Comedian Moses W. spielt die besten Hits von gestern

Was wir bereits wissen
Komödiant Moses W. kommt mit einem neuen musiklastigen Programm in die Zeche Carl. Dabei huldigt er auch seinen alten Idolen von „Kiss“

Essen.. Kaum einen Comedian verbindet man so sehr mit Rockmusik wie Moses W. Dabei war er nie auf dieses Genre beschränkt: Programme über Beziehungen, Nachwuchs und Weihnachten hat der Essener Berufsspaßmacher bisher über die Bühne gebracht. Mit seinem neuen Programm „Musikboxen”, das am 15. März Premiere in der Zeche Carl feiert, wird er seinem Ruf wieder gerecht: Mit einem Blick auf 30 Jahre Musikgeschichte will er der Frage nachgehen, ob die Musik früher wirklich besser war.

Wer ein gewisses Alter erreicht hat, wird diesen Satz wahrscheinlich schon mindestens einmal gedacht – wenn nicht laut ausgesprochen – haben: Früher war die Musik besser. „Das ist ganz natürlich”, findet Moses W., „denn gerade als Schüler definiert man sich stark durch die Musik”. Als Erwachsener habe man schlicht nicht mehr die Zeit, sich so intensiv mit Bands zu beschäftigen, „daher identifiziert man sich auch nicht mehr so stark mit den Musikern, wie man es mit 13 oder 14 Jahren getan hat“.

Rückblick auf drei Jahrzehnte

Mit der Rückkehr zu einem musikalischen Thema schließe sich tatsächlich ein Kreis, räumt Moses W. ein: „Mein erstes Soloprogramm war vor 15 Jahren ,Halt’s Maul und sing’”, erinnert er sich. Dies habe tatsächlich hauptsächlich aus Songpersiflagen bestanden, die er auf Gitarre interpretiert habe – angereichert mit lustigen Ansagen. Dass diese improvisierten Bemerkungen zunehmend in den Vordergrund traten und den Weg ebneten zum heutigen Stand-Up-Comedian, hat auch mit medialen Entwicklungen zu tun, erläutert er: „Damals begann auch im Fernsehen die Hochzeit der Stand-Up-Comedians.”

Dennoch: Das größte Feedback habe er in seinen Programmen stets auf die Musik bekommen. „Also mache ich das wieder zum Thema.” Allerdings wird er in dem Programm überwiegend über Musik reden, anstatt selbst zur Klampfe zu greifen. „Musik wird es zwar auch zu hören geben”, verspricht Moses W., „allerdings meistens als Original-Einspieler”. Der Wiedererkennungs-Effekt beim Publikum solle schließlich nicht getrübt werden.

Moses W. blickt auf drei Jahrzehnte in musikalischer Hinsicht zurück – mit den Worten von manchem Hitdudel-Radiosender könnte man sagen: „Die 80er, 90er und das beste von heute.” Dabei habe der Comedian für jedes Jahrzehnt eine Band, bzw. einen Künstler gewählt, der in seinen Augen das Jahrzehnt musikalisch entscheidend geprägt hat. „In den 80ern waren das für mich ,Kiss’”, sagt der bekennende Fan eben dieser Formation. „Nicht nur musikalisch, sondern auch visuell haben sie eine ganze Generation geprägt und etliche Nachahmer auf den Plan gerufen.”

Eurovision-Song-Contest-Medley geplant

Vom Sockel haute diese Band erst Nirvana: „Kurt Cobains Combo hat mit seinem schmutzigen Garagenrock den schillernden Glamrock abgelöst.”

Und heute? Heute sei Lady Gaga wohl die Königin des Musikgeschäfts. Welche Ära nun besser sei, diese Wertung will er nicht vornehmen: „Das soll der Zuschauer übernehmen.” Mit den Einspielern will er humorvoll auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede hinweisen, das Publikum Melodien erraten lassen – und dabei durchaus auch mal auf die falsche Fährte locken. Moses will beweisen, dass James-Bond-Titellieder die Messlatte für gute Songs sind und auch die Technoära bekommt ihr Fett weg, zudem sei ein Eurovision-Song-Contest-Medley geplant.

Ganz ohne selbst zu musizieren, werde er aber nicht auskommen, räumt er ein. Um zu zeigen, wie Abba in Country- und Western-Manier klingen würde, muss er schon selbst zur Klampfe greifen.

Abba auf Country? Nun ja. Comedy darf auch mal wehtun.