Christliche Osterworte widmen sich Erlösung und Ratlosigkeit

Nach Gründonnerstag und Karfreitag äußerten sich die katholische und evangelische Kirche auch an den folgenden Ostertagen.

Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck predigte bei der Osternachtfeier Samstagabend im Essener Dom. Ostern sei das „Fest der Erlösung“. Erlöst zu sein bedeute für Christen befreit zu sein von den Lasten der ständigen Suche nach Selbstbestätigung und unrealistischen Vorstellungen. Der Bischof erinnerte an den Flugzeugabsturz, der Unzählige in tiefste Verzweiflung geführt habe. Der Schmerz darüber sei bitter, die Not die daraus erwachse, bleibe groß. Overbeck: „Mit Umarmungen und Gebeten an der unheilvollen Lage so vieler Menschen mitzutragen, ist ein Zeichen von Erlösung. Wie „unerlöst“ die Welt sei, zeigten Konflikte, die sich von Syrien bis zum Norden Afrikas erstrecken. Sie seien verbunden mit Gewalt und Terror, mit dem Zertreten der Menschenwürde, mit der Verrohung der Sitten und dem Verlust verlässlicher Moral.

Auch Superintendentin Marion Greve gedachte in ihrem Osterwort den Opfern des Flugzeugunglücks: Mit Blick auf den Absturz erhalte die Ratlosigkeit in der Ostergeschichte „bestürzende Aktualität“. Superintendentin Greve: „Ich denke an die Angehörigen derer, die dadurch einen lieben Menschen verloren haben. Deren Herzen voller Schmerz und Leid sind. Wie können sie wieder zum Leben, ins Leben hinein finden? Vielleicht könne die Besinnung auf den Kern der Osterbotschaft einen Weg weisen: „Die Osterbotschaft sagt uns allen: Gottes schöpferische Macht ist in dein Leben getreten. In Gottes Nähe und durch ihn geschehen Dinge, die wir für unmöglich halten. Wer seinen Ruf hört, erhält neuen Lebensmut, der aus dem Nichts erschaffen ist.“