichtet auf den Beifall derer, die nach dem scheinfrommen Motto leben: „Sparen? Ja bitte! Bei mir? Nein danke!“ und die gedankenlos künftige Generationen um ihre Lebensgrundlage betrügen. Wenn Verdi den Kämmerer nun auffordert, „endlich auch für diese Stadt“ zu arbeiten, so beweist die Gewerkschaft wenig Weitsicht. Für wen sonst soll der Kämmerer denn bisher gearbeitet haben? Keine Frage: Gut steht Essen nicht da. Aber dass Essen nicht noch schlechter da steht, sondern meiner Generation auch morgen eine attraktive Heimatstadt sein kann, ist maßgeblich dem Kämmerer zu verdanken.