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Damit aus Murks was Gutes wird

13.05.2009 | 19:04 Uhr

Job-Center auch intern in der Kritik - bei der Personalversammlung der Stadtverwaltung

Es gibt Dinge, die ändern sich nicht: Seit der Gründung des Job–Centers im Jahr 2005 steht Anja Löhrmann zum fünften Mal am Rednerpult: „Viel hat sich getan”, resümiert sie, nur fällt der Personalrätin nichts Gutes ein zur Arbeitsgemeinschaft aus Agentur für Arbeit und Stadt, die das Job-Center gemeinsam betreiben. Sie nennt zwei Zahlen – gestern bei der Personalversammlung für Mitarbeiter der Stadtverwaltung in der Grugahalle: 100 Versetzungsanträge von Job-Center-Mitarbeitern zurück unters Dach der Stadt wurden laut Anja Löhrmann in 2008 gestellt, in diesem Jahr seien es bereits 160. Außerdem gäbe es viele Langzeit-Kranke. Als Ursachen dafür nennt sie auch „einen ständigen Personalmangel, die Einführung neuer Software, befristete Einstellungen durch die Agentur für Arbeit”, Informationsdefizite gegenüber der Belegschaft. Neben zu wenig Personal formuliert Anja Löhrmann als Hauptproblem: „die Führungskultur. Fehlende Wertschätzung steht dem Erfolg im Weg.”

Was oder wer

macht krank?

Von den 747 Mitarbeitern des Job-Centers (es kommen bald 60 weitere dazu) sind 426 von der Stadt und 321 von der Agentur für Arbeit. Sie müssen mit einer „belastenden Unsicherheit” arbeiten, deren Ende Anja Löhrmann fordert. Zur Erinnerung: Das Bundesverfassungsgericht hat die Mischverwaltung der Job-Center aus Arbeitsagentur und Kommune für verfassungswidrig erklärt und eine Korrektur bis Ende 2010 gefordert. Nur welche?

Ein Schritt nach vorn ist aus Personalvertretersicht eine geplante Gefährdungsanalyse, bei der die krank machenden Faktoren am Arbeitsplatz im Job-Center analysiert werden sollen. Gut sei auch ein mit der Stadt veranstalteter Workshop für Mitarbeiter.

Dabei werde näher beleuchtet, was das für krank machende Strukturen sind, sagt Sozialdezernent Peter Renzel in seinem anschließenden Redebeitrag. Dass seit Bestehen des Job-Center „die Ziele jedes Jahr nicht erreicht werden”, ist, so Renzel, „auch Folge einer unzureichenden Organisation” und einer Gesetzeslage „mit handwerklichen Fehlern” von Anfang an. Und dementsprechen war die Gesetzesumsetzung, so Renzel, „gelegentlich an Murks nicht zu übertreffen”. Dafür könnten die Mitarbeiter nichts, „sie haben hervorragende Arbeit geleistet”. Peter Renzel setzt auf die Fortführung des begonnen Dialogs mit Udo Müller, Silvia Fergee und -als neuem Mann in der Job-Center-Geschäftsführung - Dietmar Gut-schmidt. Die Strukturen müssten verändert werden, „um die Situation zu verbessern”.

Susanne Storck

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Kommentare
17.05.2009
22:13
Damit aus Murks was Gutes wird
von katzer | #2

Der ganze Murks wird nur noch getoppt von dem Murks, den die da oben tagtäglich fabrizieren. Dazu gehören gewisse Parallelwelten unter denen Mitarbeiter und Kunden gleichermaßen leiden müssen (z.B. unsinnige oder teure oder nicht-gemeinnützige Arbeitsgelegenheiten), die im großen Stil nur gewissen sozialen Einrichtungen ohne Personalvertretung wirtschaftlich nutzen, aber keine neue Arbeit im Sinne der Arbeitsgesetze schaffen.

14.05.2009
10:10
Damit aus Murks was Gutes wird
von Boeller1977 | #1

Wenn Herr Renzel weiterhin von einer guten Struktur mit der Bundesagentur spricht hat er auch nach so langer Zeit nicht das Übel des Problems erkannt.Die Agentur mit ihrer Struktur,ihrem Kontroll und Statistikwahn und ihrer Unmenschlichkeit sind das große Problem.Da hilft auch kein Workshop der Stadt.
Die verbliebenen Leute die tagtäglich noch kämpfen können einen Leid tun,die Entlohnung der Führungskräfte und der Sachbearbeiter ist zu gering und ungerecht.

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