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„Connemara Stone Company“ - Aus der Nische ins Rampenlicht

09.01.2012 | 17:46 Uhr
„Connemara Stone Company“ - Aus der Nische ins Rampenlicht
Die Connemara Stone Company: Stephan Mreza, Hans Steinfurth, Michael Künzel, Dino Serci, Horst U. Pohl und Georg Spellerberg. Foto: Edda Treuberg

Essen.  Die Essener Band „Connemara Stone Company“ wurde zum zweiten Mal in Folge beim „Deutschen Rock- und Pop-Preis“ ausgezeichnet. Nach ihrem Sieg 2010 landeten sie diesmal in der Kategorie „Beste Folk-Rock-Band“ auf dem dritten Platz.

Man kennt den „Echo“, die „Eins Live Krone“ und vielleicht noch den „Comet“. Aber beim „Deutschen Rock- und Pop-Preis“ dürfte das Achselzucken wohl überwiegen. Dabei ist das die Auszeichnung, die von Künstlern und Produzenten, also der Musik-Branche selbst, vergeben wird. Kurator war Heinz-Rudolf Kunze, in der Jury saß unter anderem Produzent Edo Zanki. Bands wie Pur, Silbermond oder Juli wurden dort mit entdeckt. Und in den letzten beiden Jahren war es eine Essener Band die dort - wenn auch „nur“ in der Kategorie „Folk Rock“ - groß abräumte: Die „Connemara Stone Company“.

„Wir haben das erst gar nicht ernst genommen“

„Als wir 2010 zum ersten Mal nominiert waren, haben wir das erst gar nicht ernst genommen“, erinnert sich Schlagzeuger Hans Steinforth. Doch dann stand die Formation plötzlich im Rampenlicht, mit der Urkunde für den ersten Platz im Bereich „Beste Schottisch-Folk-Rock-Band“.

Ein Kunststück, das den „Connemaras“, die ihre Songs im Proberaum in Dellwig einüben, jetzt fast wieder gelang. Diesmal reichte es in der Wiesbadener Rhein-Main-Halle zwar „nur“ für Rang drei, dafür aber schon eine Stufe höher, in der Kategorie „Beste Deutsche Folk-Rock-Band“. Nach ganz oben schaffte es Frontmann Dino Serci, der zum Besten Deutschen Folk-Rock-Sänger gekürt wurde.

Auftritte in Steele und Rüttenscheid

Die aktuelle Besetzung der Connemara Stone Company lautet: Stephan Mrezar (Mandoline, Bouzouki, Akustik-Gitarre), Horst „Ofri“ Pohl (Bass), Michael Künzel (Tin Whistle, Low Whistle, Querflöte), Dino Serci (Vocals, Keyboard), Georg Spellerberg (E-Gitarre, Akustik-Gitarre, Mandoline, Geige) und Hans Steinforth (Drums). Bislang gibt es sieben veröffentlichte Alben, eine neue Promo-CD ist in Arbeit. Insgesamt wurden bisher rund 15 000 Tonträger verkauft. Ihren größten Auftritt feierte die Band bei Essen Original vor etwa 15 000 Zuschauern. Die Connemaras spielen europaweit, ihre nächsten Konzerte in der Nähe: Dinslaken, Yukon Saal (28. Januar), Kulturzentrum Grend in Steele (25. Februar) und Fitzpatrick Irish Pub in Rüttenscheid (17. März).

„Sacken lassen“, lautete die Reaktion der Essener vor einem Jahr – und lautet sie auch heute. Für die sechs Musiker ist die Auszeichnung „ein Reputationspreis“. „Es gibt kein Geld und keinen Plattenvertrag, aber man macht auf sich aufmerksam“, meint Steinforth.

Das ist der 1995 gegründeten Band in ihrer Sparte schon gelungen. „Wir hatten zum Beispiel schon Konzert-Anfragen aus den USA und werden erstaunlicherweise oft in Argentinien im Radio gespielt“, so der Schlagzeuger.

Eine kleine Tour brachte die Band sogar einmal zu ihren Wahl-Wurzeln in die irische Grafschaft Connemara. „Wir haben die Tour ,Owls to Athens’ genannt. Hat nur keiner verstanden“, lacht Steinforth. Die musikalischen Wurzeln liegen in der keltischen Musik, gepaart mit Rock und Traditionals. Vorbilder sind dabei Bands wie die Pogues, Dubliners, Runrig, Clannad oder Wolvestone. Seit sich die Besetzung im letzten Jahr noch einmal änderte, fließen jetzt auch Jazz- oder Blues-Elemente in den Band-Stil ein. Herauskommen sollen „eigene Stücke mit pseudo-traditionellem Anstrich“.

Der Sprung ins Profi-Lager war zu riskant

Den Sprung ins Profi-Lager haben die Essener, die sich als „semi-professionell“ bezeichnen, nie gewagt. „Die Überlegungen gab es, aber wir haben fast alle Familien und sichere Jobs. Das Risiko ist dann einfach zu groß“, erklärt Michael Künzel, der die Flutes spielt. „Trotzdem ist der Traum nicht so ganz kaputt zu kriegen. Wir haben uns einfach nur mit der Realität arrangiert“, ergänzt Dino Serci.

Markus Fuhrmeister

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